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Krefeld: Lehrerin und Schüler in Corona-Quarantäne

Corona Pandemie : Lehrerin und Schüler in Quarantäne

Acht neue Corona-Fälle gibt es in Krefeld. Betroffen sind auch zwei Schulen und eine Jugendeinrichtung.

Die gute Nachricht vorweg: Die Corona-Lage in Krefeld ist laut Oberbürgermeister Frank Meyer „nicht besonders kritisch“, die Zahlen sind sogar leicht zurückgegangen. Andererseits gibt es mehr Fälle an Schulen und Jugendeinrichtungen. Da gleichzeitig die Maskenpflicht im Unterricht nach der seit dem 1. September geltenden Corona-Schutzverordnung weggefallen ist, fürchtet Meyer Konsequenzen: „Das kann deutlich schneller zur Einstellung des Schulbetriebs führen.“ Denn auch die Nachverfolgung der Infektionswege werde schwieriger, da die Zahl der Kontakte ohne Maskenpflicht größer sei.

Der Reihe nach: Zum Wochenbeginn meldet Krefeld acht neue Corona-Fälle bei nun insgesamt 837 positiv getesteten Personen. Da gleichzeitig 14 weitere Menschen die Erkrankung überstanden haben, geht die Zahl der aktuell Infizierten zurück – von 65 auf jetzt 59 Personen. 754 Krefelder gelten als genesen, 24 sind an den Folgen der Krankheit gestorben.

Die Lage in den Krankenhäusern hat sich weiter entspannt. Nur noch zwei Erkrankte werden dort behandelt. Einer liegt auf der Intensivstation, er müsse aber  nicht mehr künstlich beatmet werden. Die Zahl der Erstabstriche stieg auf 13 124 Proben (128 sind offen), die Zahl der Quarantänen auf 2932. Der Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen liegt bei acht.

Unter den neu Infizierten sind Lehrer und Schüler. In der Kurt-Tucholsky-Gesamtschule ist eine Lehrerin an Covid-19 erkrankt. Deshalb wurden zwei Schüler in die häusliche Quarantäne geschickt. In der Buchenschule (eine Grundschule) ist eine Praktikantin mit dem Virus infiziert. Sie war im offenen Ganztag tätig und letztmalig am Montag vor Ort. 30 Schüler der Buchenschule sind am Montag im Diagnosezentrum abgestrichen worden. Der Schulbetrieb läuft aber weiter.

Ein infiziertes Kind, das die Geschwister-Scholl-Schule besucht, hat in der Jugendeinrichtung Herbertzstraße an verschiedenen Freizeitaktionen teilgenommen. 25 Kontaktpersonen sind deshalb vom

Gesundheitsamt in Quarantäne geschickt worden. Die Einrichtung bleibt bis mindestens 8. September geschlossen.

Die Martinszüge können in diesem Jahr nicht stattfinden

Die Stadtverwaltung bereitet sich nach Auskunft von Frank Meyer zur Sicherheit auf steigende Fallzahlen vor. Unter anderem werden Personalreserven aufgebaut für den Fall, dass sie gebraucht werden.

Der Kommunale Ordnungsdienst hat am Montag wegen Verstößen gegen die Maskenpflicht zwölf Bußgelder in Höhe von je 150 Euro verhängt. Je fünf Fälle gab es an den Haltestellen Hansa-Zentrum und Rheinstraße sowie zwei in Bussen und Bahnen.

Wie Ordnungsdezernent Ulrich Cyprian weiter berichtet, zählen nach der neuen Schutzverordnung die Martinszüge zu den Straßenfesten – und diese sind bis zum Jahresende untersagt. Ob auch Weihnachtsmärkte und Karnevalsveranstaltungen verboten werden, bleibt offen. „Die Tendenz geht aber sehr zum Nicht-Stattfinden“, glaubt Cyprian. Auch Musik- und Sportfeste können bis zum Jahresende nicht stattfinden. Das alles findet Frank Meyer bedauerlich, aber „Gesundheitsschutz ist nicht verhandelbar“.

Bei der Kommunalwahl am 13. September herrscht in den 146 Wahllokalen Maskenpflicht, die Wahlhelfer werden durch Trennwände geschützt. Doch auch Corona-Leugner, die die Maske verweigern, dürfen wählen: Das Wahllokal muss dann zunächst geräumt, desinfiziert und nach dem Wahlvorgang erneut desinfiziert werden. „Alle, die bis 18 Uhr da sind, werden auch wählen können“, versichert Cyprian. Schon seit Wochen treffen sich immer montags Corona-Kritiker zu Demonstrationen – zuletzt auf dem Theaterplatz. Probleme habe es dabei noch nicht gegeben, so der Dezernent.