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Wülfrath: Ohne Ehrenamt gäbe es keinen Awo-Treff

Wülfrath : Ohne Ehrenamt gäbe es keinen Awo-Treff

Mitglieder, Ehrenamtler und weitere Gäste feierten am vergangenen Freitag das 100-jährige Bestehen der Arbeiterwohlfahrt und gedachten den Anfängen der heute bundesweit bekannten Organisation.

Knapp 50 Gäste feierten gemeinsam mit dem Vorstand der Wülfrather Awo am vergangenen Freitag das 100-jährige Bestehen der Wohlfahrtsorganisation. „Diese Gründung“, so führte der Ortsverbandsvorsitzende Peter Zwilling in sein Grußwort ein, „wurde von der Sozialdemokratischen Partei (SPD) beschlossen. Die Frauenrechtlerin und Reichstagsabgeordnete Marie Juchacz wurde damit beauftragt, der Organisation Leben einzuhauchen.“

Was klein begann, hat sich mit den Jahren zu echten Größen in einzelnen Kommunen entwickelt. Auch der Awo-Treff in Wülfrath gehört seit Jahrzehnten mit zum Stadtbild. Artikel über die Anfänge und die weitere Historie der Einrichtung konnten die Besucher anhand aufgestellter Schautafeln nachlesen, ebenso wie weitere Hintergründe über die heutige Arbeiterwohlfahrt und ihre
Gründerin.

Dass das Konzept „Begegnungstreff“ in erster Linie wegen dem unermüdlichen Einsatz der zahlreichen Ehrenamtler aufgeht, gab Peter Zwilling in seiner Einführungsrede ebenfalls nur zu gerne zu. Mit netten Anekdoten zu jedem einzelnen Ehrenamtler rief er diesen auf die Bühne. Geschenke gab es schließlich von Einrichtungsleiterin Cornelia Weimer, die die Geschickte des Awo-Treffs seit zwei Jahren steuert. So durfte sich jeder ehrenamtliche Helfer- ob er die Kegelbahn beaufsichtigt, bei Veranstaltungen Eintrittsgelder kassiert, in der Küche hilft, das Kultur-Bistro oder den Blutspendedienst begleitet – über eine Flasche Wein freuen. Eine besondere Ehrung wurde Bernd Jost zu teil. Der Wülfrather ist bereits seit 1964 Mitglied der Awo und bekam für seine Treue die goldene Brosche verliehen.

Ernste Worte hatte Peter Zwilling neben der Feierlaune trotzdem. Und so verwies er darauf, dass die Unterhaltung der Einrichtung nur durch Spenden- und Fördergelder möglich sei.

Förder- und Spendengelder sichern das Überleben des Treffs

„Die Zuschüsse von Kreis und Stadt sind seit vielen Jahren nicht erhöht worden. Wir verlieren also jedes Jahr den Inflationsausgleich und versuchen das mit ehrenamtlicher Arbeit zu kompensieren“, so Zwilling mit Blick auf die anwesenden Gäste. „Die Gesellschaft darf sich nicht darauf ausruhen, dass das gesellschaftliche Engagement den sozialen Zusammenhang und den sozialen Frieden schon irgendwie organisieren und auch finanzieren wird.“ Nach einem weiteren Grußwort von dem stellvertretenden Bürgermeister Wolfgang Preuß wurde die Aufmerksamkeit auf ein kleines Theaterstück, welches das Leben von Marie Juachacz beleuchtet, gelenkt. Einig waren sich die Anwesenden allesamt, dass die Jubiläumsfeier eine schöne Art der Anerkennung für die geleistete Arbeit der Haupt- und Ehrenamtler war. „Ich habe vor zwölf Jahren angefangen in der Küche zu helfen und bin dabei geblieben“, erinnert sich Ilse Eichmann. Die gebürtige Wuppertalerin unterstützt den Awo-Treff mindestens an zwei Tagen in der Woche. „Und wenn mal was Außergewöhnliches stattfindet, dann bin ich auch hier.“ Warum sie ihre Zeit gerne in der Begegnungsstätte verbringt, kann sie gar nicht genau sagen. „Ich bin eben gerne hier. Und ich hab genügend Zeit.“ Das Fest ist für die heutige Wülfratherin eine schöne Abwechslung zum Alltag gewesen.

Begleitet wurde die Feierlichkeit von Cornelia Hessenberg am Klavier von Christoph Rehm an der Geige. Das Duo spielte passend zum Anlass Musik aus den 1920er Jahren.