Trotz Tormisere will die HSG Krefeld gegen Dresden punkten

Handball : HSG Krefeld will trotz Tor-Misere punkten

Der schwächste Angriff trifft gegen Dresden auf die schlechteste Abwehr der Liga.

14 Tage lang hatte Handball-Zweitliga-Aufsteiger HSG Krefeld Zeit, um die unrühmliche 16:29-Niederlage beim VfL Gummersbach aus den Kleidern zu schütteln. Akribisch betrieb Trainer Arnar Gunnarsson seine Video-Analysen, gleichzeitig suchte der Isländer mit Teamchef Stefan Nippes in vielen Gesprächen mit einzelnen Akteuren nach Lösungen für die erneute Torpleite. Denn nach bislang neun von 17 Spielen in der Hinrunde sind es vor allem die schwachen Angriffsleistungen rund um die Glockenspitzhalle, die für Gesprächsstoff sorgen. Der letzte Tabellenplatz in der Liga wird mit nur 190 Toren untermauert, alle anderen Teams haben längst die Marke von 200 Toren übertroffen.

Doch im bereits sechsten von nur 17 Heimspielen steigt der Druck am Sonntag, 3. November, um 16 Uhr in der Glockenspitzhalle gegen die Elbflorenz-Handballer aus Dresden, zwei Punkte einzufahren. Nippes ärgert vor allem die Art und Weise der Niederlage in Gummersbach: „Nach der starken Leistung im letzten Heimspiel gegen Dormagen habe ich vermisst, dass die Mannschaft das Spiel genießt. Vor einer Super-Kulisse gegen einen Super-Gegner sollte es doch leicht fallen, alles raus zu hauen, etwas zu riskieren und dagegen zu halten. Wir hatten doch nichts zu verlieren.“ Nippes nennt keine Namen, will konstruktiv Kritik üben.

Doch vor allem die Leistungen auf der halblinken Angriffsseite sorgen für Nachdenklichkeit. Lediglich gegen Aue ließ der zweifelsohne so talentierte Spanier Toni Sario mit zehn Toren sein Können aufblitzen. Zwar zeigt der erst 21-Jährige erfreuliche Trainingsleistungen, kann aber seine Möglichkeiten, so Nippes, „auf der Platte noch nicht abrufen“. David Hansen, einer der wenigen Spieler mit Zweitliga-Erfahrung im Kader, läuft mit nur neun Toren bei acht Spieleinsätzen der Form in der 3. Liga weit hinterher. Von der Kritik ausgenommen sieht Nippes Felix Jaeger. Dem Youngster bescheinigt Nippes ein großes Talent, doch für Führungsaufgaben reicht es eben noch nicht. Auch HSG-Urgestein Tim Gentges, eigentlich auf der Mittelposition beheimatet, ist als Alternative auf dieser Position eher eine gute taktische Variante denn eine Dauerlösung. So hoffen Nippes wie Gunnarsson, dass die Mannschaft um Kapitän Gentges wieder die Tugenden aufbringt, die gegen Dormagen zu immerhin 30 Toren führten.

Nippes sagt: „Natürlich verfügt Dresden über eine gute Mannschaft mit etlichen Bundesliga-erfahrenen Spielern. Dennoch sehe ich gute Möglichkeiten, zwei Punkte einzufahren, wenn wir mit Power aus unserer guten Abwehr heraus das Spiel gestalten.“ Gegner Elbflorenz stellt nach neun Spielen mit 266 Gegentoren die schwächste Abwehr der Liga, zwei der bislang sieben Punkte in dieser Spielzeit holte das Team auswärts. In Lübeck-Schwartau siegte der kommende Gegner überraschend mit 24:23. Außer den beiden Langzeitverletzten Max Zimmermann und Sebastian Schöneseiffen steht der gesamte HSG-Kader zur Verfügung.

Mehr von Westdeutsche Zeitung