Kempener Verwaltung CDU-Fraktion übt erneut deutliche Kritik an Michael Klee

Kempen · Der Sozialdezernent habe in mehreren Themen Erwartungen geweckt, die gar nicht erfüllt werden konnten.

 Michael Klee ist seit 2012 Dezernent in Kempen.

Michael Klee ist seit 2012 Dezernent in Kempen.

Foto: Reimann, Friedhelm (rei)

Es sei bei der Klausurtagung im Straelener Hof ausschließlich um Sachthemen gegangen. Das betonte CDU-Fraktionschef Wilfried Bogedain mit Blick darauf, dass SPD und Grüne wenige Stunden vor dem Start der Klausur den parteilosen Stadtsprecher Christoph Dellmans als ihren Bürgermeisterkandidaten ausgerufen haben (die WZ berichtete). In Bezug auf einen eigenen Bürgermeisterkandidaten sagte Bogedain am Dienstag, dass er die Linie von Parteichef Philipp Kraft unterstütze. „Die CDU wird sich in aller Ruhe damit befassen.“ Durch den Vorstoß von SPD, Grünen und Dellmans sei die CDU keineswegs unter Zugzwang.

Dass ein Sachthema aber offenbar nicht von einer Personalie zu trennen ist, macht die CDU im Zusammenhang mit mehreren offenen Stellen im Jugendamt deutlich. Wie schon beim Thema Begegnungszentrum im Stadtrat steht auch hier Dezernent Michael Klee im Fokus der Kritik. „Die CDU hat kein Verständnis, dass die Ausschreibung der Amtsleiter-Stelle erst mehrere Monate nach Ausscheiden der bisherigen Amtsleiterin vom zuständigen Dezernenten veranlasst wurde“, lautet die Stellungnahme der Fraktion. Zudem habe der Dezernent das Bewerberfeld durch ein „zu hohes Anforderungsprofil von vorn herein deutlich eingeschränkt“.

Auf Nachfrage betonte Wilfried Bogedain eine grundsätzliche Unzufriedenheit mit der Arbeit von Michael Klee. „Wir sehen seine Tätigkeit rückblickend kritisch. Er hat viele Erwartungen geweckt, die niemals erfüllt werden konnten“, so der CDU-Fraktionschef. Gemeint seien unter anderem der Umbau der Hubertus-Schule zu einem Begegnungszentrum und das Projekt Schulcampus in Kempen sowie eben jetzt die Vakanzen im Jugendamt. Vor allem, wenn man bedenkt, dass Michael Klees achtjährige Amtszeit im April 2020 endet und er dann wiedergewählt werden müsste, stehen die Aussagen von Bogedain für ein klares Abrücken vom Sozialdezernenten.

Klee: Habe nicht die
Macht, alleine zu entscheiden

Auf Anfrage der WZ reagierte Michael Klee ob der CDU-Kritik nicht überrascht. Er machte aber deutlich, dass er sich die Kritik am Verwaltungshandeln nicht alleine anziehen will. „Bei den Themen wie Begegnungszentrum und Schulcampus stehe ich nicht alleine in der Verantwortung“, so Klee. Dies seien Themen, die dezernatsübergreifend und regelmäßig in den Verwaltungskonferenzen behandelt würden. „Den Status oder die Macht, alleine über solche Themen zu entscheiden, habe ich gar nicht“, sagte Klee.

Mit Blick auf die offenen Leitungsstellen im Jugendamt sagte Klee, dass er nach einem intensiven Austausch mit den Mitarbeitern des Jugendamtes entschieden habe, zunächst ein Anforderungsprofil für die Leitungsstelle zu entwickeln. Dies sei zeitintensiv. „Wir brauchen da aber eine Person, die vielen Aufgaben und großem Druck gewachsen ist“, so der Beigeordnete. Und diese Person habe man letztlich im Bewerberfeld nicht finden können. Nun gehe es an eine neue Ausschreibung. Zudem sei das Anforderungsprofil mitnichten „zu hoch“ angesetzt worden. „Im Gegenteil: Wir haben es erweitert, um eine möglichst große Auswahl zu bekommen“, so Klee.

Außerdem sieht der Beigeordnete bei allen personellen Problemen im Jugendamt keinen Qualitätsverlust. Die engagierten Mitarbeiter sorgten dafür, dass keine Defizite entstehen. „Ich kann zum Beispiel erwähnen, dass Kempen eine der wenigen Kommunen ist, die die Betreuungswünsche der Eltern im Kita-Bereich erfüllen kann.“