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Corona-Nachwehen – Softwarehersteller als Rückrat der Wirtschaft?

Hohes Wachstumspotenzial : Corona-Nachwehen – Softwarehersteller als Rückrat der Wirtschaft?

Die Corona-Krise hat Erkenntnisse geliefert, wie krisengefestigt und anpassungsfähig bestimmte Geschäftsmodelle der Unternehmen sind. Softwarehersteller haben auf dem bisherigen Höhepunkt der Krise im März zwar Verluste erlitten, aber danach außerordentlich hohe Zugewinne erzielt.

Die Frage, ob Softwarehersteller das Rückgrat der Wirtschaft sind, ist insbesondere angesichts der hohen Gewinne bei Softwarehersteller SAP und anderen Tech-Unternehmen berechtigt. Softwarehersteller bringen Qualitäten mit, die in der aktuellen Situation von Vorteil sind. Aufgrund der entfallenden lokalen Niederlassungen sowie Fabriken wären neuerliche Beschränkungen kein Problem, Mitarbeiter könnten vom Homeoffice aus arbeiten. Allerdings ließ sich beobachten, dass zu Beginn der Krise auch die Aktien der Softwarehersteller immense Verluste verzeichneten. Phänomene wie die Marktstimmung wirkten sich negativ auf die Kursverläufe an den Börsen aus. Die anschließenden Zugewinne glichen dies aus und ließen die Softwarehersteller insgesamt als Gewinner der Corona-Krise hervorgehen.

Zunächst auch die Tech-Branchen betroffen

Im Zuge der Corona-Krise waren bis auf die Pharma- und Medizintechnikbranche zunächst sämtliche Branchen von Verlusten betroffen. Es traf auch die Softwarehersteller und Online-Händler. Ebenso mussten die Spiele- und Unterhaltungsanbieter in den ersten Tagen bis Wochen der Corona-Krise Verluste hinnehmen. Gewinnwarnungen und Umsatzeinbußen wurden branchenübergreifend ausgegeben. Dies war insofern verwunderlich, als dass die Geschäftszahlen von Online-Unternehmen durch die Corona-Krise eigentlich nicht zurückgehen dürften. Gemäß der Annahme, Personen würden aufgrund der Beschränkungen und ausbleibenden Möglichkeiten zum Freizeitvertreib die Angebote des Internets verstärkt in Anspruch nehmen, hätten die Kurse der Software- und sonstigen Tech-Unternehmen zunehmen müssen. Aber dieser Effekt blieb aus.

Die Bedeutung der Marktstimmung

Das Phänomen, das sogar die Kurse von Amazon und Deutschlands Software-Gigant SAP einstürzen ließ, wird Marktstimmung genannt. Aufgrund der allgemeinen Marktstimmung ist es möglich, dass es in den Kursen einzelner Unternehmen, Branchen oder kompletter Indizes zu unerklärlichen Verlusten, Gewinnen oder generell Schwankungen kommt. Genau dies geschah im März in Branchen, die von der Corona-Krise eigentlich nicht stark betroffen waren oder profitierten: Die Aktie der Evotec SE verbuchte im Vergleich zu Beginn des Jahres in der Corona-Hochphase Anfang bis Mitte März bis zu 30 % Wertverlust; verwunderlich, wenn man bedenkt, dass es sich um einen mit Pharmaunternehmen zusammenarbeitenden Wirkstoffhersteller aus dem medizinischen Bereich handelt. Unternehmen mit diesem Profil sind potenzielle Profiteure der Corona-Krise.

Die Marktstimmung trug dazu bei, dass Anleger teils in Panik verfielen, teils die vorübergehenden Verluste minimieren wollten. Dementsprechend wurden die Wertpapiere zu möglichst hohen Erlösen verkauft. Da das Angebot hoch war, sanken die Preise für die Wertpapiere. So war ein zwischendurch fatales Bild in allen Bereichen der Wirtschaft vorhanden.

Rationale Entwicklungen und Entscheidungen

Nach der Anfangspanik auf dem Aktienmarkt traten in den Folgewochen die erwarteten Entwicklungen ein. Pharmaunternehmen rehabilitierten sich zuerst. Es folgten der Online-Handel und Online-Unterhaltungssektor sowie Tech-Unternehmen, worunter die Softwarehersteller fallen. Die Kurse der genannten Unternehmen stiegen, die Indizes der Branchen erholten sich und verzeichneten Zugewinne. Besonders deutlich wird dies am TecDAX, dem Ende Juli zu seinem Allzeithoch aus dem Februar nur noch 7 % fehlen – nach zuvor fast 40 % Verlust durch den Corona-Beginn im März. Der Nasdaq in den USA als Index für Tech-Unternehmen befindet sich trotz eines desolaten Krisenmanagements der nationalen Regierung mit Infektionsrekorden auf einem neuen Allzeithoch. Der Nasdaq-Index schließt auch Softwarehersteller ein.

Ebenfalls schnell verzeichneten Unternehmen wieder Zugewinne, die ein anpassungsfähiges Geschäftsmodell haben. Ein gutes Beispiel hierfür ist der Luxus-Konzern LVMH, der unter der Führung des CEOs Bernard Arnault einen schnellen Umstieg auf die Corona-Wirtschaft vollzog: Das Tochterunternehmen Dior produzierte Desinfektionsmittel anstelle von Parfums, bei der Tochter Louis Vuitton wurden Schutzmasken statt Luxus-Handtaschen geschneidert.

Nachdem sich der Markt beruhigt hatte, traten die erwarteten Entwicklungen ein. Branchen wie Tech und Pharma waren teilweise Gewinner der Corona-Krise, teilweise erlitten sie nur geringe wirtschaftliche Schäden. Die Softwarehersteller waren eine der Mikro-Branchen mit den größten Profiten. Auch kleinere Software-Anbieter wie Datev verzeichneten gesteigerte Umsätze und Gewinne.

Auf die Marktstimmung folgten rationale Entwicklungen, weswegen die Tech-Branche allmählich auf das Niveau von vor der Corona-Krise kommt. Foto: Pixabay.com/geralt

Softwarehersteller sind für die technische Basis verantwortlich

Wieso mitunter die Softwarehersteller den Rückrat der Wirtschaft bilden, lässt sich anhand dreier Aspekte ausführen:

  • branchenbezogene Relevanz
  • Krisenfestigkeit
  • Skalierbarkeit

Softwarehersteller sind in ihrer Branche die relevantesten Akteure. Sämtliche Technikunternehmen sind auf Software angewiesen, um ihr Geschäft durchzuführen. Softwarehersteller liefern die hierzu benötigten Anwendungen. Es beginnt bei Antivirusprogrammen, geht über Anwendungen zur Optimierung und Automatisierung der Arbeitsprozesse und reicht bis zu innovativen Ansätzen auf KI-Basis (auf Künstlicher Intelligenz basierend) sowie der Virtuellen Realität (VR) und Erweiterten Realität (AR). Programme, die für die Digitalisierung von Unternehmen essenziell sind, werden von Softwareherstellern programmiert. In einigen Branchen sind die Softwarehersteller ein entscheidendes Kriterium für den Erfolg. Ein Beispiel für solche Wirtschaftszweige ist die Online-Casino-Branche: Die Online-Casinos nutzen Software von Entwicklern. Beliebte Entwickler, wie z. B. Play N Go, sind ein Kriterium dafür, die Casinos mit entsprechender Software, zu nutzen. Ein Verzeichnis der Play N Go Casinos findet sich auf www.onlinecasinosdeutschland.de. Software ist ein essenzieller Qualitätsfaktor für professionelle Glücksspieler.

Neben der branchenbezogenen Relevanz weisen Softwarehersteller eine gewisse Krisenfestigkeit auf. Wie bereits erläutert wurde, wird in einem panischen Markt aufgrund der allgemeinen Marktstimmung zunächst auch die Softwarehersteller ein Wertverlust ereilen. Aber im Anschluss an die Reaktion des Marktes darf mit schnellen Zugewinnen gerechnet werden, weil Softwarehersteller den Großteil an Mitarbeitern ins Homeoffice schicken können. Des Weiteren müssen keine umfassenden Fabriken unterhalten werden. So sinken die laufenden Kosten, die Flexibilität in der Ausgestaltung der Arbeit ist hoch.

Softwarehersteller sind eventuellen Kursschwankungen sowie Verlusten zum Trotz als Rückrat der Wirtschaft anzusehen, weil sie in ihrer Branche relevant sind und ein hohes Wachstumspotenzial haben. Foto: Pixabay.com/StruffelProductions

Zuletzt zählt die Skalierbarkeit als ein wesentlicher Faktor: Ist die Nachfrage hoch, dann können Softwarehersteller ihr Angebot beliebig erweitern. Durch die Generierung neuer Lizenzschlüssel werden weitere Produkte verfügbar. Es müssen keine physischen Waren hergestellt werden. Die Skalierbarkeit trägt zu einem hohen Wachstumspotenzial bei. Überzeugende Wachstumsquoten für Anleger und eine positive Wirkung auf die gesamte Wirtschaft sind bei Softwareherstellern somit wahrscheinlich. Insbesondere im Angesicht der aktuellen digitalen Transformation kommt Softwareherstellern wirtschaftlich eine führende Rolle zu.