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Wie die Düsseldorfer EG den Ingolstadt-Fluch brechen will

Play-off-Viertelfinale : Wie die Düsseldorfer EG den Ingolstadt-Fluch brechen will

Um die Überraschung Halbfinal-Einzug zu schaffen, genügen nicht nur Heimsiege. Mindestens einmal braucht es auch einen Auswärts-Erfolg. Den gab es zuletzt vor fünf Jahren.

Der Fluch will einfach nicht enden. Dabei sah es für die Düsseldorfer EG lange Zeit gut aus. Doch die Rot-Gelben verloren auch zum elften Mal in Folge beim ERC Ingolstadt. Im ersten von möglichen sieben Playoff-Viertelfinalspielen gab es am Mittwochabend vor 4026 Zuschauern in der Eissporthalle an der Donau in der zweiten Verlängerung ein 4:5 (0:1/3:1/1:2/0:0/0:1). Um 22.35 Uhr sorgte Fabio Wagner mit seinem Treffer in der 82. Minute für die späte Entscheidung. Damit liegt die DEG in der Serie „Best-of-seven“ (zum Einzug ins Halbfinale werden vier Siege benötigt) mit 0:1 hinten. Am Freitag (erstes Bully um 19 Uhr) kommt es im Rather Dome zu Duell Nummer zwei.

„Es ging auf und ab. Schade, dass wir unsere Führung nicht über die letzten 170 Sekunden bringen konnten. Ingolstadt hat dann noch mal einen Zahn zugelegt und in der Verlängerung entscheidet eben ein Schuss“, sagte DEG-Sportdirektor Niki Mondt und fügte hinzu: „Unser Ziel ist es allerdings, nicht nur mitzuhalten. Wir wollen gewinnen und wir haben gezeigt, dass in dieser Hinsicht mit uns zu rechnen ist. Am Freitag wollen wir die Serie ausgleichen.“ Trainer Roger Hansson blickte sogar noch einen Schritt weiter: „Wichtig für uns war, dass wir gezeigt haben, dass es möglich ist, auch in Ingolstadt zu gewinnen.“

Der größte Hoffnungsträger
steht im Tor der Düsseldorfer

Zum dritten Mal in den vergangenen fünf Jahren hat die Düsseldorfer EG die Play-offs zur deutschen Eishockey-Meisterschaft erreicht. 2019 ging es als Tabellen-Sechster ins Viertelfinale, nach sieben intensiven wie dramatischen Duellen waren die Augsburger Panther der glückliche Sieger. Ein Jahr später wurde die Saison wegen der Corona-Pandemie vor den Play-offs abgebrochen, 2021 schied die DEG in einer verkürzten Spielzeit nach der Vorrunde aus. Im vergangenen Frühjahr dann gab es in den Vor-Playoffs einen Erfolg über die Nürnberg Ice Tigers, im Viertelfinale allerdings war der EHC München eine Nummer zu groß.

Wird dies jetzt auch der ERC Ingolstadt sein? Ein Angstgegner ist es allemal, zumindest auswärts. Elf Pleiten in Folge hat es in der Arena an der Donau nun schon gesetzt, der bislang letzte Erfolg dort datiert vom 19. November 2017. Damals hieß es 3:1 und bei der DEG spielten noch Rob Collins, Eduard Lewandowski und Daniel Kreutzer. „Manchmal war es auch eine Frage von Glück und Pech, aber die Ingolstädter sind schon sehr heimstark. Dazu kommt die Kulisse, die Fans machen stets Rabatz. Auf diese Saison bezogen ist der ERC offensiv und läuferisch stark, wir müssen das Tempo aus den Spielen nehmen“, sagte Kreutzer und fügte hinzu: „Irgendwann reißt jede Serie.“

Um ins Halbfinale zu kommen, muss sie das auch. Schließlich wäre ein entscheidendes siebtes Spiel in Ingolstadt. „Wir treten natürlich an, um mal wieder ein Halbfinale zu erreichen, sind aber klarer Außenseiter. Vielleicht ist unser Vorteil, dass wir befreit aufspielen können“, meinte Kreutzer. Ein weiterer Vorteil wäre, wenn Henrik Haukeland seine überragende Vorrunden-Form konservieren kann. Der zum DEL-Torwart der Saison gewählte Norweger ist jedenfalls voller Vorfreude. „Das werden sehr schnelle Spiele mit viel Intensität und richtiger Playoff-Atmosphäre. Wir müssen mit dem Tempo und der Physis der Ingolstädter mithalten. Sie ziehen hart vor das Tor, da müssen wir gegenhalten. Ich persönlich muss fokussiert bleiben – ich muss immer nur daran denken, was als nächstes passiert“, sagte Haukeland in einem Interview mit „d-sports.de“.

Bereits im Viertelfinale 2012 sowie im Halbfinale 2015 trafen sich die DEG und der ERC Ingolstadt in den Play-offs, beide Male setzten sich die Oberbayern mit 4:1-Siegen durch. Auch Alexander Barta (der in einem Interview mit dem „Donaukurier“ das Ende seiner Karriere nach dieser Saison durchklingen ließ) sieht in Haukeland den Schlüssel, dass es diesmal anders kommen kann. „Hauke hat uns wirklich in jedem Spiel die Chance gegeben, zu gewinnen – oft auch dann, wenn wir nicht unsere Leistung gebracht haben. Natürlich kann man da von einem Trumpf reden, er ist der beste Torhüter der Liga und hat bislang eine Riesen-Saison gespielt. Hauke strahlt eine unglaubliche Ruhe aus“, sagte Barta dem „Donaukurier“ und ergänzte: „Es ist immer schön zu wissen: Egal was passiert, der Hauke steht da auch noch und den muss man erst mal überwinden.“