Starrummel um Scooter-Ass Claudius Vertesi bei Wicked Woods

Scooter : Starrummel bei Wicked Woods

Scooter-Größe Claudius Vertesi zieht viel jugendliches Publikum an und ist für die Wuppertaler Skaterhalle beste Werbung.

Egal wo Claudius Vertesi mit dem Scooter aus seinem VW-Bus steigt, ist ein Fanauflauf programmiert. Das war auch am Sonntag an der Wuppertaler Skaterhalle Wicked Woods so, wo der 22 Jahre alte You-Tube- und Instagram-Star schon zum vierten Mal Station machte. Rund eine Million Abonnenten hat der Brite mit deutschem Vater auf seinem You-Tube-Kanal, mehrere 100 000 bei Instagram, wo er sich mit seinen Tricks auf dem kleinen Roller und seinen bunten Klamotten ebenfalls großer Beliebtheit bei der jungen Generation erfreut.

Da Scooterfahrer auch die größte Nutzergruppe in der Wuppertaler Skaterhalle sind, ist Vertesi ein gern gesehener Gast, um Wicked Woods, die er mal „als beste Skaterhalle Deutschlands“ bezeichnet hat, für neue Fans zu erschließen. „Der Andrang ist sogar noch größer als beim letzten Mal, da sind selbst Leute aus Hamburg oder aus Holland dabei“, sagte Christian Steinmetz, Verwaltungsmitarbeiter des Sozialprojekts Wicked Woods, das von Wichernhaus und Jobcenter getragen wird und sonst hauptsächlich Menschen in Qualifizierungsmaßnahmen beschäftigt. Ein Erfolgsmodell, was der Popularität der Halle in der Scooter-, Biker- und Inliner-Szene geschuldet ist.

Mit gut 200 jungen Besuchern ist die Halle am Sonntag pickepacke voll. Bei zehn Euro Eintrittspreis lohnt sich das auch für Vertesi, der an den Einnahmen beteiligt wird, der Rest fließt natürlich in den gemeinnützigen Betrieb, erst zuletzt hatte man die Halle weiter ausgebaut.

Die Hälfte begrüßt Vertesi schon bei seiner Ankunft draußen. Handykameras laufen, Arme recken sich in die Höhe. Danach geht es in die Halle, wo Vertesi mit seinen jungen Fans Mitmachspiele veranstaltet. Wer hält sich in der Bowl (Schüssel) beispielsweise am längsten auf dem Brett, ohne erneut mit dem Bein Anschub geben zu müssen?

Der wichtigste Programmpunkt für einen echten Star findet dann wieder draußen statt. Vertesi nimmt sich laut Steinmetz fast drei Stunden Zeit, bis wirklich jeder sein Autogramm erhalten oder ein Selfie mit ihm gemacht hat. Sportliche Wünsche erfüllt der 22-Jährige danach wieder drin. Jeder darf sich einen Trick von ihm wünschen „Slair“ - Schraube mit Salto - , Barspin - das heißt mehrfache Drehungen des Lenkers in der Luft - kein Problem.

„Ich finde es toll, wenn man mit sozialer Arbeit so tolle Dinge erreichen kann“, freut sich Regina Widmayer-Wagner, Geschäftsführerin des Wichernhauses Wuppertal, über den Widerhall, den die Halle Wicked Woods erfährt, und der sich in Auftritten wie dem von Vertesi spiegelt.

(gh)
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