Neviges : Pilgerparkplatz und Eventfläche

Im Verwaltungsrat der TBV fiel der alte Böhm-Plan durch, eine Verbindung vom Schloss zum Dom zu schaffen.

„Der Wirtschaftsplan ist sehr Neviges-lastig – das ist auch gut so“, befand Michael Schmidt (CDU), nachdem TBV-Vorstand Sven Lindemann den Plan der Technischen Betriebe Velbert in der jüngsten Sitzung des Verwaltungsrates vorgestellt hatte. Von den 17 Maßnahmen in dem Wallfahrtsort ist die Neugestaltung des Domparkplatzes mit Abstand die größte und sichtbarste Investition. „Nach der Vorstellung des ersten Umbauplans haben uns einige Nevigeser darauf aufmerkam gemacht, den Platz so zu gestalten, dass dort eine Kirmes oder ein Zirkus stattfinden kann“, sagte Sven Lindemann.

Arnd Sulimma, der Sachgebietsleiter Verkehrswesen, stellte drei Varianten vor. Die erste sieht im nördlichen Teil in der Nähe zum Schloss eine kleine Aufstellfläche von 1300 Quadratmetern für Veranstaltungen vor, bei der zweiten sind 1900 Quadratmeter vorgesehen. „Da passen große Fahrgeschäfte und Zirkuszelte mit einem Durchmesser von 40 Meter hin“, hatte sich Sulimma erkundigt. Die notwendige Pflöcke können außerhalb der befestigten Flächen eingeschlagen werden. Die Oberflächen werden in Asphalt mit einer Epoxidharzbeschichtung in den Parkflächen und eingefärbten Asphalt in den Fahrgassen ausgeführt. In beiden Fällen ergeben sich Stellplätze für rund 150 Personenwagen und zwei Busse sowie vier Parkplätze an Elektroladesäulen.

Als dritte Möglichkeit hatte Arnd Sulimma den 45 Jahre alten Plan des Dom-Architekten Gottfried Böhm aus der Schublade geholt. Der sieht 168 Pkw- und 18 Busstellplätze vor, die Wiese zwischen Vorburg und Bernsaustraße würde wegfallen. „Wo sind die Wohnmobilplätze und wo gehen die Bürgerbusfahrer auf die Toilette?“, fragte Hartmuth Kitzrow (FDP). „Wohnmobilplätze dürften kein Problem sein“, entgegnete Sven Lindemann. Verwaltungsratsvorsitzender und Bürgermeister Dirk Lukrafka verwies auf die vielen Toiletten in der Umgebung und schlug vor, einen ersten Schritt zu machen: „Dann kann man entscheiden, ob man eine Toilette braucht. Auch Ladestationen für E-Bikes sind kein Thema, Strom liegt da.“

Sven Lindemann verwies darauf, dass man sich noch in einem sehr frühen Stadium befindet, obwohl die Entwässerung schon geplant ist, kann man noch alle Dinge aufnehmen und besprechen. „Ich habe die Hoffnung, das dieser Parkplatz nicht zerredet wird, wir denken in die richtige Richtung“, gab er den Politikern auf den Weg.

Für Ute Meulenkamp (SPD) ist es wichtig, dass der Parkplatz gemacht wird. „Der jetzige Zustand ist eine Katastrophe. Ich würde vorschlagen, dass der Plan auch in die Altstadtkonferenz kommt, damit die Bürger mitgenommen werden können.“ Parteikollege Volker Münchow warf ein, ob man den kaum genutzten Bürgersteig an der Bernsaustraße nicht auch fürs Parken herrichten kann, zumal ins Mühlengebäude eine Gastronomie einziehen wird. Der Böhm-Plan stieß auf wenig Gegenliebe: „Wenn ich auf das Schlossensemble schaue und ich habe den Parkplatz davor, finde ich das sehr gewöhnungsbedürftig“, so die Reaktion von Michael Schmidt.

„Die Grünflächen brauchen wir für den Mittelaltermarkt“, merkte zu dem Hartmuth Kitzrow an. „Wir werden das Thema noch in mehreren Gremien besprechen“, versicherte Lukrafka und mahnte angesichts der anstehenden Sanierungsarbeiten am Schloss dazu, keine Zeit zu verlieren, wobei die Tendenz zur zweiten Variante mit der größeren Veranstaltungsfläche geht.