1. NRW
  2. Sprockhövel

„Die nächsten drei Jahre werden nicht langweilig“

Klima : „Die nächsten drei Jahre werden nicht langweilig“

Ioanna Ioannidou ist neue Klimaschutzmanagerin in Sprockhövel - Bundesregierung fördert ihre Beschäftigung.

Ioanna Ioannidou ist zwar erst seit kurzer Zeit in ihrem neuen Amt und befindet sich derzeit noch in einer Art Orientierungsphase – doch als neue Klimaschutzmanagerin der Stadt Sprockhövel setzt sie schon mal ein persönliches Zeichen für eine CO2-neutrale Mobilität. Deshalb absolviert die 33-Jährige ihren werktäglichen Arbeitsweg von Obersprockhövel ins Haßlinghauser Rathaus auch mit dem Rad. Die Strecke von acht Kilometern ist zwar gerade bei hochsommerlichen Temperaturen recht schweißtreibend, doch zu ihrer neuen Jobbeschreibung passt nun einmal diese Art der Fortbewegung sehr gut. Wobei Ioannidou das Thema nicht verabsolutieren will, und in Einzelfällen auch die Fahrt mit dem Auto nicht ausschließt.

Seit dem 1. August ist Ioannidou die erste Klimaschutzmanagerin in Sprockhövel, die studierte Biologin und Doktorandin ist so etwas wie die Frontfrau des Klimaschutzes in der Stadt und für die Umsetzung des integrierten Klimaschutzkonzeptes zuständig. Die Einstellung der Expertin wird von der Bundesregierung mit bis zu 90 Prozent der Kosten gefördert. Der Vertrag mit der 33-Jährigen ist zunächst auf drei Jahre begrenzt, kann aber noch um zwei weitere Jahre verlängert werden.

Sie sehe ihre Aufgabe vor allem darin, das Wissen um naturwissenschaftliche Zusammenhänge zu vermitteln, Vorträge zu halten oder Workshops zu organisieren, sagt Ioannidou. Auch durch Kontakte zu Schulklassen soll das Wissen um ökologische Sachverhalte gestärkt werden: „Wenn man die Jugend bei dem Thema mitnehmen kann, hat man schon die halbe Miete.“ Planungen zu konkreten Veranstaltungen sind wegen der Auflagen der Corona-Schutzverordnung allerdings derzeit auf Eis gelegt. „Workshops werden wahrscheinlich erst ab 2021 möglich sein“, bedauert sie.

150-seitiges Konzept
gilt es, umzusetzen

Ioannidou ist gebürtige Griechin und im Sauerland aufgewachsen. Sie hat an der Ruhr-Uni in Bochum Biologie studiert, vor sechs Jahren hat sie ihren Masterabschluss erlangt, die Promotion absolviert sie dank eines Studiums der Friedrich-Ebert-Stiftung. Vor einigen Jahren zog sie „der Liebe wegen“ mit ihrem Freund in Obersprockhövel zusammen.

Derzeit ist die neue Klimaschutzmanagerin vor allem damit beschäftigt, das Rathaus, seine Strukturen und Mitarbeiter kennenzulernen. In der Stadtverwaltung arbeite sie unter anderem mit Maren Schlichtholz von der Wirtschaftsförderung und der Zukunftsmanagerin Corinne Romahn zusammen, erzählt sie. Zudem habe sie bereits mit dem Klimaschutzmanager des Ennepe-Ruhr-Kreises, Dirk Vietmeier, gesprochen und sich ausgetauscht. Weitere Gespräche und Treffen auch mit den Klimaschutzmanagern aus den anderen Städten des Kreisgebietes seien geplant.

Etwa 150 Seiten lang ist das integrierte Klimaschutzkonzept, für dessen Umsetzung Ioannidou sich jetzt einsetzt. Das von einer Essener Ingenieurgesellschaft erstellte Konzept sei „sehr umfangreich recherchiert“, erzählt sie. Sie sei froh, dass sie sich bei ihrer Arbeit daran orientieren könne. Dabei gebe es drei Säulen, auf denen das Konzept fußt: die Bürger mitzunehmen, die Wirtschaft von der energetischen Sanierung zu überzeugen und die Klimabilanz der Stadtverwaltung weiter zu verbessern. „Die nächsten drei Jahre werden nicht langweilig“, bekennt Ioannidou. Grundsätzlich zeigt sich die 33-Jährige davon überzeugt, dass das Thema „Klimaschutz“ bei den Menschen angekommen ist. Auch im Rathaus sei das Feedback auf ihre Arbeit „durchweg positiv“. Ioannidou versteht sich als Ansprechpartnerin der Bürger in Sachen Klimaschutz, deshalb sei sie auch über „jeglichen Kontakt dankbar“ (02339/917-555, ioannidou@sprockhoevel.de).

Und am 27. August wird sie sich dann im Ausschuss für Umwelt, Verkehr, öffentliche Sicherheit und Ordnung den politischen Vertretern der Stadt Sprockhövel vorstellen.