Basketball-Start: Düsseldorf Bascats vor ihrer schwierigsten Aufgabe

Basketball : Bascats stehen vor ihrer bislang schwierigsten Saison

Nach drei Jahren voller Erfolge könnten nun die ersten Rückschläge für die Basketballerinnen kommen.

Es gab eine Zeit, da war Düsseldorf das deutsche Zentrum für Frauen-Basketball. Von 1975 bis 1991 gewannen die DJK Agon 08 sowie die Spielgemeinschaft aus ART und TVG gemeinsam 14 Deutsche Meisterschaften. Danach wurde es stiller um die Korbjägerinnen vom Rhein, zwar waren da immer Vereine, die sich um den Frauenbasketball in der Stadt verdient machten, der ganz große Wurf wollte aber nicht mehr gelingen.

Seit drei Jahren gibt es nun wieder einen Klub, der zumindest Ambitionen hat. Zwar ist er noch weit entfernt von der ersten Liga und erst recht von einer Meisterschaft, aber die ersten Jahre lassen schon mal aufhorchen. 2016 gegründet, stiegen die Bascats Düsseldorf seitdem jedes Jahr auf: in die Landesliga, in die Oberliga und nun zuletzt in die Regionalliga. Ähnlich erfolgreich sieht die Arbeit im Jugendbereich aus: 2018 gewann die U 18 des neuen Vereins die Westdeutsche Meisterschaft.

Doch nun steht wohl die größte Herausforderung für die Bascats vor der Tür. Die am Wochenende beginnende Saison 2019/20 scheint anders zu werden. Schaffte das Team aus Derendorf in den vergangenen Jahren fast mühelos seine Aufstiege, geht es in der vierten Liga nun erstmalig darum, den Abstieg zu vermeiden. Zudem hat die Mannschaft nun erstmals einen großen Umbruch hinter sich: In Jill Stratton und Antoinette Miller mussten zwei Leistungsträgerinnen aufgrund der Ausländerregelung (nur eine Nichteuropäerin darf pro Spiel eingesetzt werden) die Mannschaft verlassen. Zudem gehen in Stephanie Thiel, Christin Bier und Selina Hülstrung drei weitere Stammkräfte nun in der zweiten und dritten Mannschaft auf Körbejagd.

Aufgerückt sind dafür drei U18-Talente: Luca Raschke, Hermine Zenk und Rebecca Vrabie. Für sie geht es aber erst mal darum, sich an das höhere Tempo der Regionalliga zu gewöhnen. Sean Lowe ist dennoch begeistert über die jungen Verstärkungen; „Es freut mich einfach sehr, dass die drei Mädels es in den Kader geschafft haben. Sie haben sehr viele Opfer gebracht und so viel Zeit in das Training investiert, dass sie es sich auch einfach verdient haben“ sagt der Co-Trainer.

Weitere Zugänge sind Tatiana Tenorio und Iva Banozic – ihres Zeichens gestandene Zweitligaspielerinnen in den vergangenen Jahren. Iva Banozic spielte zuletzt in Ludwigsburg und ist trotz ihrer erst 20 Jahre eine echte Verstärkung auf der Aufbau-Position. Tatiana Tenorio sorgte in der Vorsaison bei den Bergischen Löwen mit 13,4 Punkten im Schnitt für Aufsehen. Ebenfalls neu sind Yvette Adriaans, Paula Cürten und Kirsten Rottmann.

Ob das nicht zu viel Veränderung ist? „Wir haben wirklich einen großen Umbruch in dieser Saison hinter uns“, gibt Lowe zu, spricht aber von einem „guten Mix aus neuen und alten Kräften“. Jetzt freue er sich zu sehen, „ob wir mit dieser Truppe in der Regionalliga bestehen können“, sagt Lowe, der weiterhin auf Kita Waller, Centa Herrmann, Sabrina Schmitt und Jenny Rasch vertrauen kann.

Cheftrainer Omar Collington startete bereits vor vier Wochen in die Vorbereitung und konnte mit seiner Mannschaft im Verbandspokal den ersten Sieg eingefahren: Gegen den Oberligisten BG Bonn hieß es nach einem einseitigen Spiel 64:28. Trotz des Kantersieges wartet noch jede Menge Arbeit auf die Mannschaft. Die Zukunft wird zeigen, ob die für den Klassenerhalt reicht. Der erste Test wartet am Sonntag (14 Uhr) beim TSVE Bielefeld. Da dürfte eins recht schnell klar werden: Die Zeiten, in denen die Bascats problemlos durch die Ligen flogen, sind vorbei.

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