75 Jahre Holiday on Ice: Weltpremiere in Grefrath

Holiday on Ice-Weltpremiere in Grefrath: Bilderrausch zum 75. Geburtstag

Anspruchsvoll, artistisch, atemberaubend: Die Holiday on Ice-Weltpremiere in Grefrath trägt zurecht den Anspruch: beste Eisshow der Welt.  Es gab Standing Ovations. 

Sie haben über Monate  an nichts weniger als an der „besten Eisshow der Welt“ gefeilt, getüftelt, gebaut, Choreographien abgestimmt, für Solisten, Paare, fürs gesamte Ensemble. Sie haben 350 Kostüme entworfen, Requisiten gebaut und Konstruktionen umgesetzt, die Eiskunstlauf in andere Sphären gehoben hat.

Und Grefrath hat am Donnerstag, das ist mit stehenden Ovationen und viel Zwischenapplaus warmherzig und voller Anerkennung bestätigt worden,  die beste Eisshow der Welt gesehen. Holiday on Ice 2018: Was für ein Zauber, ein Spektakel, ein Bilderrausch zum 75.!

Liebeserklärung an Entertainment auf dem Eis

Das war ein grandioser, Bilder füllender Abend. Holiday on Ice-Manager Peter O’Keeffe  dürfte die Begeisterung mit Genugtuung in der ersten Reihe aufgesogen haben. „Showtime ist unsere Liebeserklärung an das große Entertainment auf Eis“, hatte er zum Jubiläum angekündigt. Jetzt wissen die Zuschauer, was er damit meinte.

Das lag auch an dem perfekten Paar der Stunde, an den Eiskunstlauf-Olympiasiegern und Weltmeistern Aljona Savchenko und Bruno Massot, die so schwerelos, elegant und in perfekter Abstimmung übers Eis gleiten können und den schwierigen Tanzgrund dabei glatt vergessen lassen. Ihnen galt die ganze Sympathie der Premierenzuschauer, mit ihrem Vorschuss-Applaus und dem verdienten Beifall nach den zwei Choreographien, von denen man die eine noch von den Olympischen Spielen in Pyeongchang  so wunderschön in Erinnerung hat.

Dieses Hochleistungssportschweben in Eisblau getaucht live zu erleben, ist in Grefrath nur den Zuschauern der Premiere vergönnt. Der Besuch der anderen  Termine ist trotzdem mit größtem Nachdruck zu empfehlen.

Kreativ-Team gehört zur ersten Liga des Showbusiness

Holiday on Ice erzählt sich in „Showtime“  selbst, zeigt, verknüpft mit einer zarten  Liebesgeschichte,  wie es 1943 anfing, mit Idee und Casting, die Show dann ein Welterfolg wurde, was die Marke kann und wie sie fordert.  Und: HoI erfindet sich zugleich neu. Big! „Die ganz große Nummer“ sollte es zum Jubiläum werden. Da hat niemand übertrieben.

Das Kreativ-Team hat alles gegeben. Kim Gavin, der zur ersten Liga im Showbusiness zählt, hat zum ersten Mal eine Schau aufs Eis gebracht. Wobei: Das stimmt so nicht. Denn er hat den Boden verlassen, hat die Eistänzer über den Globus laufen und an Bändern in der Luft schweben lassen. Er hat in Zusammenarbeit mit Star-Choreograph und Eiskunstlauf-Olympiasieger Robin Cousins den Sportlern eine kunstvolle, schwerelose Leichtigkeit geschenkt, das Fliegen auf Kufen, verschmolzen mit dem großartigen Bühnenbild von Misty Buckley, ach was, mit ihren  hundert wunderbaren Bühnenbildern, projiziert auf die große LED-Wand, perfekt abgestimmt mit der Lightshow. Ein Kaleidoskop an Farben, Räume, Welten, Schattentheater.

Man hatte ob der opulenten Bilder immer wieder  den Wunsch, die Szenen anzuhalten, ihre atemberaubende Folge zu stoppen, um sich mit  mehr Muße  dem Gesamtkunstwerk    widmen zu können. Das zweistündige kreative Feuerwerk gestattete das nicht. Sicher ist: Weder ein zweiter, noch ein dritter Besuch dieser Show würden langweilen. Die Musik war  mitreißend,  den  ältesten Fans vielleicht zu modern und laut, aber die Songs schafften es, das Showtempo zu halten und die Ränge fast distanzlos nah ans Eis zu holen.

Kostümdesigner  Michael Sharp hat alle Register gezogen. Er war jeden Cent seines satten Budgets Wert, auch wenn die Eiskunstläufer in den rosafarbenen Uniformen das vielleicht nicht alle unterschreiben würden.

Showteil am Trapez war ein Herzklopfen-Erlebnis

Putzende Matrosen, ein chinesischer Fächertanz, Tänzer mit Gestängen, die Vogelschwärme in die Halle tragen, Formationen mit Riesenspiegeln – witzig und spritzig waren die Szenen, manche unerwartet komisch, andere unerwartet spannend, wieder andere unerwartet herzrasend. Der Showteil am Trapez ist ein Live-Erlebnis, das niemanden  kalt lässt, auch wenn da die Eiskufen keine Rolle spielen.

Nicht alles war perfekt, nicht jeder Sprung wurde gestanden, nicht jede Pirouette war ausgefeilt. Egal!  Das Programm ist fordernd, hart und kräftezehrend. Das hat das Publikum  jederzeit honoriert. Da müssen sich auch wettbewerbsgestählte  Hochleistungssportler beweisen. Unter ihnen Hauptdarstellerin Valentina Marchei als Starlet, das sich in den Regisseur verliebt.

 Ihre Eltern wollten zur Premiere kommen. Wenn sie da waren,  werden sie vor Stolz geplatzt sein. Ihre Tochter paarte, wie ihre Kollegen, die eigentlich hier nicht namenlos bleiben dürften, Spaß, tänzerisches und läuferisches Können auf dem Eis. Die Künstler überzeugten auch schauspielerisch. Jeder Zwischenapplaus für Sprünge, anspruchsvolle Choreographien, Schalk, Charme und Temperament war verdient.

Die Show war ganz großes Kino. Nicht nur einmal dachte man an Hollywood – mitten in Grefrath. Großartig, dass der 75. Geburtstag hier gefeiert wurde. Die Großstädte der Tournee dürfen sich auf die beste Eisshow der Welt freuen.