„Wir schweben nicht über den anderen“

„Wir schweben nicht über den anderen“

Friedhelm Funkel rückt die Dinge wieder zurecht und sieht seine Mannschaft derzeit noch nicht als absolutes Top-Team. Fortunas Cheftrainer räumt ein, dass die absolute Durchschlagskraft fehlt(e).

Mit 30 erzielten Punkten nach 14 Spielen sowie fünf Zählern Vorsprung auf den Relegationsplatz steckt Fortuna Düsseldorf ganz offensichtlich nicht in einer Krise. Der FC Ingolstadt ist die am besten besetzte Mannschaft der 2. Bundesliga und hat derzeit einen guten Lauf. Und die Fortuna ist dort beim 0:1 nicht untergegangen. Mit viel Glück wäre sogar ein Punkt drin gewesen. Trotzdem ist zu beobachten, dass es der Mannschaft nicht mehr so leicht fällt, sich aus einer Umklammerung zu befreien und auch selbst mal wieder etwas Überraschendes in der Vorwärtsbewegung zu zeigen.

Friedhelm Funkel hält nichts davon, den Ausfall von wichtigen Spielern wie Oliver Fink oder Florian Neuhaus als Ausrede zu nutzen. „Das sind natürlich zwei Spieler, die für überraschende Ideen im Offensivspiel gut sind“, sagte Fortunas Cheftrainer. „Aber Fakt ist, dass wir eine gute Mannschaft auf dem Platz hatten, der aber die Durchschlagskraft diesmal fehlte.“ Trotzdem macht Funkel deutlich, dass man als Spitzenmannschaft auch dann eine Chance nutzen müsse, wenn sie die einzige im ganzen Spiel sei. „Das zeigt aber auch, dass wir noch nicht so weit sind, um als absolutes Topteam zu gelten. Wir schweben nicht über allen anderen.“ Für Funkel ist auch die Spielweise seiner Mannschaft und letztlich auch das Ergebnis ein Zeichen dafür, die Realtität nicht aus den Augen verlieren zu dürfen.

„Die anderen Mannschaften befinden sich auf Augenhöhe“, wiederholt Funkel sein oft getätigte Aussage. „Wir müssen mit der Situation verantwortungsvoll umgehen, und es ist völlig normal, dass auch mal in einer langen Saison Spiele kommen, die man nicht automatisch gewinnt.“ Unter dem Strich gebe es also keinen Grund, an der Zielsetzung, zwischen Platz eins und sechs zu landen, etwas zu ändern.

Es sei laut Funkel einfach nicht angebracht, nach 14 Saisonspielen vom Aufstieg zu sprechen. „Genau so wenig besteht jetzt Grund dazu, pessimistisch zu sein. Wir liegen punktgleich mit dem Tabellenführer an der Spitze, die Mannschaft ist richtig gut“, sagte Fortunas Cheftrainer, der gerne noch ein paar Punkte in den Spielen gegen Dresden, in Kiel, gegen Nürnberg und in Braunschweig holen möchte. „Dann tanken wir in den 14 Tagen um Weihnachten die Akkus wieder auf und gehen mit frischen Kräften in das erste Spiel des neuen Jahres daheim gegen Aue.

Funkel hofft, dass er Oliver Fink (ist wieder im Mannschaftstraining), Kaan Ayhan und auch den leicht angeschlagenen Adam Bodzek am Montag gegen Dresden einsetzen kann. Das gilt auch für den angeschlagenen Benito Raman, den sein Trainer für einen wichtigen Spieler, nicht aber für den alleinigen Heilsbringer hält.

Die in Ingolstadt eingewechselten Davor Lovren, Emir Kujovic und Takashi Usami erscheinen individuell nicht stark genug, um ein Spiel mehr oder weniger allein herumzureißen. „Natürlich hilft es ihnen, wenn die Mannschaft funktioniert und einen guten Tag hat“, sagt Funkel. „Aber sie müssen lernen, brauchen Spielpraxis und dann auch eine gute Vorbereitung im Januar auf die restliche Saison.“ Es dürfe auch niemand in diesem Zusammenhang vergessen, dass Kujovic maßgeblich für sechs Punkte mit seinen beiden Toren zu den 1:0-Erfolgen gegen Regensburg und Darmstadt verantwortlich war.

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