Eishockey: Müde DEG geht in eine Pause, die keine echte Pause ist

Deutsche Eishockey Liga : Müde DEG geht in eine Pause, die keine ist

Die Eishockeyprofis haben harte Wochen hinter sich. Nun könnten sie sich eigentlich erholen, doch für gleich neun Düsseldorfer stehen Länderspiele an.

Wer Niki Mondt am Wochenende nach den Spielen der Düsseldorfer EG beobachtete, musste nicht zwingend auf die Idee kommen, dass der 41-Jährige derzeit den drittbesten Kader der Deutschen Eishockey Liga verantwortet. Das galt für den Freitag (3:4 in Krefeld) genauso wie für den Sonntag (3:2 nach Verlängerung gegen Schwenningen) — beide Male ging der Manager hinterher auffallend übellaunig in die Kabine.

Am Montag sah das wieder anders aus, da blickte Mondt ruhig und sachlich auf das letzte Wochenende vor der Länderspielpause zurück und sagte: „Ich wusste, dass es schwer wird, wenn alle gegen die beiden Tabellenletzten einen Selbstläufer erwarten. Trotzdem hatte ich ein gutes Gefühl, aber jetzt muss ich sagen: Berauschend fand ich unsere Leistungen nicht.“

Dass es dennoch für einen Sieg reichte, sagt einiges aus über die aktuelle DEG. „Das Wichtigste ist, dass wir einen Weg gefunden haben, zu gewinnen“, fand auch Stürmer Max Kammerer. Torhüter Mathias Niederberger, mit 25 Paraden der Mann des Spiels gegen Schwenningen, sah das ähnlich: „Wir haben heute nicht unser allerbestes Eishockey gespielt“, aber solche Spiele zu gewinnen, sei eine Qualität. Vor allem, wenn das nicht nur einmal passiert. Immer wieder befreit sich die DEG aus misslichen Situationen, nicht mal Rückstände können ihr etwas anhaben. Das Ergebnis: zwölf Siege aus 17 Spielen.

Gutes Zwischenfazit: Mit 31 Punkten auf Rang drei

So steht die DEG mit 31 Punkten auf Rang drei. Das mag manch einer für eine Überraschung halten, die Spieler selbst tun es nicht. Das sei genau das, was sie sich vor der Saison als Zwischenziel vorgegeben hätten, erzählte Trainer Harold Kreis und gab ein interessantes Detail über das Innenleben des Kaders preis: „Die 31 Punkte kommen von den Spielern, ich gebe keine Ziele vor, das macht die Mannschaft selbst. Die Mannschaft schätzt sich stark ein, und bis auf ein paar Ausnahmen hat sie das bislang auch gezeigt“.

Dass die Ausnahmen vor allem in den vergangenen Wochen zu sehen waren, ist kein Zufall. „Die Mannschaft, die wir kennen, stand zuletzt nicht auf dem Eis“, sagt Kreis. Der Grund sind die vielen Verletzten, seit Wochen spielt die DEG mit maximal dreieinhalb Reihen. Das schlaucht nicht nur die Gesunden, das verhindert auch, dass Spieler, die gerade erst von einer Verletzung zurückkommen, nicht langsam herangeführt werden können. Die vielen engen Spiele, die nicht selten in die Verlängerung gehen, tun ihr Übriges. „Die Liga ist so intensiv mittlerweile, alles ist so eng, das zehrt an den Kräften“, sagt Niederberger.

Vier DEG-Spieler beim Deutschland Cup aktiv

Da kommt die Länderspielpause gelegen. Wobei „die meisten ja gar keine Pause haben“, wie Kammerer sagt, einer von neun Nationalspielern. Kammerer ist mit Niederberger, Bernhard Ebner und Marco Nowak beim Deutschland Cup in Krefeld (7. bis 11. November) aktiv, Riharts Bukarts (Lettland) und Ken-Andre Olimb (Norwegen) spielen für ihre heimischen Nationalmannschaften, Hendrik Hane und Alexander Dersch sind bei der U 20.

Das sei natürlich alles andere als Erholung, gibt Kammerer zu, und dennoch freut er sich auf die Abwechselung: „Es ist mal ganz gut, den Kopf freizubekommen und ein anderes System zu spielen.“ Das sieht Kreis ähnlich: „Die Nationalmannschaft ist auch ein Motivationsschub und die Bestätigung ihrer Leistung. Jetzt erleben sie ein neues Umfeld und einen neuen Nachbarn in der Kabine. Wichtig ist, dass sie mental regeneriert zurückkommen.“ Schließlich soll der Manager bald wieder besser gelaunt in die Kabine kommen.

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