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Junge Fachkräfte im Ennepe-Ruhr-Kreis warten auf ihre Chance

Ehemalige Lehrlinge treffen auf einen Arbeitsmarkt, der weiter mit Corona-Folgen kämpft : Junge Fachkräfte warten auf ihre Chance

Viele ehemalige Lehrlinge treffen derzeit auf einen Arbeitsmarkt, der stark mit den Corona-Folgen zu kämpfen hat.

Der Arbeitsmarkt im Ennepe-Ruhr-Kreis stand im August noch im Zeichen der Pandemie, aber auch der auslaufenden Ferienzeit. Die Zahl der Arbeitslosen stieg um 90 oder 0,7 Prozent auf 12 593. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um weitere 0,1 Punkte auf 7,3 Prozent. Vor genau zwölf Monaten waren es 2861 Arbeitslose weniger, die Quote lag bei nur 5,6 Prozent.

„Die Auswirkungen der Corona-Folgen und der zu Ende gegangenen Ferienzeit haben den Arbeitsmarkt im Kreis zwar belastet, aber es gibt auch Anzeichen für eine Besserung. Wegen der verschobenen Prüfungstermine bei den Auszubildenden drängen jetzt junge Fachkräfte vermehrt auf den Arbeitsmarkt. Sie warten auf ihre Chancen in den heimischen Unternehmen“, wirbt Katja Heck, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hagen. „Die Arbeitslosmeldungen nach Erwerbstätigkeit sind deutlich gesunken, gleichzeitig steigen die Abgänge in Arbeit. Bei den Neuanzeigen von Kurzarbeit ist Normalität eingekehrt, beim Bestand jedoch lange nicht.“

Nach der inzwischen für den gesamten Agenturbezirk vorliegenden Hochrechnung der tatsächlichen Kurzarbeiterzahlen aus der ersten Phase der Coronazeit seien es im April 3500 Betriebe mit mehr als 40 000 Kurzarbeitern gewesen. Für die Abrechnungen und Auszahlungen der Leistungen arbeitet die Agentur für Arbeit nach eigenen Angaben weiterhin mit zusätzlichem Personal.

Im August meldeten 37 weitere Unternehmen aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis Arbeitsausfälle für 470 Personen an. Seit Beginn des Shutdowns gab es damit im Kreis rund 3400 Anzeigen aus nahezu allen Branchen für mehr als 46 000 potenziell betroffene Arbeitnehmer. Im gesamten Bezirk, also inklusive der Stadt Hagen, waren es mehr als 5300 Anzeigen für fast 80 000 Personen.

58 Prozent der Betriebe nahmen Kurzarbeitergeld in Anspruch

Wie die Agentur für Arbeit mitteilt, konnten der März und April inzwischen abgerechnet werden. Danach wurden im gesamten Agenturbezirk Kurzarbeitergeld an 3537 Betriebe für 40 307 Arbeitnehmer ausgezahlt. Im Vergleich zu den in den damaligen Kurzarbeitsanzeigen genannten Zahl von Arbeitnehmern hat sich damit eine tatsächliche Inanspruchnahme von 58 Prozent gezeigt.

Katja Heck kommt auch aufgrund der leichten Beruhigung des Arbeitsmarktes zu einer Einschätzung, die auf Besserung hoffen lässt. Sie schränkt gleichzeitig ein: „Ob es nach dem Corona-Schock so etwas wie eine normale Herbstbelebung geben kann, werden erst die nächsten Monate zeigen.“ Die Agenturchefin appelliert, die Zeit in jedem Fall sinnvoll zu nutzen. „In der jetzigen Phase gilt es, mit den Beschäftigten in einen engen Dialog über die Zukunftschancen einzutreten. Dabei spielt die Vorbereitung auf neue Technologien und die für die Digitalisierung notwendigen Kompetenzen eine maßgebliche Rolle.“