Düsseldorf: Kein "Plan B" für die Giants

Baskettball : Jonas Jönke: „Es gibt keinen Plan B"

Rath Die Basketballer der Giants peilen den Auftstieg an. Trainer Jönke über seinen Kader, die Rolle der Stadt und den Druck.

Vier Spiele - vier Siege. Die ART Giants Düsseldorf haben in der ersten Basketball-Regionalliga der Herren einen erfolgreichen Saison-Start aufs Parkett gelegt. Am Samstag ab 19 Uhr soll in der Halle des Comenius-Gymnasiums an der Hansaallee die Sieges-Serie gegen den TV Ibbenbüren ausgebaut werden. Schließlich ist der Aufstieg in die dritte Liga (Pro B) das klar formulierte Ziel der Giants. Unsere Zeitung unterhielt sich mit Trainer Jonas Jönke.

Herr Jönke, hat der Sieg im Derby in Grevenbroich endgültig Aufbruchstimmung erzeugt?

Jonas Jönke: Zunächst einmal sind wir froh, dass wir diese Aufgabe gemeistert haben. Es war ein hartes Stück Arbeit, um die zwei wichtigen Punkte einzufahren. Wir dürfen uns keine Ausrutscher erlauben, weil es in unserer Liga keine Play-offs gibt.

Die drei Partien zuvor waren zäh, konnten aber dennoch gewonnen werden. War das für Sie eher ein Hinweis auf eine neue Qualität oder eher einer auf vorhandene Defizite im Kader?

Jönke: Spiele zu gewinnen, ist immer eine Qualität. Wir haben auch in engen Situationen die Nerven behalten. Haspe zum Auftakt hatten wir nicht so auf dem Schirm, die haben danach aber alle Spiele gewonnen. Gegen Deutz war ich in der Tat nicht zufrieden. Wir haben den deutlich besseren Kader als der Aufsteiger und dieses auf die leichte Schulter genommen. So etwas kann auch nach hinten losgehen.

Trotz allem haben Sie den Kader mit zwei Zugängen und einem Abgang nochmal umgebaut. . .

Jönke: Von Lukas Bazant hatten wir uns mehr versprochen. Er ist ein super Typ, aber sportlich hat es nicht ausgereicht. Jonathan Mesghna und Jamal Smith waren kurzfristig verfügbar und bringen uns weiter.

Weil der Kader nun wie strukturiert ist?

Jönke: Er ist jetzt auch in der Tiefe sehr ausgeglichen. Damit haben wir höhere Chancen, Spiele zu gewinnen und damit die Grundvoraussetzung geschaffen, um aufsteigen zu können.

Wie können die Giants solche kurzfristigen Zugänge finanziell stemmen?

Jönke: Im Basketball werden keine Ablösesummen bezahlt. Smith konnten wir holen, weil er in Bochum Power-Forward spielen sollte, jedoch ein Shooting-Guard ist. Bochum musste ihn daher freigeben und verdient wird in der Regionalliga eher wenig.

Dabei unterstützt sie die Stadt. Es stand zu lesen, dass es deshalb die letzte Chance zum Aufstieg sei. Spüren Sie einen gewissen Druck?

Jönke: Uns ist bewusst, dass wir Erfolg haben und nicht noch weiter Zeit in der vierten Liga verbringen sollen. Wichtig für die Stadt sind aber auch andere Dinge. Wir sind in der Jugendarbeit einer der größten Vereine in ganz Deutschland und haben diese inzwischen mit hauptamtlichen Trainern ausgestattet. Auch dies bedeutet für die Stadt eine gute Außendarstellung.

Sie können also demnach ganz in Ruhe ihrer Arbeit nachgehen?

Jönke: Es gibt Erwartungen an mich. Aber ich habe nicht das Gefühl, unter besonderer Beobachtung zu stehen.

Die Stadt möchte durch einen Aufstieg der Giants natürlich auch die Halle in Reisholz weiter mit Leben füllen. Fühlen Sie sich dabei nicht ein wenig als kommerzieller Spielball?

Jönke: Eine Grundsatzdiskussion über Geld sollten wir nicht führen, da müssten wir beim Fußball anfangen. Wir sollten uns lieber freuen, dass die Hallen-Situation in Düsseldorf ziemlich komfortabel ist. Schalkes Basketballer zum Beispiel müssen ihre Heimpartien in Oberhausen austragen, weil in Gelsenkirchen keine passende Spielstätte für sie vorhanden ist. Köln hat nur die große Arena in Deutz, die bekommen Randsportarten nicht voll - sie sind dort deutlich benachteiligt. In Düsseldorf hingegen gibt es für alle die Möglichkeit, ihren Sport auch auf höherem Niveau auszutragen.

Was passiert, wenn die Giants in dieser Saison das nächst höhere Niveau nicht erreichen sollten?

Jönke: Wir geben all unsere Energie für den Aufstieg. Es gibt derzeit keinen Plan B.