Schauspielhaus in Düsseldorf: Teil der Sanierung 40 Prozent teurer

Bauarbeiten: Schauspielhaus: Die Sanierung wird fast 50 Prozent teurer

Die Gesamtkosten klettern auf über 50 Millionen Euro. Jetzt steht fest: Auch für die öffentlichen Bereiche wird mehr Geld gebraucht.

Erst am Dienstag hat der Bund der Steuerzahler sein neues Schwarzbuch veröffentlicht — und zwar vor dem Schauspielhaus, das auch darin auftaucht. Nur zwei Tage später steht fest, dass seine Sanierung noch teurer wird als bislang bekannt.

Der Bund der Steuerzahler hatte zum einen kritisiert, dass sich die Kosten für die Sanierung der Haustechnik 2016 vor allem aufgrund von Fehlplanungen auf 20,9 Millionen Euro nahezu verdoppelt hätten. Zum anderen fiel dem Interessenverband unangenehm auf, dass die Erneuerung von Dach und Fassade nicht mehr wie zunächst angenommen 15, sondern 18,9 Millionen Euro kosten soll. Nun steht fest: Auch die Arbeiten an den öffentlichen Bereichen werden deutlich teurer — und zwar um nahezu 40 Prozent. Aus einer Informationsvorlage, die dem Bauausschuss am Dienstag vorgelegt wird, geht hervor, dass statt 11,9 vielmehr 16,5 Millionen Euro für Umbauten und Modernisierungen nötig werden. Die Gesamtkosten steigen somit um fast 50 Prozent auf 56,3 Millionen Euro.

Allerdings hofft die Stadt, dass der eigene Anteil gleich bleibt, da zusätzliche Fördertöpfe zur Verfügung stehen. Der Deutsche Bundestag hat etwa Zuschüsse in Höhe von 3,6 Millionen Euro zugesagt. Aus dem Denkmalpflegeprogramm des Bundes könnten 1,25 Millionen Euro kommen. Nach neuer Kalkulation teilen sich die Kosten wie folgt auf: 6,3 Millionen Euro übernehmen das Land. Die verbleibenden 10,2 Millionen teilen sich unter anderem anteilig auf die genannten Fördertöpfe, Spenden aus der Bürgerschaft in Höhe von 5,7 Millionen Euro sowie einem Eigenanteil von 2,9 Millionen Euro auf.

Für die Kostensteigerungen nennt die Stadt verschiedene Ursachen. Zum Beispiel ist die Ertüchtigung des Aufzugs im Großen Haus nicht barrierefrei realisierbar. Nun ist ein Neubau nötig, damit einher gehen Rückbauten und Durchbrüche. Auch soll es „aufgrund der Wirtschaftlichkeit“ nicht mehr zwei Küchen, sondern eine Großküche geben, die dann den baulichen Anforderungen entspricht. Der Speisen- und Getränkeaufzug wird im Zuge dessen neu gebaut. Des Weiteren steigen die Nebenkosten prozentual zu den Gesamtkosten von 2,75 auf 4,1 Millionen Euro.

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