Ratgeber Festgeld: Ja oder nein? Diese Faktoren sollten Sie kennen

Wer sich auf der Suche nach einer Möglichkeit befindet, sein Geld anzulegen, wird mit vielen verschiedenen Möglichkeiten konfrontiert. Unter anderem erfreut sich das Festgeld nach wie vor einer besonderen Beliebtheit.

Festgeld: Wichtige Details rund um die Anlage
Foto: pixabay.com/nattanan23

Obwohl zahlreiche Menschen diese Option – möglicherweise aufgrund der Bezeichnung –mit einem Mangel an Flexibilität verbinden, gibt es definitiv einige Punkte, die dafürsprechen, das Festgeld nicht von vornherein auszuschließen.

Die folgenden Abschnitte setzen sich etwas genauer mit diesem Thema auseinander und helfen so möglicherweise dabei, eine Anlagelösung zu finden, die ideal zum persönlichen Geschmack und zur individuellen Lebenssituation passt.

Immer die aktuellen Zinsen berücksichtigen

Wer vor der Entscheidung „Festgeld oder nicht?“ steht, sollte im ersten Schritt immer aktuelle Festgeldzinsen überprüfen. Sind diese vergleichsweise hoch, erweist sich eine Anlage natürlich als besonders lukrativ. In der Regel sind die Festgeldzinsen attraktiver, als es zum Beispiel auf dem Girokonto der Fall ist.

Diejenigen, die sich dementsprechend dazu entschließen, ihr Geld fest anzulegen, profitieren über den jeweils angegebenen Zeitraum von der entsprechenden Zinshöhe. Auch aufgrund der Einlagensicherung, die gesetzlich auf 100.000 Euro festgelegt wurde, nehmen viele Interessenten die Festgeldoption gern für sich in Anspruch.

Festgeld: Wichtige Details rund um die Anlage
Foto: creditplus.de.

Warum sollte das Geld auf einem „normalen Konto“ liegen, wenn es sich anderswo auf derart unkomplizierte Weise vermehren lässt? Inwieweit es sich lohnt, auf die Vorteile eines Festgeldkontos zu setzen, ist somit vor allem von den Zinsen abhängig. Hier sind natürlich diejenigen im Vorteil, die dazu in der Lage sind, Ruhe zu bewahren und gegebenenfalls ein paar Monate länger warten können, bis sie sich final entscheiden.

Wie finden Anleger heraus, wie hoch die Zinsen sind, die ein Anbieter gewährt?

Hier geht jeder Anbieter anders vor. Dies bezieht sich unter anderem auf die Frage, wie oft sich die Zinshöhe verändert. Manche Banken verändern die Höhe ihrer Zinsen fast jeden Tag. Andere gehen hier etwas kontinuierlicher vor.

Wer Interesse an einem möglichst unkomplizierten Vergleich hat, sollte sich im Internet auf die Suche nach den jeweiligen Rahmenbedingungen begeben. Somit ist es ganz einfach möglich, die verschiedenen Konditionen einander gegenüberzustellen.

Ebenso wie mit Hinblick auf einen Vergleich unterschiedlicher Strom- und Gasanbieter gilt auch in Bezug auf das Festgeld: Wer bares Geld sparen (oder von höheren Zinsen profitieren) möchte, sollte sich ein wenig Zeit für die Recherche nehmen.

Festgeld gilt als sicher – und ist dementsprechend für Anleger besonders attraktiv

Diejenigen, die sich für eine Geldanlage interessieren, die optimal zu ihren Bedürfnissen passt, legen in der Regel zudem viel Wert auf die gebotene Sicherheit. Aber wie sicher ist es eigentlich, Festgeld anzulegen? Grundsätzlich ist das Guthaben (Tages- und Festgeld) bis zu 100.000 Euro pro Bank und Kunde über die gesetzliche Einlagensicherung abgedeckt.

Manche Anbieter erweitern den Schutz für ihre Anleger zusätzlich. Daher ist es hier ebenso wichtig, genau hinzuschauen.

Lohnt sich ein Festgeldkonto immer?

So umfassend die Vorteile sind, die ein Festgeldkonto bietet: Ein Blick auf den finanziellen Alltag vieler Menschen zeigt, dass es sich nicht immer lohnt, ein solches Konto zu eröffnen.

Wer viel Wert auf Sicherheit legt, hat hier definitiv eine brauchbare Lösung gefunden. Immerhin können die Anleger hier von festen Zinsen über einen bestimmten Zeitraum profitieren. Diese sind meist höher als bei anderen Konten und dementsprechend zusätzlich attraktiv.

Es gilt jedoch, im Hinterkopf zu behalten, dass die Anleger, die sich für das Festgeldkonto entscheiden, während der Laufzeit keine Möglichkeit haben, auf das jeweilige Guthaben zuzugreifen. Das bedeutet, dass es definitiv ein Problem darstellen würde, während der Dauer der Zinsbindung auf das Geld angewiesen zu sein. Daher ist es umso wichtiger, sich vor einem eventuellen Abschluss mit einigen Fragen auseinanderzusetzen:

  • Wie viel Geld kann ich fest ansparen?
  • Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich in Zukunft auf „die Summe X“ zurückgreifen muss?
  • Welche Zinsen erwarte ich?

Wer diese Details berücksichtigt und einen gewissen Grundstock auf seinem Girokonto belässt, kann oft auf besondere Weise von den höheren Zinsen, die über das Festgeldkonto gewährt werden, profitieren.

Und übrigens: Es gibt einige Banken, die im absoluten Notfall Ausnahmen machen und einen bestimmten Betrag, der auf dem Festgeldkonto angelegt wurde, dennoch freigeben. Es wäre jedoch definitiv falsch, sich hierauf zu verlassen. Wie bereits erwähnt, handelt es sich hierbei um eine absolute Ausnahme.

Festgeldkonten und Steuern: Was sollte man beachten?

Die Zinsen, die auf dem Festgeldkonto gutgeschrieben werden, werden unter dem Begriff der „Kapitalerträge“ zusammengefasst. Und genau diese gilt es zu versteuern. Aber wie? Bürokratie und Steuern bereiten Unternehmen, aber auch zahlreichen Privatpersonen, Sorgen.

Diejenigen, die wissen, was ihrem individuellen Fall gilt, können dem Thema jedoch entspannter gegenübertreten. Grundsätzlich wird mit Hinblick auf die sogenannte „Abgeltungssteuer“ ein Freibetrag von 1.000 Euro gewährt. Hierfür müssen Anleger bei ihrer Bank einen Freistellungsantrag stellen.

Wer dies vergisst, kann sich seine gezahlten Steuern alternativ im Rahmen der Steuererklärung wieder zurückholen. Ebenfalls wichtig: Die steuerfreien Erträge müssen nicht zwangsläufig über ein Festgeldkonto generiert werden. Stattdessen können sie sich alternativ auf mehrere verteilen.

Genau das kann am Ende in anderer Hinsicht lukrativ werden. Wie wäre es zum Beispiel damit, nicht auf ein einziges, sondern auf mehrere Festgeldkonten gleichzeitig zu setzen? Auf diese Weise können Anleger von unterschiedlichen Zinshöhen profitieren und verschiedene Summen auf verschiedene Konten (und somit auf unterschiedliche Laufzeiten) verteilen. Somit ist es nicht nötig, sich auf einmal und für einen festgeschriebenen Zeitpunkt von einer großen Stimme zu verabschieden.

Anleger, die Lust auf ein hohes Maß an Flexibilität haben und gleichzeitig von tendenziell höheren Zinsen profitieren möchten, sollten diese Option definitiv für sich in Erwägung ziehen … unter anderem, weil niemand weiß, wie sich der Markt in Zukunft entwickeln wird. Ist das Geld dann wieder freigegeben, ist es immer noch möglich, sich auf die Suche nach dem nächsten Festgeldangebot zu begeben.

Fazit: Festgeldkonten sind immer noch attraktiv

Festgeldkonten sind alles andere als veraltet. Sie bieten – vor allem dann, wenn das Geld auf mehrere Konten verteilt wird – ein gewisses Maß an Flexibilität und das gute Gefühl, von vergleichsweise hohen Zinsen profitieren zu können. Dennoch sollten Anleger immer berücksichtigen, dass es während der Laufzeit nur in absoluten Ausnahmefällen möglich ist, auf die jeweiligen Beträge zuzugreifen.

Oder anders: Wer sein Geld fest anlegt, sollte auf die entsprechenden Summen definitiv nicht angewiesen sein.

Daher ist es umso wichtiger, im Vorfeld zu kalkulieren, auf welche Beträge gegebenenfalls – zum Beispiel über einen Zeitraum von zwei Jahren – verzichtet werden kann. Diejenigen, die es schaffen, ihre eigene Situation optimal einzuschätzen, haben im Festgeldkonto definitiv eine verlässliche Option gefunden, wenn es darum geht, bestmöglich Zinserträge zu generieren.

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