Bauarbeiten Teilstück des Wuppersammlers ist fertig: Die WZ hat die Baustelle besucht

Wuppertal · Jetzt laufen die Arbeiten bis zum Pfälzer Steg.

Frank Hackmann zeigt die Kabel im Abschnitt Richtung Pfälzer Steg, die zum Schutz vor Reibung an Haken befestigt sind.

Frank Hackmann zeigt die Kabel im Abschnitt Richtung Pfälzer Steg, die zum Schutz vor Reibung an Haken befestigt sind.

Foto: Fischer, Andreas

Das erste Teilstück ist geschafft: Die im vergangenen Jahr begonnenen Arbeiten an der Verlängerung des Wuppersammlers vom Alten Markt bis zur Wichlinghauser Straße schreiten voran. Jetzt ermöglichten die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) einen Blick in das erste Teilstück, das vom Alten Markt bis zum St.-Etienne-Ufer reicht.

Am St.-Etienne-Ufer befindet sich die Baugrube für die unterirdischen Vortriebsarbeiten in Richtung Alter Markt sowie in Richtung Bredde/Pfälzer Steg. Das kurz vor Ostern fertiggestellte Teilstück zum Alten Markt hat eine Länge von rund 390 Metern. Vor einer Woche begannen die Arbeiten am zweiten Teilstück zum Pfälzer Steg, das eine Streckenlänge von 610 Metern hat. „In der ersten Woche haben wir bereits 120 Meter geschafft“, berichtet Marcus Kornweibel, der gemeinsam mit Frank Hackmann die Bauoberleitung hat. „Wir rechnen damit, dass wir Ende Mai beziehungsweise in der ersten oder zweiten Juni-Woche mit dem zweiten Teilstück fertig sind.“

Das erste Teilstück zum Alten Markt wurde in vier Wochen fertiggestellt, wie Kornweibel und Hackmann berichten. „Damit sind wir sehr zufrieden“, betont Kornweibel. Gearbeitet wird dabei 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche. „Das ist für die Anwohner natürlich eine Belastung“, räumt Kornweibel ein. „Wir bemühen uns, die Lärmbelästigung so gering wie möglich zu halten.“

Insgesamt wird der Wuppersammler um 1,5 Kilometer nach Osten bis zur Wichlinghauser Straße verlängert. Vom Pfälzer Steg bis zur Wichlinghauser Straße sind es nochmals circa 600 Meter, wie Marcus Kornweibel erklärt. „Das ist ein schönes Projekt“, unterstreicht er.

Wenn es regnet, nimmt das über die Straßen abfließende Regenwasser Schadstoffe wie Schwermetalle, organische Verbindungen und Mikroplastik auf, transportiert diese über die Gullys in die Kanalisation und schließlich in die Wupper. Daher muss das Regenwasser zunächst gereinigt werden. Über den Wuppersammler wird das Regenwasser zum Klärwerk Buchenhofen transportiert. In Zukunft soll auch das Regenwasser aus dem Osten der Stadt durch den Wuppersammler ins Klärwerk fließen.

Die Baugrube am St.-Etienne-Ufer ist etwa zwölf Meter tief. „Darunter liegt noch eine Betonsohle, die einen Meter dick ist“, berichtet Frank Hackmann. „Diese wird gegen den Auftrieb der Wupper benötigt.“ Die Rohre haben einen Innendurchmesser von zwei Metern. Die einzelnen Rohre, die von der Baugrube St.-Etienne-Ufer in Richtung Alter Markt verlegt worden sind, haben eine Länge von drei Metern, in Richtung Pfälzer Steg sind die Teilrohre jeweils vier Meter lang.

Die Baugrube ist mit Bohrpfählen als Verbau gesichert. Für die Arbeiten wird eine zehn Meter lange und 96 Tonnen schwere Tunnelbohrmaschine im Vortriebsverfahren eingesetzt. Der Vortriebsmaschine folgend werden die Rohrstücke durch den entstandenen Tunnel gepresst. Wenn der zweite Pressvorgang Richtung Bredde/Pfälzer Steg beendet ist, wird die Baugrube mit einem Schachtbauwerk ausgebaut, anschließend wird die Oberfläche wiederhergestellt.

Fertig ist die Verlängerung des Wuppersammlers voraussichtlich 2027. Die ursprünglich veranschlagten Kosten von 19 Millionen Euro mussten Anfang 2023 auf 23,5 Millionen Euro korrigiert werden, als Grund wurden die gestiegene Inflation durch den Ukrainekrieg und Lieferschwierigkeiten bei Baumaterialien genannt.

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