Beister: Erst Bergwanderung, dann neuer Vertrag

KFC Uerdingen : Beister: Erst Bergwanderung, dann neuer Vertrag

Der 28-Jährige erhält beim Ligakonkurrenten des Drittligisten einen Zweijahresvertrag.

Als die Fußballer des KFC Uerdingen nach ihrer Rückkehr aus Österreich am Donnerstag das Training in der Grotenburg wieder aufnahmen, war einer ihrer Besten schon nicht mehr dabei. Maximilian Beister hatte dagegen schon am frühen Morgen eine Wanderung durch die Südtiroler Berge unternommen. Im Kreise seiner neuen Mannschaftskollegen des FC Ingolstadt, wie der „Donaukurier“, berichtete. Den obligatorischen Medizintest hatte er am Mittwoch bereits in München bestanden. Am Donnerstagnachmittag, just als die Krefelder auf den Rasen der Grotenburg traten, absolvierte Beister parallel erste individuelle Einheiten bei den „Schanzern“.

Der FC Ingolstadt erklärte zu dieser Zeit den Wechsel für perfekt. Über die Details haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart. Dem Vernehmen nach aber kassiert der KFC etwa 200 000 Euro an Ablösesumme, weil Beisters Arbeitspapier noch bis 2020 gültig war.

Vor 13 Monaten feierte Beister den Aufstieg in Liga drei

13 Monate ist das wohl bekannteste Bild Beisters in seiner Zeit beim KFC alt. Es zeigt ihn in Unterwäsche auf dem Zaun vor den jubelnden Fans im Mannheimer Carl-Benz-Stadion. Just dort, wo die Krefelder vor einem Jahr ihren Aufstieg in die 3.Liga feierten. Ein Erfolg, der so ohne den treffsicheren Beister in der Regionalliga-Rückrunde wohl nicht möglich gewesen wäre. Der heute 28-Jährige war einer der besten Männer der Rückrunde gewesen. Zusammen mit Lucas Musculus schoss er den KFC zum Erfolg. In der Drittliga-Saison jedoch fiel er in ein Formtief, fand erst im November zu seiner Stärke zurück, als er mehr und mehr als Rechtsaußen reüssierte. Beister war ein Offensivspieler für besondere Momente. Mit seinem starken linken Fuß zog er einige Male in die Mitte, riss Lücken. Mit raffinierten Ideen und seiner Abschlussstärke avancierte er zum besten Uerdinger Angreifer der vergangenen Saison mit elf Treffern. Zehnmal erzielte er das wichtige 1:0. Insgesamt kommt Beister in Krefeld auf 51 Einsätze und 24 Tore. Im Januar 2018 hatte der KFC den Offensivmann aus einer Schaffenspause geholt.

René Vollath dreht abseits
der Mannschaft seine Runden

Im vergangenen Mai ließ sich der 28-Jährige, der als Querdenker im Profifußball gilt und in der Vergangenheit auch mal mit dem Fußballgeschäft fremdelte, am Meniskus operieren, verpasste damit auch das Pokalfinale gegen den Wuppertaler SV, was bei manchem den Verdacht aufkommen ließ, er wolle sich für eine neue Aufgabe fitmachen.

Nach Beisters Abschied verbleiben nur noch zwei Aufstiegshelden von 2018 im Kader: Alexander Bittroff und Christian Dorda. Torwart René Vollath hat keine sportliche Zukunft mehr beim KFC Uerdingen. Er drehte am Donnerstag einsam seine Runden, während andere um ihn herum trainierten – und Beister in den Bergen Südtirols die Schuhe schnürte.

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