Neviges : Nach dem Regen kam der Sonnenschein

Als Aufgebaut wurde war der Himmel noch blau. Dann kam der Regen. Der Nikolaus musste in der Kirche die Kinder bescheren. Erst zu später Stunde kam die Sonne zurück.

„Als wir aufbauten, hatten wir blauen Himmel“, freute sich Gabi Nettelbeck von der Evangelischen Kirchegemeinde am Samstagmittag. Aber die Freude hielt nicht lange, dann kam der Regen, es goss in Strömen. Björn Barnehl ließ sich durch das schlechte Wetter vom Besuch des Weihnachtsmarktes an der Stadtkirche nicht abhalten. „Das ist Tradition“, so der Nevigeser und genoss den heißen Eierlikörpunsch.

Der Regen hatte den von den Kindern sehnlichst erwartete Nikolaus zur Bescherung in die das Gotteshaus getrieben. Die Kleinen waren auch dem Verschwinden den Heiligendarstellers außerordentlich aufmerksam. „Da hat der Nikolaus seinen Mantel hingelegt“, stellte die dreijährige Luna erstaunt fest. „Denn hat der sicher vergessen, das ist ein alter Mann“, so die Antwort eines Kirchenbesuchers, die den Auftritt der „Akkordemiker“ erwartete. Die Musikgruppe spielte Weihnachtslieder in ungewöhnlicher Besetzung: Die Quetschkommoden wurden durch Saxophon und Schlagzeug ergänzt.

Die Betreiber der Stände langweilten sich bei Regenwetter

Derweil langweilten sich draußen die Standbetreiber. Bei dem Regenwetter interessierte sich niemand für Kinderkleidung von Gudrun Rudolph, die auch ein Sortiment Socken dabei hatte, die von Monika Schlinghoff für die Rumänienhilfe Rastede gestrickt wurden. Sehr außergewöhnlich war der Stand der Sportfreunde Siepen, die Spanferkel anboten. Ein elektrisch betriebener Drehspieß ließ die kleinen Schweine über ein Buchenholzfeuer rotieren. Anfangs hatte Theodorus Panagiotidies noch befürchtet, dass keiner kommen würde, aber am Abend war er ausverkauft.

Als zu späterer Stunde der Regen endlich aufhörte, stieg die Nachfrage nach dem speziellen Spießbraten mit Rotkohl und Bratkartoffeln sprunghaft an, so dass der Stand ausverkauft war und am Sonntag erst gar nicht wieder aufmachte. Gestern lockte das trockene und zeitweise sonnige Wetter viele Besucher zum Kirchplatz.

Bei der Evangelischen Jugend wurde die Curry-Soße knapp

„So ein Markt steht und fällt mit dem Wetter“, stellten Laura Tonscheid und Mira Sobolewski vom Bürgerverein Neviges-Hardenberg fest, die mit der Nachfrage nach Popcorn, Zuckerwatte und Glühwein durchaus zufrieden waren. Gegenüber bei der Evangelischen Jugend wurde derweil die Tunke für die Currywurst knapp. „Die kommt aus der Kantine von Volkswagen in Wolfsburg. Das soll die zweitbeste Currywurstsauce Deutschland sein“, so Jugendleiter René Görtz, der über Beziehungen da ran kam. Weil der Stand mit den Crepés kurzfristig ausfiel, wurde die süße Nascherei gleich mit angeboten. Thomas Beller hatte sich bei RexhaWood gleich zwei Holzkugelschreiber mit den Namen seiner Frau und seiner Mutter gravieren lassen: „Holz und dazu auswechselbare Minen, das ist ein sehr nachhaltiges Produkt.“

Während am Samstag Silvano Neigen missmutig auf die Pfützen schaute, hatte der Karussellbetreiber gestern gute Laune. Immer wieder drehte sich der Minikreisel, sehr zur Freude der kleinsten Besucher.“ Schön, die haben ihren Spaß.“ Neben den Nevigesern besuchten kamen auch Touristen. „Ist das der Weihnachtsmarkt?“, fragte Mechthild Wiese fast ein wenig ungläubig. Die Mönchengladbacherin nutzte den Tag, um das Bergische Land zu entdecken, vor allen wollte sie Bergische Waffel essen, was sie im Nostalgiecafé tat. „Da sah es aus wie bei meiner Oma, ich kam mir wie im meiner frühen Kindheit vor.“