Fortuna Düsseldorf - Seit 38 Jahren sieglos in Frankfurt

Fortuna vs. Frankfurt : Fortuna Düsseldorf - Seit 38 Jahren sieglos in Frankfurt

Erst einmal gelang Fortuna Düsseldorf in einem Ligaspiel in Frankfurt ein Erfolg. Nur gegen einen anderen Bundesligisten hat man noch eine schlechtere Auswärtsbilanz.

Wer an Fortuna Düsseldorf gegen Eintracht Frankfurt denkt, der erinnert sich vermutlich noch gut an das von viel Hektik begleitete 1:1 aus dem Februar 2012. Damals kämpfen beide Klubs um den Aufstieg in die Fußball-Bundesliga.

Der verbale Schlagabtausch beginnt allerdings schon eine Woche vor dem Anpfiff. Eintracht-Trainer Armin Veh bezeichnet die Fortuna zu jener Zeit öffentlich als „Schauspieler-Truppe“. Nach einem Treffer von Benjamin Köhler sehen die Hessen in der mit 41 200 Zuschauern gut besuchten Arena bereits wie der Sieger aus, doch Jens Langeneke stellt per verwandeltem Foulelfmeter in der Schlussminute auf 1:1. Beim anschließenden Jubel rempelt der heutige Düsseldorfer Teammanager und damalige Fortuna-Stürmer Sascha Rösler den Gästetrainer an, kassiert dafür die Gelb-Rote Karte und wird von Veh im Nachgang als „Rotzlöffel“ bezeichnet. Die Ereignisse jenes Montagabends inspirieren die Kult-Gruppe „Halbangst“ zum Song „Das Haus vom Veh“, in dem dieser verspottet wird.

Am Ende der Saison 2011/12 steigen beide Vereine auf. Doch während die Fortuna nach nur einer Spielzeit wieder den Gang in Liga zwei antreten muss, etabliert sich die Eintracht im Oberhaus. Vorläufige Krönung dieser Entwicklung ist der Frankfurter Sieg im DFB-Pokalfinale vor rund fünf Monaten unter Trainer Niko Kovac gegen den FC Bayern München (3:1).

Nur in Nürnberg ist die Bilanz schlechter

Am Freitag (20.30 Uhr) stehen sich beide Klubs mal wieder in einem Bundesligaspiel gegenüber — zum insgesamt 44. Mal. Nach zuletzt drei Niederlagen in Folge und dem Abrutschen auf Tabellenplatz 17 möchte die Fortuna endlich wieder etwas Zählbares mitnehmen. Doch ein Blick in die Bundesliga-Archive zeigt: Frankfurt ist offenbar kein gutes Pflaster. In 22 Auswärtspartien in der höchsten Spielklasse ging die Fortuna nur einmal als Sieger vom Rasen. Vor mehr als 38 Jahren, am 26. Januar 1980. Zu dieser Zeit ist Helmut Schmidt Bundeskanzler, der „Zauberwürfel“ des ungarischen Designers Erno Rubiks fasziniert Kinder und Erwachsene gleichermaßen und der Hamburger SV grüßt als Tabellenführer der Bundesliga. Alles inzwischen lange her.

Ein frühes Tor von Thomas Allofs (2.) bringt die Fortuna an diesem winterlichen Nachmittag im Waldstadion in Führung, Harald Karger (38.) gleicht die Begegnung aus. Auf Seiten der Frankfurter, die den Kontakt zum aus dem HSV und Bayern München bestehenden Spitzenduo halten wollen, stehen die 1974er-Weltmeister Jürgen Grabowski und Bernd Hölzenbein auf dem Platz. Acht Minuten vor dem Ende erzielt Gerd Zewe den Siegtreffer für die Fortuna, die danach in zwölf weiteren Bundesliga-Gastspielen am Main nie wieder gewinnen wird. Abgesehen von Mainz, Wolfsburg und Hoffenheim, gegen die die Düsseldorfer in Liga eins erst einmal auswärts antraten, hat die Fortuna nur gegen Nürnberg (kein Sieg) eine schlechtere Auswärtsbilanz. Selbst in München (drei) und Mönchengladbach (vier) gelangen mehr Erfolge.

Friedhelm Funkel verlor am 26. Januar 1980 übrigens mit Bayer 05 Uerdingen mit 0:1 beim VfL Bochum — als Spieler.

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