Arena : 75 Jahre kommen auf das Eis

Am 28. Dezember ist mit „Showtime“ das Jubiläumsprogramm von Holiday on Ice in der Kölner Arena zu Gast. In Antwerpen liefen am Wochenende die letzten Proben.

Intensiv war die Probenarbeit in den AED-Studios in Lint unweit der Stadtgrenze von Antwerpen. Dort wurden gleich zwei Shows vorbereitet, mit denen Holiday im Jahr des 75-jährigen Bestehens auf große Tour gehen wird. „Heute Morgen hatten wir noch die Generalprobe von Showtime, die perfekt gelaufen ist. Außerdem haben wir noch ein paar Specialeffects geprobt, die man wegen der Kosten und des Aufwands nicht allzu oft testen kann“, sagt der künstlerische Leiter Kim Gavin, bekannt unter anderem durch Bühnenshows für Take That, Pink, Robbie Williams und die Abschlusszeremonie der Olympischen Spiele in London 2012.

Die groß inszenierte Show beginnt mit einer opulenten After-Show-Party von Holiday on Ice. Dann schlägt der Produzent das Geschichtsbuch der erfolgreichsten Eisshow der Welt, die in mehr als 80 Ländern zu sehen war und die mehr als 330 Millionen Besucher verzeichnen konnte. Die Liebesgeschichte zwischen dem Impresario und seiner Hauptdarstellerin in der rote Faden der Show. Die aktuelle Inszenierung ist die 105. Produktion von Holiday on Ice. Sie trägt den Namen „Showtime“ und kommt vom 28. bis zum 29. Dezember in die Kölner Lanxess-Arena und vom 3. bis zum 6. Januar in die Halle an der Siegburger Straße in Düsseldorf.

Begonnen hat alles mit einer Weihnachtsshow im Hotel

Erzählt wird Kapitel für Kapitel die große Erfolgsgeschichte, des eisigen Spektakels. Begonnen hatte diese an den Weihnachtstagen in einem Hotel in Toledo im Staat Ohio. Damals ahnte noch niemand, welchen Weg Holiday on Ice einmal nehmen würde. Die Shows etablierten sich rasant in den Vereinigten Staaten, 1947 gab es die ersten Touren in Zentral- und Südamerika und ab 1950 auch in Europa. Die Premiere in Deutschland fand am 10. Dezember 1951 in Frankfurt statt. Auch Asien, Afrika und den Mittleren Osten konnte man sein Publikum erobern. Bis heute gab es in 630 Städten rund 55.000 Vorstellungen.

Gearbeitet wurde und wird auch immer mit internationalen Stars aus den Bereichen Musik, Mode und Design wie Christian Dior, Phil Collins, Chris de Burgh, Harald Glööckler, Sophie Ellis-Bextor und Sarah Connor. „Besonders jetzt wollen wir unserem Anspruch gerecht werden, Eis-Entertainment immer neu zu inszenieren und unvergessliche Momente für unser Publikum zu schaffen. In der neuen Produktion werden wir das erste Mal in unserer Geschichte mit 360-Grad-Hologramm-Effekten arbeiten“, sagt der Vorstandsvorsitzende von Holiday on Ice, Peter O‘Keeffe.

Zu seinem kreativen Team zählt in Lint auch der Star-Coreograph Robin Cousins, der selbst einmal beim Eiskunstlauf einen Olympiasieg (1980) geholt hatte. „Holiday on Ice hat eine unglaubliche Tradition. Die Marke trägt ein Qualitätsversprechen in sich, sowohl für die Künstler als auch für das Publikum.“

Die Kostüme spiegeln
75 Jahre Holiday on Ice wieder

Die neue Produktion ist ein Feuerwerk der Farben: „In der Show war es für mich als Kostümdesigner die Herausforderung, die Geschichte in den Outfits der 40 Eiskunstläufer und Artisten zu erzählen, die bei uns auf dem Eis stehen. Dafür habe ich mir auch viele alte Bilder und Filme angeschaut. Wir erzählen die Geschichte anhand der wichtigsten Charaktere der vergangenen 75 Jahre“, berichtet Michael Sharp, der auch schon für Musikstars wie Annie Lennox, Take That und die Spice Girls gearbeitet hat. Rund sieben Monate hat er mit seinem bis zu 18-köpfigen Team an den mehr als 400 Kostümen gefeilt.

„Showtime“ ist die wohl bislang aufwendigste Produktion von Holiday on Ice. Das gilt auch für die Requisiten und das Bühnenbild. So wird eine Lokomotive auf die Eisfläche fahren und ein großer Globus schwebt über dem Eis, während einer der Eisläufer mit Schlittschuhen darüber läuft. Die Lok steht für die Reise der Eisshow in den vergangenen 75 Jahren und der Globus zeigt die weltweite Verbreitung von Holiday on Ice.

Geprobt wird in großen Fernsehstudios, wo sonst die großen TV-Formate aufgezeichnet und gesendet werden. „Nur hier können wir das komplette Bühnenbild von Showtime aufbauen und so unter den realen Bedingungen proben“, sagt Willem Metz, Consultant Executive Producer bei „Holiday on Ice“. Geprobt wurde in Belgien nicht nur für die neue Show, sondern auch für die zweite Saison von „Atlantis“ unter anderem mit den Zwillingen Valentina und Cheyenne Pahde, bekannt durch die TV-Soap „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“.

Stars der Eiskunstlaufszene stehen in Rampenlicht der Show

Sie sind nicht die einzigen Promis, die in den vergangenen Jahrzehnten bei Holiday on Ice dabei waren. Viele Topathleten der Eiskunstlaufszene waren als Gaststars auf dem Eis wie Sonja Henie, Marika Kilius, Hans-Jürgen Bäumler, Katarina Witt, Tanja Szewczenko, Norbert Schramm und Robin Cousins.

Aktuell stehen bei „Showtime“ die Olympiasieger und Weltmeister Aljona Savchenko und Bruno Massot. „Wir hatten zwei Träume – das waren die Siege bei Olympia und bei der WM, und das war der Wunsch, Teil von Holiday on Ice zu werden“, sagt Savchenko. Bei der Show zeigen die beiden in Köln und Düsseldorf ihre Olympiakür in leicht gekürzter Form sowie ein neues Programm. „Die Zusammenarbeit mit den Kollegen war toll, viele kennen wir aus der internationalen Eiskunstlaufszene. Was wir nach der Tour weiter machen werden, ist noch offen, darüber denken wir gerade nach“, erklärt Massot.

Die erste Station mit der Weltpremiere ist Grefrath am Niederrhein mit der Weltpremiere. Danach geht es durch ganz Deutschland. Neun Lastzüge sind notwendig, um die gesamte Ausrüstung von Showort zu Showort zu fahren. „Atlantis“ wird nicht NRW zu sehen sein. Diese Produktion feiert am 6. Dezember in Magdeburg Premiere und ist dann auch in Österreich zu sehen.

Service: In Köln gibt es in der Lanxess-Arena am 28. und 29. Dezember insgesamt fünf Shows zu sehen. Karten gibt es unter Telefon 0221/8020. Weitere Stationen sind in NRW Düsseldorf, Halle an der Siegburger Straße, vom 3. bis zum 6. Januar, und Dortmund, Westfalenhalle, 18. bis 20. Januar.

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