Handball-Bundesliga: BHC gewinnt ungefährdet gegen Wetzlar

Handball-Bundesliga: BHC gewinnt ungefährdet gegen Wetzlar

Neuling Bergischer HC bleibt auch im Jahr 2019 in der Handball-Bundesliga eine große Nummer. Mit besiegten 26:22 (16:8) die Löwen am Sonntag im ersten Heimspiel nach der WM-Pause die HSG Wetzlar und bauten ihren achten Tabellenplatz aus.

Von Jürgen König

Der Bergische HC hat im ersten Heimspiel des neuen Jahres gleich für ein Glanzlicht gesorgt. Dies war vom Ergebnis her weniger das 26:22 gegen die HSG Wetzlar, als vielmehr das, was sich in Teil zwei des ersten Durchgangs abspielte. In der mit 2491 ausverkauften Klingenhalle legten die Löwen inklusive des Starts in Halbzeit zwei einen 10:0-Lauf hin – es war die Basis für einen hochverdienten und souveränen Heimerfolg. „Wir wollten unbedingt zu dem finden, was uns so stark gemacht hat. Das ist uns rund 50 Minuten gelungen“, sagte ein glücklicher BHC-Trainer Sebastian Hinze.

Beim BHC kehren alle Wackelkandidaten zurück

Ungewöhnlich begann dieser späte Sonntagnachmittag. So waren es auf Seiten des BHC stolze 16 Profis, die sich dem Aufwärmprogramm stellten – alle Wackelkandidaten wie Arnor Gunnarsson, Daniel Fontaine, Csaba Szücs und Kristian Nippes erhielten grünes Licht. Ebenfalls nicht normal: Das Solinger Prinzenpaar samt Hofstaat machte zu kölschen Klängen seine Aufwartung. Und mit den Schwestern Maike Merz und Tanja Schilha waren es zwei junge Frauen, die das Spiel leiteten – ein Novum für die Löwen, die sich von diesen seltenen Randerscheinungen offenbar etwas anstecken ließen. Yannick Fraatz scheiterte freistehend, ein Abspiel von Linus Arnesson fand keinen Abnehmer, und hinten war Keeper Christopher Rudeck machtlos gegen die freien Wetzlarer Würfe – 0:3 nach vier Minuten. Grund zu Niedergeschlagenheit? Keineswegs! Tomas Babak setzte seine Dynamik doppelt in Tore um, Max Darj erzielte nach acht Minuten das 3:3. Und die Abwehr um den genesenen Chef Szücs packte zu. Erneut Babak ließ mit einem Gegenstoß zum 4:3 die Klingenhalle erstmalig kochen.

In diesen Ergebnis-Extremen ging es fortan kurzzeitig nicht weiter, die Gäste hatten insbesondere durch den extrem torgefährlichen Rückraum-Shooter Olle Forsell Schefvert gute Lösungen. Die Hausherren setzten auf die spielerische Komponente, Darj am Kreis war der Nutznießer. Das Spiel blieb offen, für den Rechtshänder Babak – Bogdan Criciotoiu konnte nicht richtig laufen – kam nach einer Viertelstunde Linkshänder Nippes im Rückraum. Ob bei Traumparaden von Rudeck oder dem 9:8 von Fabian Gutbrod, gegen den eine rüde Attacke von den bis dahin glänzend pfeifenden Schiedsrichterinnen ungeahndet blieb – die Emotionen waren riesig. Und die Stimmung am Weyersberg war es ebenfalls. So wie bei der 11:8-Führung, als Gäste-Coach Kai Wandschneider seine erste Auszeit nahm. Besser wurde es nicht, die Wurfqualität in seinem Team blieb bescheiden und Keeper Rudeck sollte ein Kapitel Bundesliga-Geschichte schreiben. Zwischen der 17. und 33. Minute blieb der 24-Jährige ohne Gegentor, kam in Hälfte eins bei den abgewehrten Bälle auf eine herausragende Quote von mehr als 50 Prozent.

Derweil spielten sich vorne Gutbrod & Co. in einen Tempo-Rausch, aus dem 7:8 machte der Aufsteiger ein geniales 16:8. „Da haben wir unsere Stärke mit Abwehr und Gegenstoß ausgespielt und gezeigt, dass wir die Punkte unbedingt haben wollten“, sagte Babak. Der für ihn gekommene Nippes erhielt ein Sonderlob. „Es war toll, wie er sich trotz gravierender Blessur für die Mannschaft eingebracht hat“, lobte Clubchef Jörg Föste.

Mehr von Westdeutsche Zeitung