Interview : „Wir sind als Band gut durch die Corona-Krise gekommen“

Seit gut fünf Jahren gibt es inzwischen Giant Rooks. Die NRW-Band gilt als einer der vielversprechendsten Musiknewcomer in Deutschland. So gab es für die Musiker aus Hamm bereits bei der 1 Live-Krone bereits den Förderpreis.

Bislang haben Giant Rooks drei EPs veröffentlicht und mehr als 350 Shows gespielt. Auch große Venues wie die Colombiahalle waren ausverkauft. Jetzt ist die Band mit ihrem Debütalbum „Rookery“ an den Start gegangen. Der Song „Watershed“ hat es bereits unter die Top 20 der deutschen Radiocharts geschafft.

Am 13. Mai ist ein Konzert im Kölner Palladium an der Schanzenstraße geplant. In der vergangenen Woche waren Giant Rooks in Köln zu Gast. Unsere Zeitung hat mit Sänger Frederik Rabe und Gitarrist Finn Schwieters gesprochen.

Drei EPs, 350 Konzerte und jetzt das Debütalbum. Wie fühlt sich das für Sie an?

Frederik Rabe: Das Album ist jetzt seit einer Woche draußen und es fühlt sich für uns alles etwas surreal an. Wir waren die ganze Zeit unterwegs und hatten noch keine Zeit, das Ganze auf uns wirken zu lassen. Die Band gibt es jetzt seit fünf Jahren und zweieinhalb Jahre haben wir in unser Debüt investiert. Das war unser großes Ziel. Nach der Veröffentlichung sind wir jetzt total glücklich und zufrieden.

Wie schwer ist es, mit einem Debütalbum in Zeiten von Corona an den Start zu gehen?

Finn Schwieters: Für uns ist das eine megaaufregende Zeit. Wer hat schon in einer Pandemie ein Debüt veröffentlicht, da gibt es keinerlei Erfahrungswerte. Eigentlich wären wir jetzt von April bis Juli nonstop auf Tour gewesen. Es waren Konzerte in ganz Europa und auch in den USA geplant. Dazu wäre auch die große Deutschlandtour gekommen. Das ist durch Corona alles weggefallen. Die Aufnahmen hatten wir schon vor dem Lockdown beendet. Während des Lockdowns haben wir die Zeit genutzt, um noch einige Details wie dem Artwork zu arbeiten. Das war gut für uns, da wir so nicht vor dem Nichts standen. Es gab ein großes Ziel und für das haben wir gearbeitet. So sind wir als Band gut durch die Krise gekommen.

Wie entstehen bei Giant Rooks die neuen Songs?

Schwieters: Meistens kommt Fred mit einer Idee oder einer Skizze in den Proberaum und dann beginnen wir als Band gemeinsam am Arrangement des Songs zu arbeiten. Dieses Mal haben wir dort schon die ersten Demos aufgenommen. Bei den EPs wurden die Stücke direkt für die Bühne geschrieben. Jetzt haben wir den Produktionsprozess umgekehrt. Welcher Weg der richtige ist, kann man nicht sagen. Jeder neue Song bringt eine neue Herausforderung mit sich. Aber wenn wir fünf uns alle für eine Idee begeistern können, ist eine gewisse Magie im Raum. Dann kann es auch sehr schnell gehen und ein Song wie „Watershed“ ist dann binnen einer Woche fertig.

Im kommenden Jahr geht es nun endlich auf Tour.

Rabe: Wir mussten wegen Corona umplanen und alle Konzerte auf das kommende Jahr verlegen. Jetzt drücken wir die Daumen, dass die Auftritte dann auch stattfinden können. Jetzt stehen für uns noch Termine wie TV-Shows. Außerdem haben wir schon wieder richtig Lust, neue Songs zu schreiben.

Teile der Band haben sich in Hamm im Gymnasium getroffen, trotzdem sind Giants Rooks nicht als Schulband gestartet.

Schwieters: Fred und ich sind Cousins. Wir haben unsere erste Punkrockband mit acht oder neun Jahren gegründet. Beim Projekt, aus dem Giant Rooks entstanden ist, waren wir etwa 15 und deshalb auch noch in der Schule. Dort haben wir auch unseren Keyboarder Jonathan Wischniowski und den Schlagzeuger Finn Thomas kennengelernt. Unser Bassist Luca Göttner kam über unseren Freundeskreis später hinzu. Dass das Ganze zu Schulzeiten passiert ist, lag einfach daran, dass wir damals noch so jung waren. Eine klassische Schulband waren wir aber nie.

Welche Rolle haben die Preise gespielt, die Sie bislang bekommen haben?

Rabe: Die Preise haben uns gutgetan und sie haben dafür gesorgt, dass uns mehr Leute wahrgenommen haben. Wir sind dankbar dafür, bilden uns aber nichts auf die Preise an. Das war auch nicht unser primäres Ziel.

Was können die Fans vom Auftritt in Köln erwarten?

Schwieters: Live auf der Bühne zu stehen, hat für uns eine sehr große Bedeutung. Wir wollen jetzt unbedingt unser neues Album live spielen, dafür haben wir ja die Songs auch geschrieben. Wir hoffen nach der langen Konzertabstinenz, dass die Auftritte bei uns und beim Publikum viel Euphorie auslösen werden.

Welche Beziehung haben Sie zu Köln?

Rabe: Wir kommen alle aus Hamm und sind oft zu Konzerten nach Köln gefahren. Da waren wir in großen Hallen wie dem Palladium, wo wir jetzt auftreten werden. Dazu kamen Orte wie das E-Werk, der Tanzbrunnen oder der Club Bahnhof Ehrenfeld. Von diesen Ausflügen kannten wir Köln. Die Songs für die Eps und auch Teile des Debütalbums haben wir außerdem bei unserem Produzenten in Köln aufgenommen.