KFC Uerdingen: Krämer geht, kommt tatsächlich Effenberg?

Fußball : KFC Uerdingen: Krämer geht, kommt tatsächlich Effenberg?

Der Trainer des Fußball-Drittligisten KFC Uerdingen, Stefan Krämer ist entlassen. Über den Nachfolger wird schon spekuliert.

Es gab Zeiten, da hat der Fußball-Trainer Stefan Krämer (51) den Clubchef des KFC Uerdingen, den mächtigen russischen Geldgeber Mikhail Ponomarev, vehement verteidigt. „Wenn Herr Ponomarev Schmitz heißen würde, würde er deutlich unkritischer gesehen. Und: Jeder Club, der hoch will, hat jemanden, der ihm hilft“, sagte Krämer im Interview mit dieser Zeitung im Mai vergangenen Jahres, kurz vor dem Aufstieg des KFC in die 3. Liga. Und weiter: „Er ist nicht der Onkel aus Russland, der seinen Koffer auf den Tisch stellt und sagt: Macht mal. Jede Entscheidung, die Geld kostet, geht über seinen Tisch.“

Am Montag ist Krämer zu Ponomarevs Opfer geworden und die Zuneigung wahrscheinlich erkaltet: Der Trainer des KFC musste nach dem 0:3 gegen die Würzburger Kickers und dem „Absturz“ auf Rang vier im ersten Spiel nach der Winterpause gehen. „Wir hatten zuletzt leider zu oft unterschiedliche Vorstellungen und Sichtweisen“, sagte Präsident Mikhail Ponomarev in einer Pressemitteilung des Vereins. Mehr nicht. „Weitere Stellungnahmen“ gebe es nicht.

Noch ist nicht sicher, ob der jüngste Fingerzeig von Ponomarev womöglich zur Nachfolge-Lösung führt: In Uerdingens Heimspielstätte in Duisburg saß der Russe gegen Würzburg zusammen mit KFC-Geschäftsführer Nikolas Weinhart neben Ex-Nationalspieler Stefan Effenberg auf der Tribüne. Der 50 Jahre alte Effenberg hat ein verunglücktes Trainerabenteuer beim damaligen Zweitligisten SC Paderborn aus 2015 hinter sich, wurde dort nach vier chaotischen Monaten gefeuert und verdingte sich alsbald als TV-Experte. Er würde aber zum russischen Geldgeber, der kompromisslos nach oben will, passen. Zumal der KFC durchaus noch ein bisschen Öffentlichkeit gebrauchen kann, die so garantiert wäre: In Duisburg rennen die Fans dem KFC, der mit der Stadt um ein besseres Stadion in Krefeld ringt, nicht die Tribünen ein: Wenig über 3000 Fans kommen pro Spiel. kup/ste/anle

Kommentar: Warum nicht jeder die Entlassung von Stefan Krämer versteht

(kup/ste/anle)
Mehr von Westdeutsche Zeitung