Bundesliga-Neuling sorgt zu Hause weiter für Furore.

Handball-Bundesliga : BHC überrennt daheim auch Lemgo

Beim 35:26 überzeugt der Erstliga-Neuling auf ganzer Linie und steckt auch Rückschläge weg.

Bergischer HC gegen TBV Lemgo – das waren in der Klingenhalle und der Uni-Halle stets hochdramatische Duelle. An diesem Sonntag kam am Weyersberg alles ganz anders. Von Beginn an dominierten die Löwen, führten zur Pause mit 18:10 und brachten diesen Vorteil sicher nach Hause – 2219 Zuschauer erlebten einen 35:26-Erfolg des Bundesliga-Aufsteigers, der sich nach dem dritten Sieg im dritten Solingen-Spiel folglich mit 6:4-Punkten im oberen Tabellendrittel festsetzt.

Zurück im Kader war Bastian Rutschmann – der Torhüter hatte seine Wadenverletzung auskuriert. Passen musste aus dem 18er-Kader, in dem nur der verletzte Fabian Gutbrod fehlte, Kreisläufer Leos Petrovsky. Dessen Positionskollege Max Darj sorgte für den ersten Torjubel, spielerisch leicht fand der BHC den Abschluss über den Kreis. Und legte zum 3:0 nach. Auch, weil Christopher Rudeck zwischen den Pfosten der Löwen besser in die Partie fand als sein Gegenüber Peter Johannesson. Ein Spektakel folgte schon nach neun Minuten. Im Doppelpack hatte der BHC in Überzahl getroffen, Csaba Szücs sogar ins leere Lemgoer Tor. Gäste-Coach Florian Kehrmann nahm die Auszeit, das Publikum tobte – 7:2, was für ein Auftakt!

Kein Einbruch nach
Rot gegen Max Darj

Es sollte noch besser werden. Der Mix aus einer überaus sattelfesten Abwehr mit einem überragenden Rudeck, Hochgeschwindigkeitshandball in Richtung TBV-Tor sowie einem fantastischen Publikum stach auch weiterhin. Hallensprecher Jens Scheffler zelebrierte die Treffer mit den Fans, nach einer Viertelstunde stand ein sagenhaftes 12:3 auf der Anzeigetafel. Dass sich die Gäste aus Ostwestfalen nicht kampflos ergeben würden, war klar, aber die Hausherren hielten auch in der Folgezeit das Heft in der Hand. Das war nicht einfach, denn es gab Rückschläge zu verarbeiten, so die Rote Karte gegen den bis dahin besten Torschützen Max Darj. Dem Schweden, auch im Innenblock der Defensive eine feste Größe, wurde eine unfaire Aktion als grobes Foulspiel gewertet.

Es gab auch Siebenmeter für den TBV. Bastian Rutschmann kam und parierte. Die Klingenhalle stand mit Ausnahme der 50 Gäste-Fans abermals komplett. Der bis dahin höchste Vorsprung von zehn Toren, an dem Daniel Fontaine, der nun zentral deckte, großen Anteil hatte, schmolz bis zur Pause etwas. Schnell stellte der BHC danach auf 21:11, musste dann eine doppelte Unterzahl überstehen. Kein Problem, kurz darauf war sogar die Entscheidung gefallen. In der 42. Minute traf Linus Arnesson ins leere Tor, ließ Coach Kehrmann granteln und die Zuschauer erneut toben.

Die Bergischen wechselten nun kräftig durch und durften schließlich feiern. „Es war ein super Spiel für uns, wir haben es bis zum Ende voll durchgezogen“, schwärmte der sechsfache Torschütze Daniel Fontaine, nachdem er sich den Weg zum Interview beim Fernsehsender Sky gebahnt hatte.