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Krefeld: Handballer starten mit und ohne Fans

Handball : Handballer starten mit und ohne Fans

In Anrath bleiben die Zuschauer vor der Tür – In Grefrath wurde vorsorglich das Trainingslager abgesagt.

Fast sechs Monate ruhte wegen Corona der Meisterschaftsbetrieb bei den Handballern am Niederrhein. Nun stehen die Amateure von Lank über Krefeld, Tönisvorst, Grefrath und Anrath aber in den Startlöchern. Die Vorfreude, endlich wieder offiziell um Punkte und Tore zu kämpfen, ist riesengroß.

Dennoch gehen nach der langen Zwangspause fast alle Verantwortlichen mit einer gehörigen Portion Zurückhaltung an den Start, der am Samstag, 5. September, beginnt. Zu groß ist die Sorge, dass schnell Spiele wegen möglicher infizierter Spieler abgesagt werden und der Spielplan durcheinandergewirbelt wird.

So lässt Landesliga-Aufsteiger TV Anrath erst gar keine Zuschauer in die Leineweberhalle hinein. Ausgerechnet beim Landesliga Comeback am Samstag um 18.15 Uhr gegen den favorisierten Nachbarn TV Vorst fehlt die Fan-Unterstützung. Trainer Philipp Roefs ärgert sich: „Bei uns im Verein gab es nicht genügend Personen, die sich stark gemacht haben, unter den entsprechenden Hygiene-Vorschriften die Halle vorzubereiten. Also spielen wir leider ohne Fans, denn gerade gegen Vorst wäre die Halle voll geworden.“

Kurzfristig um drei Wochen nach hinten verlegt wurden zudem der Auftakt in der viertklassigen Nordrhein-Regionalliga. Dort spielen die Damen der Turnerschaft St. Tönis. Den Schock noch kräftig in den Gliedern spüren dürften die Handballer der Turnerschaft Grefrath. Der Verbandsliga-Absteiger, unter Leitung des ehemaligen Kempener Trainers Duc Bui, musste am vergangenen Samstag wegen des Verdachts einer Coronainfektion eines Spielers das zweitägige Trainingslager absagen. Vier geplante Testspiele fielen aus, auch wenn der Schnelltest negativ verlief.

Mächtig auf die Folter gespannt werden aber zunächst die Krefelder Handballfreunde. Denn erst am letzten Hinrunden-Spieltag, der am Freitag, 15. Januar, um 20 Uhr beginnt, stehen wieder die alten Stadtrivalen Adler Königshof und der TV Oppum sich gegenüber. Oppums Trainer Ljubomir Cutura sieht seinen eher schmalen Kader von 13 Spielern gut vorbereitet: „Mit den Zugängen Cedric Linden und Phillipp Peich sind wir im Rückraum noch besser aufgestellt, dazu fand Cutura mit Daniel Köffers und Vincent Winkels auf den Außenbahnen zwei starke Alternativen: „Wir wollen uns im oberen Mittelfeld festsetzen.“

Favorit auf den Regionalliga-Aufstieg ist Borussia Mönchengladbach. Die Handball-Fohlen verpflichteten Ex-HSG-Erfolgstrainer Ronny Rogawska. Im umgekrempelten Team stehen mit Heider Thomas und Niklas Weiß zwei ehemalige Uerdinger. Der Königshofer Trainer Marius Timofte dagegen muss gleich ein neues Spieler-Quintett in seinen Kader integrieren: „Mein Team ist noch einmal jünger, noch grüner hinter den Ohren und noch unerfahrener als je zuvor. Der vierte Platz aus der letzten Serie ist eine schwere Hypothek und wird nicht zu wiederholen sein.“ Eine Schwächung im Adlerspiel ist sicher die Sportpause von Niklas Funke, der zuletzt mit Routinier Sebastian Bartmann die Innenachse der Adler-Abwehr stellte.

Hülser SV will die
Verbandsliga aufmischen

In der Verbandsliga sorgt der Hülser SV mit der Verpflichtung des erst 23-jährigen Trainers Nico Biermann für eine kleine Überraschung. Als Nachfolger von Routinier Michael Görtz will der ehemalige Kreisläufer mit seinem verjüngten Team um Ex-HSG-Kapitän Marcel Görden als Aufsteiger die Liga aufmischen. Der neue Hülser Trainer war zuvor Co-Trainer in Rheinhausen und Rumeln, beendete nach drei Kreuzbandrissen als 20-Jähriger seine Spielerkarriere. Wie gut Hüls aufgestellt ist, kann das Team direkt am Samstag um 19.30 Uhr bei Treudeutsch Lank zeigen. Für die heimstarken Gastgeber geht es laut Trainer Achim Schneiders, zunächst nur um den Klassenerhalt.