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Wülfrath: Mrstik: „Mit mir wird Wülfrath zum Vorreiter“

Wülfrath : Mrstik: „Mit mir wird Wülfrath zum Vorreiter“

Wo sehen Sie Wülfrath in fünf Jahren?

Stephan Mrstik: Das hängt auch davon ab, wie die Wahl zum Stadtrat und zum Bürgermeister ausgeht. Werde ich Bürgermeister, wird Wülfrath beim Klimaschutz und der Digitalisierung zum Vorreiter. Wülfrath bleibt eine Stadt, in der wir leben statt nur zu wohnen. Dazu werde ich das bürgerliche Engagement, die Vereine und das Ehrenamt stärken sowie für zukunftsorientierte Arbeitsplätze sorgen. Wir werden bessere Bus- und Bahnanbindung in die umliegenden Großstädte haben. So wünsche ich mir Wülf­rath in fünf Jahren.

Wie möchten Sie den ­städtischen Haushalt ­ausgleichen? Wann kann Wülfrath schuldenfrei sein?

Mrstik: Um die enormen Schulden der vergangenen 20 Jahre zu tilgen, braucht es schon eine ganze Zeit. Dennoch haben wir Gestaltungsmöglichkeiten, die ich nutzen möchte. Mit mir werden wir nicht resigniert auf Hilfe von außen warten. Der größere Hebel liegt auf der Einnahmenseite. Dennoch lässt sich sicher auch noch die Verwaltung optimieren. Nicht weil die Verwaltung schlecht arbeitet, sondern weil die Verwaltung wie ein Unternehmen kontinuierlich optimiert werden muss. Alleine weil sich Technologien und Anforderungen im Laufe der Zeit ändern. Ich setze dabei vor allem auf interkommunale Zusammenarbeit, Digitalisierung und die Verbesserung von Abläufen in der Verwaltung. Bei den Einnahmen ist die Gewerbesteuer zu stabilisieren und dann durch neue Unternehmensansiedlungen zu steigern. Das wird eine enorme Herausforderung. Ich möchte dazu die Wirtschaftsförderung im Rathaus personell verstärken und werde den Strukturwandel von Kalk zu zukunftsorientierten Technologien in Angriff nehmen. Die Stadt Wülfrath wird wieder aktive Wirtschaftspolitik in Wülfrath betreiben. Projektförderung durch Land und Bund wird zunehmend wichtiger und ist ein wichtiges Finanzierungsinstrument. Ich will die Programme durch einen Projektmanager im Rathaus für Förderprogramme optimal ausnutzen. Das bietet die Chance auf Schuldentilgung, Arbeitsplätze und gute kommunale Angebote für die ­Wülfrather Bürger.

Wie sieht die Verwaltungs­arbeit der Zukunft aus?

Mrstik: Sie wird service­orientierter für die Bürger sowie Unternehmen und digitaler. Wegen des Fachkräftemangels muss die Stadt gleichzeitig ein attraktiver Arbeitgeber sein. Das stellt ganz neue Herausforderungen an die Führung einer Verwaltung. Kommunen die das nicht hinbekommen, werden bei schrumpfender Bevölkerung „ausbluten“. Daher dürfen wir keine Zeit verlieren und sollten hier sofort anfangen.

Wie interpretieren Sie den Begriff Zukunft in Bezug auf die Stadt Wülfrath?

Mrstik: Zukunft ist für mich nicht nur eine Zeit, sondern, dass unsere Kinder und Jugendlichen gute Lebenschancen haben und wir jetzt dafür den Grundstein setzen. Daher ist Bildung so wichtig und soll nicht weiter so stark von der sozialen Herkunft abhängig sein. Ich möchte weiterhin alle Schulabschlüsse in Wülfrath anbieten und den Jugendlichen einen guten Übergang ins Berufsleben sichern. Gleichzeitig ist der Klimawandel einzudämmen. Klimaschutz geschieht vor Ort. In den Kommunen werden wichtige Entscheidungen zur Energie, Wohnbebauung und Mobilität getroffen. Wir können unseren Lebensstandard nicht weiter auf Kosten der nachfolgenden Generationen führen. Ich habe daher im vergangenen Jahr intensiv für die Wülfrather Klimaziele gekämpft, die der Stadtrat dann beschlossen hat und möchte diese als Wülfrather Bürgermeister erreichen.

Angenommen Sie werden Bürgermeister: Worauf ­freuen Sie sich in Bezug auf ihr Amt ganz besonders?

Mrstik: Ich freue mich darauf zu gestalten und zwar im Team, sowohl im Rathaus als auch in der ganzen Stadt Wülfrath. Dazu bringe ich eine ganze Menge Ideen mit und mache Politik mit Leidenschaft. Ich möchte in der Stadt, in der ich mit meiner Familie lebe, eine gute Lebensqualität erhalten.