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KFC Uerdingen: "Das Team hat Tempo gewonnen"

3. Liga : „Das Team hat Tempo gewonnen“

Ein Stürmer wird beim KFC noch gesucht. Trainer Stefan Krämer ist aber mit dem Stand der Vorbereitung zufrieden.

In drei Wochen wird es ernst. Dann muss die fast runderneuerte Mannschaft des Drittligisten KFC Uerdingen im Auswärtsspiel beim FC Ingolstadt beweisen, was sie wert ist nach der sechswöchigen gemeinsamen Zeit. Was das Betriebsklima angeht, macht sich Trainer Stefan Krämer bisher keine Sorgen. Der Prozess des Zusammenwachsens nehme seinen natürlichen Lauf: „Die Stimmung ist sehr gut. Die Jungs kommen mit Spaß zur Arbeit und verstehen sich gut.“

Zu- und Abgänge

Zwölf Neue hat Krämer nach und nach in seinem Ensemble begrüßt. Der Kader umfasst 26 Spieler. Darunter befinden sich drei Torhüter. Das Durchschnittsalter wurde leicht gedrückt auf nun 26,7 Jahre. Im Vorjahr stellten die Krefelder das älteste Team der Liga. Auffällig ist, dass versucht wurde, die offensiven Außenbahnen und das Mittelfeld stärker zu besetzen. Von allen Positionen soll mehr Torgefahr ausgehen. Dies soll und kann kein Alleinstellungsmerkmal der Stürmer sein, von denen es beim KFC derzeit nur zwei etatmäßige gibt: Adriano Grimaldi und Osayamen Osawe, der sich verletzt hat und länger ausfallen wird. Nach einem Angreifer und Vollstrecker für das Zentrum werde noch gefahndet, doch nicht mit übereiltem Handeln. „Wir haben eine ganz gute Basis. Wir werden nur Dinge machen, von denen wir 100 Prozent überzeugt sind“, sagt Trainer Krämer zu den weiteren Kaderplänen. Kolja Pusch und Peter van Ooijen haben in den Testspielen schon angedeutet, dass sie die gewünschte Rolle ausfüllen können. Der Niederländer van Ooijen hatte jedoch seit dem Frühjahr bis zum Trainingsauftakt am 5. August kein Spiel oder Mannschaftstraining bestritten und brachte daher einen Fitnessrückstand mit nach Krefeld. In der Defensive fielen die jungen Stefan Velkov, Fridolin Wagner und Omar Haktab Traoré bisher durch ihre Ruhe und Souveränität auf. Eigenschaften, die im rauen und hektischen Drittliga-Alltag wertvoll sein können. Trainer Stefan Krämer zeigt sich mit dem Kaderumbau einverstanden: „Wir haben generell das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Das Team hat Tempo gewonnen. Wir hoffen auf mehr Torgefahr aus dem Mittelfeld.“

Die Testspiele

Die Ergebnisse und Leistungen gegen höherklassige Gegner ließen aufhorchen. Einem 0:3 gegen die PSV Eindhoven folgte ein 1:2 gegen Zweitligist SC Paderborn, dem folgte ein fulminanter 3:1-Erfolg gegen Bundesligist FC Schalke 04, ein 0:0 gegen den VfL Bochum und ein 3:4 über 120 Minuten gegen Hannover 96. Doch ist es gemeinhin nicht ungewöhnlich, dass sich Außenseiter im Kräftemessen mit den Großen zu bemerkenswerten Auftritten ausschwingen können. Das Geschehen rund um seine Mannschaft in den Testspielen befand Trainer Krämer daher auch als „total in Ordnung.“ Man habe mutig nach vorne spielen und Ballbesitz haben wollen. Überschwang ist dem Fußballlehrer jedoch fremd. Schon oft habe der Fußball gezeigt, dass nach einer mäßigen Vorbereitung eine gute Spielzeit folgen kann. Und umgekehrt, nach einer ordentlichen Testphase ein schlechter Saisonstart. Was zählt, ist und bleibt der Wettbewerb der 3. Liga mit seiner immensen Leistungsdichte und der damit besonderen Anforderung an die Mentalität der Spieler über 90 Minuten. Dort müssen Punkte und Tore her. „Wir sind in der Vorbereitung, die Jungs sollen lernen. Im Ligabetrieb muss es dann sitzen“, sagte Krämer nach dem 3:1-Sieg über den FC Schalke 04.

Training

Das Testspiel in Lohne fällt am Samstag aus „organisatorischen Gründen“ aus, wie Krämer sagte. Dafür bittet der Fußballlehrer seine Mannschaft noch einmal zum Training. Ob am Montag ein Trainingslager in den Niederlanden ansteht, war am Freitag noch nicht sicher. Seit 5. August absolviert der KFC seine Übungen auf dem Gelände des SC Bayer Uerdingen am Löschenhofweg. „Es gibt nichts zu meckern“, sagt Krämer nach den ersten Wochen. Der Schritt, einen festen Trainingsplatz dauerhaft nutzen zu können, statt wie im Vorjahr wie ein Nomadenvolk durch die Region zu ziehen, habe sich gut angelassen. „Es hat sich in die richtige Richtung entwickelt“, sagt Stefan Krämer.

Der in diesen Breiten gewöhnlich nasse Herbst und Winter wird jedoch dem Rasenplatz alles abverlangen. Eine professionelle Pflege wird nötig sein, damit der Untergrund die tägliche Dauerbelastung der Fußballer überstehen kann. Ein Ausweichplatz, wie ihn auch der KFC-Trainer erwägt, aber dürfte den Verschleiß zusätzlich mindern.