Eishockey: Ausgeruhte DEG spielt bei den Grizzlys Wolfsburg

Vor dem Spiel in Wolfsburg : DEG: Voller Kader, neue Energie, gute Laune

Die Länderspielpause tat der DEG gut. Am Donnerstag geht es in der Deutschen Eishockey Liga bei den Grizzlys Wolfsburg weiter.

Normalerweise ist der Terminkalender in der Deutschen Eishockey Liga für Spieler wie Trainer eng getaktet. Von August bis April ist lediglich der Montag frei, ansonsten wird trainiert, gespielt oder im Bus gesessen. Da kam Harold Kreis die jüngste Länderspielpause ganz recht; mal ein paar Tage nicht an Eishockey denken, mal ein paar Tage ausspannen.

Natürlich hat der DEG-Trainer mit einem halben Auge verfolgt, wie es so für seine Nationalspieler lief, aber das war es dann auch. „Mal einen Tagesablauf zu haben, der nicht geregelt ist und nicht immer auf die Uhr schauen zu müssen, war ganz schön“, sagt der 60-Jährige, „aber drei Tage reichen, dann ist man froh, dass es wieder los geht.“

Los ging es für gut die Hälfte seines Kaders bereits am vergangenen Freitag. Ab da wurde wieder trainiert, seit Dienstag sind auch die neun Nationalspieler zurück. Was Kreis und seinem Assistenten Thomas Dolak eine seltene Freude bescherte: Nach Wochen mit diversen Verletzten sind fast alle wieder fit, am Dienstag und Mittwoch standen zwei Torhüter, acht Verteidiger und 13 Stürmer zur Verfügung.

Wolfsburg mit nur sieben Siegen auf Platz elf

Entsprechend selbstbewusst ist die Düsseldorfer Reisegruppe am Mittwochmittag in den Bus nach Wolfsburg gestiegen, wo am Donnerstagabend (19.30 Uhr) das nächste Spiel ansteht. Nicht, dass es vorher an Vertrauen in die eigenen Qualitäten gemangelt hätte, nach zwölf Siegen aus 17 Spielen steht die DEG immerhin auf Rang drei. Aber zuletzt war schon mehr als einmal zu merken, dass die Personalnot Spuren hinterlassen hatte. Da fehlten nicht nur wichtige Stützen, die, die da waren, wurden auch über Gebühr beansprucht. Das Ergebnis waren nur zwei Punkte am letzten Wochenende vor der Länderspielpause — obwohl die Gegner aus Krefeld (3:4) und Schwenningen (3:2 nach Verlängerung) ganz unten in der Tabelle standen.

In der Region sind auch die Wolfsburger zu finden. Mit gerade mal sieben Siegen stehen die Grizzlys auf Rang elf. Was durchaus überrascht: Zwar war die Vorsaison ihre schlechteste seit Jahren: Nach dem Abgang von Trainer Pavel Gross nach Mannheim wurden sie nur Zwölfte — nicht viel für eine Mannschaft, die in den drei Saisons zuvor jeweils das Halbfinale und zweimal gar das Finale erreicht hatte. Und dennoch waren sich alle Beobachter einig, dass es nun wieder nach oben geht. Doch weit gefehlt, die aktuelle Saison erinnert von den Ergebnissen her an die alte.

Die reinen Zahlen erzählen aber nicht immer die ganze Wahrheit. So sieht es zumindest Harold Kreis und verweist auf „viele knappe Ergebnisse“ der Grizzlys, „die haben ein paar Spiele verloren, die wir gewonnen haben“. Soll heißen: Hier fährt kein hochfavorisiertes Topteam für einen Pflichtsieg zu einem Kellerkind. Mit etwas mehr Scheibenglück und Konsequenz vor den Toren hätten die Wolfsburger schon einige Punkte mehr auf dem Konto. Gleichzeitig hätte die DEG mit etwas weniger günstiger Fügung mehr als lediglich fünf Spiele verloren. Nicht umsonst endeten zwölf der 17 DEG-Spiele mit einem Tor Unterschied. Und was ist im Eishockey schon ein Tor?

Ederm, Urbom und Huß kehren in den Kader zurück

Auch das erste Saisonduell zwischen DEG und Grizzlys war so ein Spiel. Anfang Oktober gewann die DEG durch zwei Übertreffer und ein Unterzahltor mit 3:2. Kein Spiel, das zwingend so hätte ausgehen müssen. Also stapelt Kreis nicht tief, wenn er nun vor einer „gut balancierten und zähen Mannschaft mit zwei guten Torhütern“ warnt.

Bange macht er sich dennoch nicht. Nicht jetzt, wo er endlich wieder volle vier Reihen zur Verfügung hat und sich ein Großteil des Kaders erholen konnte „Jetzt müssen Jungs wie Chad Nehring, Luke Adam oder Jerome Flaake keine Doppelschichten mehr laufen. Da ist es schwierig, über 60 Minuten das Niveau zu halten. Jetzt können wir die Eiszeit wieder besser verteilen“, sagt Kreis und freut sich besonders auf Tobias Eder, weil der auch in Unterzahl für Entlastung sorgen kann.

Noch besser sieht es in der Defensive aus, da kehren zwei Spieler zurück: Der Schwede Alexander Urbom, der an der Seite des Dänen Nicholas Jensen wieder ein nordisch-robustes Abwehrpaar bilden wird. Und Johannes Huß, der diese Saison noch gar nicht gespielt hat. So wird das Wolfsburg-Spiel ein Neustart für den 21-Jährigen. Wie für die gesamte DEG.

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