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Hospital-Stiftung soll nicht am Schmeddersweg bauen

Kempen : CDU hat neue Altenheim-Pläne

Von den Plänen für den Schmeddersweg halten die Christdemokraten nichts. Nun soll im Cambridge-Park etwas passieren.

Hinter der CDU-Fraktion und dem Parteivorsitzenden Philipp Kraft liegt ein intensives Wochenende. Das wurde am Dienstag deutlich, als Fraktionsvorsitzender Wilfried Bogedain und Ratsherr Gerd-Wilhelm Stückemann in einem Pressegespräch die Ergebnisse der CDU-Klausur erläuterten. Die CDU will in vielen Bereichen aufs Tempo drücken. Zudem sollen einzelne Pläne geprüft und auch komplett verändert werden.

Letzteres sagt die CDU vor allem mit Blick auf den vorgesehenen Standort für das dritte Seniorenheim der Stiftung Hospital zum Heiligen Geist. Eigentlich hieß es, dass die Stiftung alsbald auf einem Grundstück am Schmeddersweg bauen möchte, um die Knappheit beim Platz-Angebot im Von-Broichhausen-Stift auflösen zu können. „Hier können wir recht zügig bauen. Eine Erschließung ist vorhanden, wir müssen nicht die weiteren Planungen für den Kempener Westen abwarten“, sagte jüngst Bürgermeister Volker Rübo, der auch Vorsitzender des Stiftungs-Kuratoriums ist.

Die Christdemokraten fordern nun eine Abkehr von diesen Plänen. „Die CDU-Fraktion bittet den Träger, von diesen Planungen Abschied zu nehmen, da der Standort am Schmeddersweg aus unserer Sicht denkbar ungeeignet erscheint“, heißt es in einer Stellungnahme. Ein Bau in einem vorgezogenen Verfahren würde dazu führen, dass die Bewohner über Jahre „inmitten einer Großbaustelle“ leben. Schließlich soll der gesamte Kempener Westen zu einem Baugebiet werden.

Den Abschied vom Schmeddersweg verbindet die CDU mit einer Idee, die schon einmal im Zusammenhang mit einem Hotel-Neubau durch Kempen gegeistert ist. Als Standort für ein Seniorenheim favorisiert die CDU einen Teil des East-Cambridgeshire-Parks. Konkret geht es um einen Teil der Rasenfläche – direkt an der Vorster Straße. In diesem Bereich sieht man am Wochenende regelmäßig Freizeit-Fußballer. Das soll aus Sicht der CDU auch weiterhin im Umfeld möglich sein. „Wir halten aber einen Eingriff in eine innerstädtische Grünanlage an dieser Stelle für die Nutzung zu sozialen Zwecken für vertretbar“, so die Fraktion. Einen Antrag zur Überprüfung und zur Änderung des Flächennutzungsplans hat die CDU schon am Montag bei Bürgermeister Rübo gestellt. „Der Zeitdruck ist offenbar da. Insofern wollen wir keine Zeit verlieren. Die bislang von der Stiftung favorisierte Lösung am Schmeddersweg wollen wir aber nicht“, so Bogedain.

Grünflächen am Steinpfad für ein weiteres Altenheim im Auge

Für die schon beschriebene Nutzung für soziale Zwecke hat die CDU zudem ein weiteres Areal im Auge. Die Rede ist vom Gelände mit Kleingarten- und Grünflächen an Steinpfad und Mülgauweg zwischen St. Töniser und Vorster Straße. „Grundsätzlich sollte diese Fläche als innerstädtische Grün- oder/und Gartenfläche in privater oder öffentlicher Trägerschaft erhalten bleiben“, so die CDU. „Dennoch sollte dieser Bereich auch Raum in einem untergeordneten Verhältnis schaffen, um Gebäude für soziale Zwecke errichten zu können.“ Das könne ein Seniorenheim oder eine Einrichtung für betreutes Wohnen sein, findet Bogedain. Der Bedarf in diesem Sektor werde weiter wachsen. Ebenso kann sich die CDU einen Kindergarten vorstellen, sollte der Betreuungsbedarf in Kempen weiter zu nehmen. Wie beim East-Cambridgeshire-Park hat die CDU auch für die Grünfläche am Rande der Kempener Altstadt eine entsprechende Prüfung beantragt.

Vermarktung im Kempener Westen: 2021 ist das Ziel

Ein weiterer Schwerpunkt der Klausurtagung war das Thema Wohnen. Um schnellstmöglich Wohnraum zu schaffen, fordert die CDU von der Verwaltung, im Kempener Westen keine Zeit mehr zu verlieren. Die CDU-Fraktion will eine kleinteilige Entwicklung in einzelnen Bauabschnitten. Unterm Strich könnten auf dem großen Areal letztlich 1000 Wohneinheiten entstehen. Die CDU ist für einen ersten Bauabschnitt mit 400 Wohneinheiten. Die Fraktion hat sich dabei auf einen Vorschlag geeinigt, den Parteichef Kraft Anfang des Jahres im WZ-Interview vorgestellt hat. Die 400 Einheiten sollen zu je einem Viertel auf Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäuser sowie Geschosswohnungsbau aufgeteilt werden. Für letztere sieht die CDU die Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft GWG) als geeigneten Partner. Ziel der CDU ist, dass möglichst noch 2021 erste Grundstücke vermarktet werden können.

Kreis Viersen und Land als Träger einer Umgehungsstraße?

Diese Vermarktung soll trotz der offenen Frage der Erschließung angegangen werden. Dabei stellt sich die CDU-Fraktion nun auch anders auf als die Stadtverwaltung. Diese hatte sich angesichts von Kosten und Machbarkeit von der Schließung des Außenringes verabschiedet. Die CDU will sich nun aber für diese Nord-Süd-Verbindung einsetzen. Eine Forcierung der Baupläne und -tätigkeiten im Westen könne die Realisierung einer großen Lösung auch unterstützen, so Bogedain. „Wir werden die Verwaltung bitten, Gespräche mit dem Kreis und dem Land über eine Trägerschaft dieser Straße aufzunehmen. Wir sind uns natürlich bewusst, dass sich eine Realisierung nicht kurzfristig erreichen lässt“, so die CDU-Fraktion. Nach Informationen der WZ hat es bereits Gespräche zwischen Parteivertretern auf kommunaler und Landesebene gegeben.