HSG Krefeld bleibt wieder blass: Deutliche Heimpleite gegen Dresden

Handball : HSG bleibt wieder blass

Elbflorenz Dresden kommt zu einem leichten 29:22-Sieg vor 943 enttäuschten Zuschauern in der Glockenspitzhalle.

Anspruch und Wirklichkeit driften beim Handball-Zweitliga-Aufsteiger HSG Krefeld immer weiter auseinander. Statt des dringend benötigten zweiten Heimsieges mussten die Schwarz-Gelben nach einer blassen Vorstellung dem unterkühlt aufspielenden Team von Elbflorenz Dresden vor 943 enttäuschten Zuschauern beim 22:29 (13:14) beide Punkte überlassen. Das Tabellenschlusslicht blieb erneut den Beweis schuldig, im Kampf um den Klassenerhalt tatsächlich ein Wörtchen mitsprechen zu können. Nach zehn Spieltagen beträgt der Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz fünf Punkte. Der Ruf nach Verstärkungen rund um die Glockenspitzhalle wird immer lauter. Doch woher nehmen, wenn der Etat begrenzt ist, sagen sich die HSG-Verantwortlichen im Stillen. Doch um mögliche Alternativen im ohnehin schmalen Angriffskonzept beraubte sich der Klub nur 24 Stunden vor dem richtungsweisenden Match gegen die Elflorenz-Handballer selbst. Da lösten die Krefelder den Vertrag mit dem halblinken Angreifer David Hansen auf. Von wem die Initiative letztendlich ausging, darüber streiten sich hinter den Kulissen die Geister. Ohne Aussicht auf eine Formsteigerung oder den Glauben, an die guten Leistungen in der abgelaufenen Drittligasaison anknüpfen zu können, resignierte Hansen jedenfalls frühzeitig und ließ dabei sein Ex-Team ein wenig im Stich. Denn der Spanier Toni Sario fiel wegen einer Fußverletzung an der Achillessehne ebenfalls auf dieser Position aus. So musste erneut Kapitän Tim Gentges als Notstopfen herhalten und wieder einen Positionswechsel vornehmen. Lediglich Youngster Felix Jaeger blieb als Alternative, doch der Ex-Gummersbacher verletzte sich gleich bei seinem Kurzeinsatz, brachte Gentges nicht die erforderliche Verschnaufpause.

Brüren und Ciupinski halten die HSG bis zur Pause im Spiel

So ruhten die Hoffnungen der Krefelder wieder einmal auf Torjäger Kevin Christopher Brüren, der mit neun Toren sein Team lange über Wasser hielt, und auf Simon Ciupinski, der geschickt die Fäden zog und es auf sechs Tore brachte. Doch in der zweiten Hälfte waren beide einfach mit ihrem Latein am Ende, es fehlten die Überraschungsmomente und der Wille des HSG-Teams, tatsächlich etwas reißen zu wollen. Die Elbflorenz-Abwehr stellte sich mit fortlaufender Spielzeit auf die begrenzten Angriffsmöglichkeiten der Gastgeber ein. Allein Torhüter Frederik Stammer verhinderte mit etlichen Paraden eine noch höhere Pleite. Trainer Arnar Gunnarsson zuckte die Schultern: „Wir machen zu viele einfache Fehler, verwerfen drei Siebenmeter und kassieren zu viele Zwei-Minutenstrafen in der ersten Hälfte. Dazu die personellen Engpässe, das reicht.“

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