Handball-Bundesliga: BHC knackt den nächsten Rekord

Handball-Bundesliga : BHC knackt den nächsten Rekord

Nach dem 28:21 in Bietigheim haben die Handballer bereits 29 Punkte auf ihrem Erstliga-Konto.

Noch mal richtig spannend und hektisch wurde es im zweiten Durchgang – trotz einer 17:12-Führung des Bergischen HC sowie der Roten Karte gegen Bietigheims Abwehrstrategen Vetle Rönningen. Robert Schulze und Tobias Tönnies wurden vorübergehend ihrem Ruf als deutsches Top-Gespann wahrlich nicht in jeder Szene gerecht. Haupt-Leidtragender aus BHC-Sicht war Csaba Szücs, der die Rote Karte sah und sich danach noch eine weitere Zeitstrafe einhandelte. Die angebliche Undiszipliniertheit bestraften die Süddeutschen mit dem 17:18-Anschlusstreffer, jetzt war Feuer unter dem Dach. Doch die folgende Auszeit wirkte. Bastian Rutschmann, zuvor schon bei einem Siebenmeter siegreich, avancierte zum Rückhalt, brachte es auf eine Abwehrquote von 55 Prozent. Und vorne lief es nun wieder bis hin zum 22:17 – eine herausragend coole Reaktion auf dem Weg zum nächsten Triumph. Durch den 28:21 (15:11)-Sieg beim Abstiegskandidaten festigten die Löwen nicht nur ihren siebten Platz, sondern schafften Historisches: 29 Punkte stellen eine neue Rekordmarke dar. Und noch stehen acht Spiele aus.

Bereits nach 50 Sekunden war der BHC in Unterzahl geraten, Szücs hatte es erwischt. Eine kuriose Abwehraktion von Tomas Babak und eine Parade von Rudeck später führten die Gäste dennoch mit 2:0 – erst nach mehr als fünf Minuten durften sich die Zuschauer gemäß einer Tradition setzen, als der erste Bietigheimer Treffer gefallen war. Da Rudeck weiter parierte und Criciotoiu traf, ging die Anfangsphase an den BHC – 4:1. Nach Szücs zweiter Zeitstrafe bestand indes früh Handlungsbedarf für Coach Sebastian Hinze. Fontaine bildete nun mit Max Darj den Innenblock der 6:0-Abwehr. Nicht nur daran lag es, dass offensiv zielstrebige Bietigheimer im Spiel waren und beim Stande von 7:7 den Hoffnungen auf den Klassenerhalt neue Nahrung gaben.

Vom mehrfachen Ausgleich des Vorletzten ließen sich die Löwen aber überhaupt nicht schocken – auch nicht von technischen Fehlern durch Criciotoiu und Fabian Gutbrod oder einer vertanen Großchance durch Leos Petrovsky, der den Posten von Darj übernommen hatte. Allen voran Gutbrod lief nach seiner Einwechslung zur Höchstform auf, fünf Distanzwürfe schlugen auf spektakuläre Weise im Gehäuse der SG ein – dem hatte diese im zuweilen wilden Schlagabtausch nichts entgegenzusetzen.

Bei den Hausherren spielte der kürzlich vom TVB Stuttgart transferierte Ex-Weltmeister Michael Kraus nur eine Nebenrolle. Zur Freude von 20 BHC-Fans, die auch eine weitere Bestmarke bejubeln durften – die Punktebilanz gegen die Teams hinter den Top-Sechs wurde auf beeindruckende 29:7-Zähler ausgebaut.

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