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Smarte Finanzplanung – die richtige Kreditentscheidung treffen

Finanzen : Smarte Finanzplanung – die richtige Kreditentscheidung treffen

Im Leben gibt es immer wieder Situationen, in denen der Geldbedarf größer ist als das vorhandene Budget. Manchmal sind es große Wünsche, wie das eigene Haus, ein neues Auto oder der neue Fernseher. Aber auch in Notfällen, wenn beispielsweise die Heizung kaputt gegangen ist, kann das Eigenbudget knapp werden. Wenn das vorhandene Budget nicht ausreicht, kann ein Kredit bei der Bank die Lösung sein.

Einen Kreditvertrag zu unterschreiben, bringt nicht nur das gewünschte Geld für die geplante Investition. Ein Kreditvertrag bedeutet auch finanzielle Verantwortung. Schließlich will der Kreditgeber sein Geld und die vereinbarten Zinsen zurückhaben. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, die eigene Finanzsituation zu kennen und richtig einzuschätzen. Wie hoch ist das monatliche Gesamteinkommen? Wie viel Geld ist für den Lebensunterhalt notwendig? Wie viel Geld geht jeden Monat für Luxus und Freizeitvergnügen drauf? Ist das Girokonto ständig überzogen? Diese und andere Fragen sind zwingend im Vorfeld zu beantworten.

Welche monatliche Belastung ist noch tragbar?

Ein Kredit ist nur dann eine Hilfe, die gewünschten oder notwendigen Ziele zu erreichen, wenn er die finanzielle Situation nicht noch weiter verschärft. Das bedeutet, der Kreditnehmer muss in der Lage sein, die monatliche Rate problemlos aufzubringen. Ein Kredit ist in der Regel eine finanzielle Verpflichtung für mehrere Jahre. In dieser Zeit können erwartete Einnahmen plötzlich ausbleiben oder ungeplante Ausgaben auftreten. Damit gewährleistet ist, dass eine kleine Veränderung in der finanziellen Situation nicht sofort zu einem Desaster führt, ist es wichtig, über die eigenen Finanzen Bescheid zu wissen. Ein Haushaltsplan, in dem sehr detailliert alle Ausgaben und Einnahmen festgehalten sind, verschafft hier den notwendigen Überblick über das verfügbare Einkommen. Dieser Wert ist ein wichtiger Anhaltspunkt für den neuen Kredit, denn er begrenzt die monatliche Belastung, die zusätzlich tragbar ist.

Wer regelmäßig ein Haushaltsbuch führt, hat mehr Überblick über seine Einnahmen und Ausgaben. Foto: Pixabay/geralt (CC0 Public Domain)

Die Laufzeit bestimmen

Die Laufzeit des Kredits ist von zwei Faktoren abhängig: Kredithöhe und Ratenhöhe. Wer bereit ist, relativ lange Zeit auf einen bestimmten Teil des verfügbaren Einkommens zu verzichten, kann einen höheren Kredit aufnehmen. Soll die Laufzeit nur kurz sein, fällt der Kredit geringer aus, denn die Ratenhöhe ist durch das verfügbare Einkommen beschränkt. Um jetzt den passenden Kredit zu finden, können Kreditvergleiche im Internet sehr hilfreich sein. Denn die Auswahl des passenden Anbieters und des entsprechenden Kredits ist eine Entscheidung, die wohlüberlegt sein will. Schnellschüsse können über die Jahre sehr viel Geld kosten.

Was fließt in den Haushaltsplan ein?

Der erste Teil der Haushaltsplanung sind die Einnahmen. Dazu gehören:

  • Nettogehalt
  • Elterngeld
  • Kindergeld
  • Rentenzahlungen
  • empfangene Unterhaltsleistungen
  • Mieteinnahmen
  • Dividenden
  • Zinseinnahmen
  • sonstige Einkünfte

Der zweite Teil listet die Ausgaben auf:

  • Miete
  • Mietnebenkosten
  • Versicherungen
  • Kreditraten
  • realistisch geschätzte Lebenshaltungskosten
  • realistisch eingeschätzte Ausgaben für Freizeitaktivitäten

Kosten, die nur alle paar Monate oder einmal im Jahr auftreten, wie Kfz-Steuer oder Versicherungsprämien, sollten auf einen Monat umgelegt werden.

Jetzt sind nur noch die Gesamtausgaben von den Gesamteinnahmen abzuziehen. Das Ergebnis ist das verfügbare Einkommen. Dieser Betrag verleiht etwas finanziellen Spielraum, beispielsweise zum Sparen, als Puffer für unvorhersehbare Ereignisse oder für die Rückzahlung eines Ratenkredits.

Den Kreditantrag stellen

Wenn der Anbieter ausgewählt ist, muss der Kunde zunächst einen Kreditantrag stellen. Kreditgeber prüfen dann zunächst verschiedene Kennzahlen. Dabei ist das Scoring sehr wichtig. Mithilfe des Scorings bewerten Kreditinstitute die Kreditwürdigkeit ihrer Kunden. Das ist ein statistisch-mathematisches Verfahren, das auf einem Punktesystem basiert. Dazu muss der Kunde einige Fragen beantworten. Für jede Antwort gibt es eine bestimmte Punktzahl. Die Gesamtpunktzahl hilft der Bank zu bewerten, wie wahrscheinlich es ist, dass der Kreditnehmer den Kredit pünktlich zurückzahlt. Dabei spielt es beispielsweise eine Rolle, ob der Interessent in Miete wohnt oder in der eigenen Immobilie oder wie das Zahlungsverhalten in der Vergangenheit war. Auch ist es wichtig, wie lange der Interessent schon am selben Wohnort wohnt oder beim selben Arbeitgeber beschäftigt ist.

Welche Funktion erfüllt dabei die SCHUFA?

Die SCHUFA ist eine Wirtschaftsauskunftei, die Daten sammelt über Bankkunden und deren Verhalten im Zusammenhang mit Konten, Kreditkarten, Krediten oder beispielsweise auch Mobilfunkverträgen. Die Bank holt sich vor der Kreditvergabe auf jeden Fall eine SCHUFA-Auskunft ein. Verbraucher, die wissen wollen, was in ihrer SCHUFA-Auskunft drinsteht, haben die Möglichkeit, eine Eigenauskunft zu beantragen. Das ist einfach und kostenlos über das Internet möglich.

Tipps für einen guten Score-Wert

Der persönliche Score-Wert ist von verschiedenen Faktoren abhängig, die jeder selbst positiv beeinflussen kann.

  • Angaben zur finanziellen Situation und den persönlichen Verhältnissen aktuell und korrekt halten
  • den Dispositionskredit bei der Bank nicht jeden Monat ausschöpfen
  • die Kreditkarte nicht ständig überziehen
  • Ratenzahlungs- und Kreditverpflichtungen einhalten
  • Rechnungen pünktlich bezahlen
  • Schulden und Einkommen in einem ausgewogenen Verhältnis halten
Unvorhergesehene Ereignisse können finanzielle Krisen zur Folge haben. Foto: pixabay/stevepb (CC0 Public Domain)

Finanzielle Krisen meistern – Überschuldung vermeiden

Manchmal ist es nicht zu vermeiden – die finanzielle Situation läuft aus dem Ruder, weil sich die persönliche Situation drastisch und plötzlich verändert. Das kann durch eine längere Krankheit geschehen oder auch durch Arbeitslosigkeit, Trennung, Scheidung oder Verlust des Partners.

Solche Zeiten sind physisch und auch emotional sehr belastend, die Betroffenen sind leicht überfordert und haben den Kopf einfach nicht frei, sich auch noch um die Geldangelegenheiten zu kümmern. Das ist verständlich, auf der einen Seite. Doch insbesondere in sehr belastenden Situationen, die starke Auswirkungen auf das Einkommen haben, ist es wichtig, einen klaren Kopf zu behalten. Es ist auch keine Schande, jemanden um Rat und Hilfe zu fragen.

Durch entsprechende Vorsorge lassen sich die finanziellen Folgen vieler Ereignisse zumindest mildern, beispielsweise durch geeignete Versicherungen. Dennoch ist es wahrscheinlich notwendig, den eigenen Lebensstil, zumindest für eine gewisse Zeit, der neuen Situation anzupassen.