Eishockey-Play-offs: Haben die DEG-Fans den Glauben verloren?

Eishockey : DEG: Wenig Unterstützung im entscheidenden Spiel

Für das sechste Play-off-Duell mit den Augsburger Panthern sind erst 7500 Tickets verkauft. Haben die Fans bereits den Glauben an die Düsseldorfer Eishockeyprofis verloren?

Die Wege des Düsseldorfer Sportfans sind unergründlich. Da spielen ihre berühmtesten Klubs deutlich besser, als es ihr Etat eigentlich hergibt, und dennoch bleiben immer wieder tausende Plätze auf den Tribünen leer. Die Fortuna-Fußballer melden für das Gladbach-Spiel am Samstag erst zum dritten Mal nach dem Aufstieg in die Bundesliga ausverkauft, die DEG hatte für das überlebenswichtige Viertelfinale am Freitagabend (19.30 Uhr/WZ-Liveticker) in der Deutschen Eishockey Liga bis Donnerstagabend erst 7500 Tickets abgesetzt.

Dabei hatten sie an der Brehmstraße die Saison über stets gut gelaunt auf die Zahlen schauen dürfen. Dank des sportlichen Aufschwungs kamen im Schnitt 8531 Fans, das sind zehn Prozent mehr als in der Vorsaison und ein Topwert in Europa (Platz elf). Doch ausgerechnet für das entscheidende Spiel gegen die Augsburger Panther können sich nur wenige Gelegenheitsfans begeistern.

Glauben die Fans noch an die DEG?

Das ist schon sonderbar. Heißt es nicht immer, die Play-offs seien die schönste Zeit des Jahres? Die, auf die alle hinfiebern? Und waren es nicht die DEG-Fans, die zuletzt zweimal keine Play-offs geboten bekamen und neidisch in die anderen Hallen schauten, wo um die Meisterschaft gespielt wurde?

Die vielen leeren Plätze sind für die DEG besonders ärgerlich, weil sie die Zuschauer am Freitag braucht wie lange nicht. 2:3 steht es in der Serie, verliert sie, ist die Saison zu Ende. Aber vielleicht ist auch das der Grund für den schleppenden Vorverkauf, vielleicht haben viele Fans ihren Glauben an das Team bereits veroren.

Seit Ende Januar gewannen die Düsseldorfer von 15 Spielen nur drei glatt nach 60 Minuten. Am vergangenen Wochenende gab es erneut zwei enttäuschende Niederlagen: ein blutleeres 1:2 daheim und ein ärgerliches 3:4 nach Verlängerung in Augsburg. Zudem durften die Fans, die seltener kommen und vom Saisonstart verwöhnt waren, zuletzt fast gar nicht mehr jubeln: Von den vergangenen fünf Heimspielen mit mehr als 10 000 Zuschauern verlor die DEG vier. Ansehnlich war das selten.

Kreis bleibt bei seinem Mittelstürmertausch

Trainer und Mannschaft haben derweil andere Sorgen. Sie müssen nach den jüngsten beiden Niederlagen — am Sonntag hatten sie bis 46 Sekunden vor dem Ende geführt — irgendwie die Köpfe freikriegen und gewinnen. Enorm helfen würde es, wenn auch mal wieder Stürmer außerhalb der ersten Reihe treffen. So wie die Augsburger das am Sonntag erlebten: Drei der vier Torschützen beim 4:3-Sieg kamen aus ihren dritten und vierten Formationen.

DEG-Trainer Harold Kreis hatte da bereits die Mittelstürmner seiner zweiten (Ken-André Olimb) und dritten (Patrick Buzas) Reihe getauscht. Zwar trafen die beiden Trios erneut nicht bei Fünf-gegen-Fünf, 40 Minuten lang sah das aber schon besser aus als in den Spielen zuvor. Deshalb bleibt Kreis dabei — und hofft auf zwei Siege am Wochenende. Dann stünde die DEG doch noch im Halbfinale. Und es würde einen nicht wundern, wenn die Tickets dafür plötzlich ganz schnell weggingen.

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