Barmenia honoriert gute Vorbilder auf dem Fußballplatz

Fußball : Gute Vorbilder auf dem Fußballplatz

Union Velbert und Breite Burschen Barmen gewinnen den Barmenia-Fairplay-Pokal.

Streik der Schiedsrichter in Berlin, die sich immer häufiger angegriffen sehen, Spielabbrüche, allgemeine Verrohung - das sind die unrühmlichen Geschichten, die der Fußball auch auf den unteren Ebenen schreibt, und die immer auch als Spiegelbild der Gesellschaft bezeichnet werden. Da tun positive Vorbilder besonders gut. Um solche herauszustreichen wurde am Montag zum 43. Mal der Barmenia-Fairplay-Pokal vergeben. Wer wenige Gelbe und Rote Karten kassiert, sein Schiedsrichterkontingent erfüllt und bei der Vereinsführung die Regularien einhält, hat gute Chancen, nach der Saison obenzustehen. Mit dem SV Union Velbert bei den Senioren und den Breiten Burschen Barmen im Jugendwettbewerb gewannen in der abgelaufenen Spielzeit zwei Vereine, die schon in den vergangenen Jahren positiv aufgefallen waren.

„Wir machen eine gute Arbeit in der Tradition unserer Vorgängervereine“, nannte Dieter Blobel, das einfach klingende Rezept. Der FC Tönisheide, einer dieser Vorgänger, hatte in der jüngeren Vergangenheit bereits dreimal gewonnen, im Jugendwettbewerb sogar sieben Mal. Für die Breiten Burschen Barmen war es der dritte Sieg, nachdem man 14/15 und 15/16 zweimal hintereinander den Hauptwettbewerb gewonnen hatte. „Wir haben halt gute Trainer“, hob deren 2. Vorsitzender Michael Harrach hervor.

Die Wichtigkeit solcher Vorbilder unterstrich auch Ex-Profi Falko Götz. In einer Fußballtalkrunde mit Gastgeber und Barmenia-Vorstand Andreas Eurich, Oberbürgermeister Andreas Mucke sowie dem Fußballkreisvorsitzenden Stefan Langerfeld schilderte Götz eindrucksvoll, dass man seinen Spielern bei Bayer Leverkusen stets mit auf dem Weg gebe, dass sie sich auf dem Fußballplatz bei allen Emotionen vorbildlich zu verhalten hätten. „Was ihr hier macht, wird in den unteren Ligen nachgemacht“, so Götz, der die Toptalente in der Leverkusener Jugendabteilung betreut. Stefan Langerfeld nannte ein positives Beispiel für Fairplay aus dem aktuellen Spielbetrieb im Kreis, als ein Spieler einen Strafstoß absichtlich verschossen habe, nachdem er den Schiedsrichter vergeblich darauf hingewiesen habe, dass der zu Unrecht verhängt worden sei.

Gleichzeitig sprach sich Langerfeld für höhere Strafen bei Tätlichkeiten gegenüber Spielern und Schiedsrichtern aus. Auch Geldstrafen seien überlegenswert. „Wenn Jugendliche im Verein Fairness lernen, ist das wichtig für ihr ganzes Leben“, sagte Andreas Mucke. Insofern sei ein Preis wie der Fairplaypokal, der das honoriere, wichtiger denn je. „Wir sind schon in den Planungen für die neue Saison“, erklärte Andreas Eurich für die Barmenia.

Die Plätze zwei und drei in der Saison 2018/19 hatten der SSV Germania und der TSV Beyenburg (Hauptwettbewerb) sowie Mettmann Sport und der 1. FC Wülfrath (Jugendwettbewerb) belegt. gh

(gh)
Mehr von Westdeutsche Zeitung