KFC: Was steckt hinter dem Abgang von Maximilian Beister?

KFC Uerdingen : KFC: Was steckt hinter dem Beister-Abgang?

Der Wechsel des KFC-Stürmers nach Ingolstadt soll bald verkündet werden. Geht Beister, braucht Trainer Heiko Vogel Alternativen.

Wenn der KFC Uerdingen am kommenden Dienstag zum offiziellen Fototermin in die Grotenburg lädt, wird ein bekanntes Gesicht fehlen. Maximilian Beister hat sich für einen Wechsel zum Ligakonkurrenten FC Ingolstadt entschieden und dürfte damit für Kopfzerbrechen bei seinem Trainer Heiko Vogel sorgen. Denn Beister war als fester Bestandteil der Mannschaft, als Säule des Teams eingeplant. Unabhängig von den sportlichen Qualitäten des ehemaligen Bundesligaspielers, war Beister auch ein Akteur, der auch neben dem Platz voran ging. Auch bei der Anhängerschaft wird der Abgang des beim Publikum sehr beliebten Rechtsfußes bedauert.

Eine Knie-OP verhinderte
den Einsatz im Pokalfinale

Die rechte Offensivseite, sie wurde seit der Winterpause 2018 von Beister beim KFC beackert. Mit Erfolg. Kein Offensivspieler der Blau-Roten war in der vergangenen Saison erfolgreicher als der gebürtige Göttinger. Elf Tore und drei Vorlagen in Liga drei, ein Tor und zwei Vorlagen in den Partien des Niederrheinpokals. Der KFC verliert mit Beister einen verlässlichen Stürmer. In der Vorbereitung lief der Ex-Bundesligaakteur in drei Partien von Beginn auf, gegen Antwerpen sogar als Kapitän. Heiko Vogel plante fest mit dem 28-Jährigen, der mit seiner Erfahrung die Mannschaft mit anführen sollte.

Doch warum will ein Spieler, der sich bei einem Verein augenscheinlich wohl und wertgeschätzt fühlt, diesen überhaupt verlassen? Vogel vertraute dem 28-Jährigen, der sich bis zuletzt in einer starken Frühform zeigte. Und dennoch soll Beister für einen Wechsel zum FC Ingolstadt sogar Gehaltseinbußen in Kauf nehmen. Der Abgang wirft Fragen auf. Offiziell sprechen will beim KFC keiner über den bevorstehenden Wechsel. Trainer Heiko Vogel sagt lediglich: „Sollte Maxi Beister uns verlassen, müssen wir das akzeptieren. Wir haben in der Offensive aber genug Möglichkeiten.“

Seinen besten Offensivspieler zu einem direkten Aufstiegskonkurrenten ziehen lassen zu müssen, dürfte wohl jeden Trainer der Welt schlecht schmecken. Vogel nimmt es sportlich: „So ist das Geschäft.“

Bemühungen, Beister von seinen Wechselabsichten abzubringen, gab es wohl von Vereinsseite. Das Problem scheint aber auch hausgemacht. Aus dem Umfeld des Spielers war zu erfahren, dass es Differenzen zwischen der Vereinsführung und dem 28-Jährigen gegeben haben soll, nachdem dieser sich Ende der vergangenen Saison einer Operation am Knie unterzogen hatte und deshalb auch das Pokalfinale gegen den Wuppertaler SV verpasste. Inwieweit sich bis in die neue Spielzeit durchgeschlagen haben, wollten beide Seiten am Mittwoch nicht kommentieren. Fakt ist: Der FC Ingolstadt bekommt für eine relativ geringe Summe – Beisters Ausstiegsklausel soll rund 200 000 Euro betragen – einen absoluten Topspieler für die 3. Liga.

Evina oder Rühle könnten
die Beister-Rolle übernehmen

Ein Verlust, der schwer wiegt. Die möglichen Alternativen sind aber da. Franck Evina, der bislang in der Vorbereitung vor allem in der Sturmspitze zum Einsatz kam und dabei überzeugende Auftritte mit zwei Toren in den drei Partien gegen Oleksandria, Antwerpen und Donezk hinlegte, fühlt sich auf dem rechten Flügel ebenfalls zuhause.

Athletisch und durchsetzungsstark präsentierte sich in der Vorbereitung bislang auch Tobias Rühle. „Er macht es bislang richtig gut“, sagt Vogel. Rühles Vorteil neben der physischen Konstitution: Seine Erfahrung. 253 Partien hat der 28-Jährige bereits in der 3. Liga absolviert. Seine Quote ist aber verbesserungswürdig. 19 Tore und 35 Vorlagen stehen für den Rechtsfuß zu Buche. Erfahrung hat auch Stefan Aigner, der schon zu Frankfurter Zeiten über den rechten Flügel agierte. Dahinter sind auch die Youngster Patrick Pflücke und Christian Kinsombi Optionen. Kommt der Beister-Wechsel zu Stande scheint es derzeit nicht ausgeschlossen, dass der KFC auf dem Transfermarkt noch mal zuschlägt. Denn mit Adriano Grimaldi wird eine weitere wichtige Stütze im Sturm noch wochenlang fehlen. Frühestens Mitte August dürfte der Mittelstürmer wieder einsatzbar sein.

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