HSG Krefeld plant für die zweite Liga

Handball : Wirtz: 600 000 Euro für die 2. Liga

Die HSG Krefeld will aufsteigen und baut die Strukturen im Verein um.

Die HSG Krefeld nimmt das Abenteuer 2. Liga in Angriff. Ende Februar wird der Lizenz-Antrag für die zweithöchste Spielklasse gestellt. Doch erst zwischen Weihnachten und Neujahr, nach langem Ringen und vielen Gesprächen, entschieden sich die Verantwortlichen um Geschäftsführer Thomas Wirtz endgültig, den nächsten Schritt zu gehen. Falls das Team von Trainer Ronny Rogawska nun die sportlichen Vorrausetzungen schafft und im Mai als Westmeister die 3.Liga beendet und sich anschließend in der Aufstiegs-Relegation durchsetzt, könnte es im Sommer erstmals in dieser Form Zweitliga-Handball in Krefeld geben. Wirtz und seine Mitstreiter wollen nun das Handball-Flaggschiff für Krefeld startklar machen. Mit kluger Planung und einem realistischen Etat soll in der Deutschen Handball Liga (HBL) gestartet werden: „Wir rechnen mit einem Etat von 600 000 Euro als unterstem Einstieg. Das ist viel Geld, aber im Vergleich mit dem Fußball gar nichts.“

Kader soll 17 bis
18 Spieler umfassen

Mit einem 17 bis 18 Spieler umfassenden Kader soll Trainer Rogawska, der keinen Co-Trainer zur Seite gestellt bekommt, in die Saison starten. Der mehr als verdoppelte Etat ist allein notwendig, um die steigenden Kosten von 100 000 Euro im Spielbetrieb für Schiedsrichter und Schiedsgericht samt Online-Dienst sowie für die erhöhten Reisekosten zu bestreiten. Der Rest fließt in Personalkosten. Nach einer Reform wird die Liga ab der kommenden Saison nur noch 18 Mannschaften umfassen. Ein neues Finanzpaket stellen die TV-Übertragungen dar, die allerdings durch die eingehenden Fernsehgelder weitgehend gedeckt werden.

Die Geschäftsstelle
wird ausgebaut

Im Rahmen der Professionalisierung soll die Geschäftsstelle ausgebaut werden. Wirtz sagt: „Es wird personelle Veränderungen geben, aber noch ist nichts spruchreif.“ Beschlossen ist hingegen die Veränderung der Rechtsform der HSG Krefeld, von einer OHG in eine GmbH. Dies schreibt die HBL in ihren Bestimmungen vor: „Die HBL hat uns ein langes Schreiben zugeschickt, das wir akribisch durchgearbeitet haben.“ Im Gegenzug sieht Wirtz den Klub mit der Glockenspitzhalle als Spielort gut aufgestellt: „Dort haben wir fast schon das Zweitliganiveau erreicht.“

Unterstützung der Stadt
ist noch zu gering

Fast 70 Mitarbeiter unterstützen die Verantwortlichen bei jedem Heimspiel, die HSG-Familie ist in den letzten sechs Jahren ständig gewachsen.

Noch viel Arbeit sieht der Club-Verantwortliche im Zusammenspiel mit der Stadt: „Wir haben kurz vor Weihnachten gute Gespräche mit dem OB bis in den späten Abend geführt. Doch die Reaktionen sind dünn. Antworten und Feedbacks kommen sehr gemächlich, wenig rasant und quirlig. Wir haben keine unrealistischen Ansprüche. Wenn ich sehe, wie andere Sportarten unterstützt werden, kann ich nur sagen, ein bisschen mehr Interesse wäre schick.“

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