Die drei Tennisstreiche der Geschwister Toto

Tennis : Die drei Tennisstreiche der Geschwister Toto

Ana-Lena Toto wird Stadtmeisterin im Einzel und Doppel. Bruder Nino (18) siegt bei den Herren.

Mit einem krachenden Volley setzte Moritz Poswiat beim Herren-Doppel einen eindrucksvollen Schlusspunkt unter die 55. Tennis-Stadtmeisterschaften auf der Anlage des WTC Dönberg. 6:4 und 6:2 gewannen die für Solingen 02 spielenden Wuppertaler Moritz Poswiat und Ferdinand Spickhoff das abschließende Doppel der 20. Titelkämpfe, die am Sonntag vom Regen zwar gestört, aber nicht wesentlich behindert wurden.

Auf den Sieger-Tableaus dominiert der Name Toto, denn nicht nur Ana-Lena (22) vom SV Bayer holte sich erneut den Titel bei den Damen, sondern auch ihr erst 18 Jahre alter Bruder Nino wurde im Herren-Einzel einer der jüngsten Stadtmeister in der Geschichte der Titelkämpfe. Ana-Lena gewann mit ihrer Vereinskameradin Zahra El Otmany zudem die Meisterschaft im sehenswerten Damen-Doppel.

Der erfolgreiche Zwischenruf
von Vater Toto

Ins Herren-Finale ging Moritz Poswiat (Solingen) als Favorit, schaffte auch gleich ein Break gegen den 2,02 Meter großen Nino Toto, gewann auch den folgenden eigenen Aufschlag. Doch das junge Bayer-Talent drehte das temporeiche Spiel zu seinen Gunsten, machte den Punkt zum 4:2 nach 15:40-Rückstand und holte den ersten Satz mit 6:4. Im zweiten unterliefen ihm so dumme Fehler, dass er einmal beim Stande von 4:3 wütend den Schläger zu Boden knallte, was seinen Vater Dario auf der Tribüne ärgerte: „Geh nach Hause“, rief er und hatte damit offensichtlich den richtigen Ton getroffen, denn der Filius konzentrierte sich fortan, gab keinen Punkt mehr ab und wurde mit 6:3 im zweiten Durchgang nach beiderseits brillanten Aktionen erstmals Stadtmeister.

Vater Dario hatte vorher bei Tochter Ana-Lena wenig zu kritisieren gehabt, obwohl die 22-jährige nur schwer ins Spiel fand, mehrfach das richtige Timing vermissen ließ, ehe sie gegen die erheblich kleinere Solingerin Sophia Gneuß in ihren Rhythmus fand. Dem 6:0 im ersten Durchgang ließ sie ein ähnlich deutliches 6:2 folgen, gestand aber später, dass sie während des vierwöchigen Familienurlaubs in Kroatien keinen Schläger in der Hand gehabt habe. „Das brauche ich, um Abstand zu gewinnen“, meinte die siegreiche Titelverteidigerin anschließend.

Im Herren-Doppel trafen die „Favoriten-Killer“ Maurice Monetha und Julius Drees (beide SV Bayer), die vorher die Nummer eins und die Nummer drei der Setzliste aus dem Turnier geworfen hatten, als Verbandsliga-Spieler auf die Regionalliga-Cracks Moritz Poswiat und Ferdinand Spickhoff (beide Solinger TC). „Wir sind gut eingespielt“, charakterisierte Julius Drees (WTC Dönberg), dessen Vater Thomas vorher das Herren 55-Finale gewonnen hatte, das bisherige Erfolgsgeheimnis. Und es gelang ihnen auch recht wirkungsvoll, die großen Favoriten zu ärgern, als sie bei Returns mehrfach genau auf die Schnittstellen spielten. Dass sich Moritz Poswiat und Ferdinand Spickhoff dennoch durchsetzten, schmälerte nicht die Leistung der Außenseiter in dem Klassespiel mit Beifall auf offener Szene.

WSV-Teamarzt Tim Heinz macht es vor, Sohn Lennart zieht nach

Eine erfolgreiche Vater-Sohn-Konstellation lieferten Tim und Lennart Heinz (beide BWE). WSV-Mannschaftsarzt Tim triumphierte unangefochten bei den Herren 50 mit 6:0 und 6:1 gegen Michael Zebrowski, während Sohn Lennart im Nachwuchswettbewerb ab LK 10 gegen Leon Zeis (SV Bayer) knapp 7:6 und 6:4 gewann.

Nostalgisch wurde es bei den Herren 30, wo sich die alten Rivalen Matthias Schramm (BWE) und Bastian Cornelius (Gold-Weiss) gegenüber standen. Einmal mehr lieferten sich beide bei Regen ein Match auf hohem Niveau, das nach dem ersten Satz unterbrochen wurde, als Herren-55-Stadtmeister Thomas Drees in Arbeitskleidung mit Schubkarre und Schaufel bewaffnet, die feuchten Stellen auf dem Platz mittels roter Asche trockenlegte. Den „Matthias-Fluch“ konnte Cornelius auch bei den Herren 30 nicht brechen. Schramm gewann 6:1 und 6:3.

Um 9 Uhr morgens waren die Finalspiele losgegangen, und den ersten Titel holte der ungewohnt aggressiv spielende Marc Walbrecht (BWE) gegen Michael Krapp (WTC Dönberg) bei den Herren 45. Walbrecht, sonst ein laufstarker und ballsicherer „Bringer“, der seinen Gegner regelmäßig an den Rand der Verzweiflung treibt, legte mächtig los und siegte „kurzrundig“ 6:1, 6:1. „Ich habe mir vorgenommen, in meinem Alter statt drei nur noch zwei Stunden auf dem Platz zu stehen“, und am Finaltag macht er es noch erheblich schneller.

Spickhoff gegen Favorit Zülsdorf das Spiel des Turniers

Die Turnierleitung mit Isabell Lutz, Lars Hess, Peter Priggert, Michael Krapp, Bastian von Eyder und Horst Lutz konnte ein zufriedenes Fazit ziehen, als der WTCD-Vorsitzende Hans Homberg abschließend Sieger und Platzierte ehrte.

Das „Spiel der Spiele“ hatte es übrigens am Freitagabend gegeben, als Ferdinand Spickhoff die Nummer eins der Setzliste, Holger Zühlsdorf (GW Ratingen), in drei dramatischen Sätzen niedergekämpft hatte. „Das beste Match des gesamten Turniers“, war die einhellige Meinung.

(fwb)
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