Mit Erlangen erwartet der BHC am Donnerstag einen Top-Gegner

Handball-Bundesliga : Mit Erlangen erwartet der BHC einen Top-Gegner

In der Klingenhalle will der BHC am Donnerstag (Anwurf 19 Uhr) den Heimvorteil nutzen.

Der ärgerliche Punktverlust in Ludwigshafen nach hoher Führung war für Torwart Tomas Mrkva bereits zwei Tage später bei der ersten Trainingseinheit wieder abgehakt. „Ich konzentriere mich voll auf Erlangen“, versicherte der bisher häufig überzeugende Keeper des Handball-Bundesligisten, der in Ludwigshafen von der Bank aus hatte zusehen müssen, wie Ludwigshafen in den letzten Minuten einen Fünf-Tore-Rückstand noch egalisierte.

„Für Donnerstag sollte das keine Rolle spielen, das wird ein ganz anderes Spiel“, versichert Mrkva vor dem Duell gegen die Franken in der Solinger Klingenhalle (Anwurf 19 Uhr). Beide Teams schnitten in der vergangenen Spielzeit mit Platz sieben (BHC) und neun (Erlangen) hervorragend ab, warten aktuell etwas länger auf einen Sieg. Der BHC seit drei Spielen, Erlangen seit vier, hatte mit Magdeburg, den Rhein-Neckar Löwen, Melsungen und Göppingen aber hoch einschätzende Gegner und war stets nicht weit weg.

„Wir müssen nahe am Optimum spielen, um punkten zu können“, spricht BHC-Coach Sebastian Hinze von einer 50:50-Chance. Erlangen verfüge über eine sehr hohe Qualität auf allen Positionen.“ Im Sommer hatten die Franken mit Ex-Nationalspieler Carsten Lichtlein, Kreisläufer Sebastian Firnhaber vom THW Kiel sowie den Rückraumleuten Sime Ivic, der Champions-Laegue-Erfahrung mitbringt, und Antonio Metzner, der dem BHC in der letzten Zweitliga-Saison mit Schwartau große Probleme bereitet hatte, nachgelegt.

Der BHC muss den Ausfall von Stammrechtsaußen Arnor Gunnarsson (Muskelbündelriss im Oberschenkel) und wohl auch wieder von Fabian Gutbrod (konnte nach Schmerzen im Schienbeinköpfchen auch am Montag noch nicht trainieren) verkraften. Gut, dass Maciej Majdzinski nach seinem Kreuzbandriss langsam wieder im Kommen ist, wie er in Ludwigshafen andeutete. Und gut, dass der BHC mit Yannick Fraatz auf Rechtsaußen noch ein großes Talent hat. „Die Verletzung von Arnor tut mir sehr leid, er bringt immer seine Leistung, aber jetzt muss ich sehen, dass ich die Chance, die ich bekomme, auch nutze“, sagt der 20-Jährige. So wie in der vergangenen Saison, als er in Wetzlar Gunnarsson ersetzen musste und sieben Tore machte. Gegen Ludwigshafen war Fraatz’ Einsatz bereits nach einer Minuten beendet gewesen, weil er nach einer unglücklichen Abwehraktion Rot gesehen hatte. „Es steht 0:0 und ich habe keine Rote Karte“, sagte Fraatz und versucht, bei aller Anspannung nicht zu verkrampfen.

„Ich habe ihn am Samstag vor dem Training zur Seite genommen und ihm gesagt, er soll sich im Training die Sicherheit holen“, berichtet Sebastian Hinze. Die Rote Karte habe er dabei gar nicht angesprochen. „Wir sind der BHC und jeder darf bei uns Fehler machen, nur wenn möglich nicht immer die gleichen.“

Die Punktverluste gegen Ludwigshafen und zuvor Göppingen nach Führungen will Hinze nicht in diese Kategorie einordnen. „Die Ursachen waren unterschiedlich. Gegen Göppingen haben wir am Ende im Angriff keine Lösungen mehr gefunden, in Ludwigshafen war in den letzten Minuten der Rückzug nicht gut. Trotzdem habe ich auch da wieder Verbesserungen gesehen, an denen wir seit Wochen arbeiten.“

(gh)
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