Oberliga Auf den neuen Trainer des KFC Uerdingen Björn Joppe wartet viel Arbeit

Krefeld · Der neue Trainer des KFC Uerdingen legt los – die Aufgabenliste dürfte lang sein.

Björn Joppe hat am Montag seine Arbeit beim KFC Uerdingen aufgenommen. Am Samstag wird er das erste Mal an der Linie stehen.

Björn Joppe hat am Montag seine Arbeit beim KFC Uerdingen aufgenommen. Am Samstag wird er das erste Mal an der Linie stehen.

Foto: samla.de

Am Montag hat der neue KFC-Trainer Björn Joppe seine Arbeit aufgenommen. Und nach den Eindrücken der 90 Minuten gegen den MSV Düsseldorf und der verdienten 1:2-Niederlage am Sonntag dürfte die Aufgabenliste lang sein bei dem Mann, der am Dienstag 44 Jahre alt wird. Die Mannschaft gab ein denkbar schlechtes Bild ab. Die Stimmung im Umfeld ist gereizt, die Aufstiegshoffnungen kollidieren aktuell mit schwachen Leistungen und Punktverlusten. Die auf Rang drei abgerutschten Krefelder stehen in der Tabelle besser da, als sie aktuell sind. Die sportliche Lage ist ernst. Nach 20 von 40 Spielen liegt der KFC sieben Punkte hinter der Spitze. „Wir haben sehr viel Qualität und müssen auf uns schauen. Sieben Punkte sind nicht so viel“, sagte Joppe vor der Begegnung am Sonntag in Düsseldorf. Da auch der Tabellenführer SSVg Velbert verlor, bleibt der Abstand bestehen. Vor der Winterpause steht noch die Partie gegen den Cronenberger SC am Samstag im Wuppertaler Stadion am Zoo an.

Einzelgespräche und Fokussierung stehen auf dem Plan von Joppe

Am Montag versammelte der neue Trainer dann die Mannschaft erstmals um sich. „Ich werde nun viele Einzelgespräche führen. Vor dem letzten Spiel werde ich wahrscheinlich noch nicht viel verändern. Veränderungen tun auch manchmal nicht gut.“ Auch eine Leistungsdiagnostik will Björn Joppe ansetzen vor der Weihnachtspause, um sich ein Bild des Fitnesszustandes zu machen. Dann gilt es zumindest gegen Cronenberg noch einmal drei Punkte einzusammeln.

Joppe unterbrach im vergangenen Dezember seine Trainertätigkeit beim Regionalligisten Bonner SC, um die neugestaltete A-Lizenz zu machen, deren Prüfung er im September bestand. Er ist damit nun berechtigt, auch in der Herren-Regionalliga oder in der Zweiten Liga der Frauen als Cheftrainer zu arbeiten. Zuletzt beobachtete er die Oberligen Niederrhein und Westfalen. Die jüngsten drei Spiele des KFC sah er sich an. „Ich spüre den Tatendrang“, sagt Björn Joppe. Mit den Vereinsvorderen des KFC habe er gute Gespräche geführt: „Man hat ein großes Ziel. Dazu möchte ich meinen Teil beitragen.“ Der KFC sei ein „Traditionsverein mit großem Potenzial.“ Der Aufstieg soll das erklärte Ziel bleiben. „Daran werden wir nicht rütteln“, sagt Joppe. „Wir müssen jetzt auf uns schauen. Im März und April können wir dann sehen, wie es aussieht.“

Über den Wechsel an der Seitenlinie zeigte sich Patrick Schneider als Interimsmann und Sportlicher Leiter in Personalunion glücklich: „Meine Doppelfunktion war schon heftig“, sagte er am Sonntag. Vorerst also wird Schneider aus der ersten Reihe verschwinden, der in den zurückliegenden Wochen auch Kritik der Anhängerschaft auf sich gezogen hatte. Schmähungen musste er am Sonntag aus dem Fanblock über sich ergehen lassen. Einige halten ihn, der beim KFC unter Mikhail Ponomarev einst das Nachwuchsleistungszentrum aufbauen sollte, heute als Sportlichen Leiter bei den Senioren für ein Leichtgewicht mit zu wenig Expertise.

Nur Kapitän Leonel Kadiata stand nach der 1:2-Niederlage im Paul-Janes-Stadion Rede und Antwort. Sein Vortrag glich einer Generalkritik am gesamten Team, die den aktuellen Zustand der Mannschaft gut veranschaulicht: „Ich weiß nicht, was es ist. Wir kämpfen nicht, wir laufen nicht. Wir glauben, alles spielerisch lösen zu können“, kritisierte Kadiata. „Es ist einfach zu wenig. Wir müssen uns alle hinterfragen. So können wir nicht in die Rückrunde gehen. Es muss vielleicht mal richtig knallen.“ Offensiv habe er mehrere „Totalausfälle“ erlebt. „Wir müssen mutig sein, den Ball haben wollen. Sehr viel passiert hier aus Zufall. Dabei haben wir genügend Erfahrung auf dem Platz.“ Kadiata kam auch auf die Diskrepanz zwischen Trainings- und Spielleistungen zu sprechen. „Wir lamentieren unter der Woche. Am Wochenende zählt es.“

Was nun passieren müsse? „Wir müssen uns sammeln. Wir brauchen klare Strukturen und müssen sehen, wie wir Spieler vorne in Szene setzen können.“ Die Weihnachtspause dürfte für die Beteiligten beim KFC nicht so ruhig verlaufen wie erhofft. Björn Joppe ist als neuer Trainer gleich gefordert.

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