Abschlussgespräch nach Trainingslager: Fortuna Düsseldorf: Das erwartet Friedhelm Funkel von seiner Mannschaft

Abschlussgespräch nach Trainingslager: Fortuna Düsseldorf: Das erwartet Friedhelm Funkel von seiner Mannschaft

Friedhelm Funkel fordert seine Spieler auf, in der Bundesliga nicht nur mehr zu laufen als der Gegner - sie sollen auch "eklig" auftreten.

Düsseldorf. Das Trainingslager im Westerwald wird den Spielern von Fußball-Bundesligist Fortuna Düsseldorf als Knochenmühle, aber auch als wertvolle Basis für etwaige große Taten in Erinnerung bleiben. Die harte Arbeit ist sehr wichtig, meinte der Trainer, nachdem die Spieler in der letzten Einheit am Wiesensee erneut eine Dreiviertelstunde nur Läufe in relativ hohem Tempo absolviert hatten. „Wir müssen uns in allen Bereichen verbessern, das gilt auch für das Läuferische“, sagte Friedhelm Funkel, der glaubt, das nicht alles individuell gesteuert werden muss. „Es gibt einige Situationen, da muss sich jeder Spieler durchbeißen. Auch im Spiel gibt es keine Rücksicht, ob ein Spieler müde ist oder nicht.“

Fortunas Cheftrainer kündigte an, dass die Belastung noch höher werden wird. „Jetzt sind erst einmal die Grundlagen gelegt“, sagte Funkel. Als „Bonbon“ innerhalb der sehr langen Vorbereitung gibt es nach dem zweiten Trainingslager in Maria Alm noch einmal fünf Tage frei. „Danach haben wir noch drei Wochen, in denen wir uns dann auch die Frische für den Start holen“, erklärte Funkel.

Ärgerlich sind für den 64-Jährigen nach den Tagen im Westerwald jedoch die Verletzungen von Oliver Fink und Adam Bodzek: „Dass zwei Führungsspieler jetzt fehlen werden, ist sicherlich nicht gut, auch weil Adam in einer so guten Verfassung war, wie ich ihn noch nicht erlebt habe.“

Großartig Zeit, sich mit den neuen Spielern zu unterhalten, hatte Funkel noch nicht. „Ich will auch erst einmal sehen, wie sie sich in der Gruppe einfügen. Gespräche folgen im zweiten Trainingslager“, sagte der Trainer-Routinier. „Aber ich bin das hier so gewohnt, dass die Mannschaft die Jungs so super aufnimmt.“

Bevor am 19. August das erste Pflichtspiel ansteht (DFB-Pokal in Koblenz) werden noch weitere Spieler hinzukommen. Unter anderem wünscht sich Funkel, das Takashi Usami zurückkommt. „Ich glaube schon, dass noch drei oder vier Spieler verpflichtet werden, ohne jetzt Positionen zu nennen“, sagte Funkel, der davon ausgeht, dass auch noch ein paar Profis gehen werden.

Unabhängig davon hat Fortunas Cheftrainer bereits klare Vorstellungen davon, wie seine Mannschaft taktisch in der Bundesliga auftreten wird. Die gesamte Grundordnung müsse besser organisiert und die Mannschaftsteile enger beieinander gehalten werden. „Wir müssen schneller wieder hinter den Ball kommen, aggressiver sein und werden auch dem Ball mehr hinterherlaufen, als noch in der 2. Liga“, erklärte Funkel. Zudem werde seine Mannschaft wohl meist tiefer stehen, was dazu führt, dass mit einem noch besseren Umschaltspiel die dann größeren Räume genutzt werden sollen. „Da ist jeder gefordert. Das fängt beim Torwart an, der mehr mitspielen muss. Alle anderen müssen ebenfalls schneller regieren.“

Es könne zwar sein, dass Fortuna mit den neu hinzugekommenen Offensivspielern auch vermehrt mit zwei Spitzen antritt, so wie es Funkel beim VfB Stuttgart zuletzt gut umgesetzt gesehen hat. „Aber wir waren vergangene Saison mit einem Stürmer sehr erfolgreich“, sagte Funkel. Nur wenn die beiden nominellen Spitzen in der Lage seien, das läuferisch zu lösen, wird das funktionieren. Wichtiger als die Taktik ist für Funkel aber noch das Auftreten seiner Spieler in der Bundesliga.

„Wir brauchen aggressive Spieler, die sich auf dem Platz wehren, auch mal einen Gegenspieler umhauen und sich dafür nicht 1000 Mal entschuldigen. Auch ein Spieler mit 100 Länderspielen ist ein Mensch. Respekt ist erlaubt, aber wir müssen hart Fußball spielen, bis an die Grenze des Erlaubten. Wir müssen eklig und gallig sein.“