Das Düsseldorfer Schauspielhaus steht fast nackt da

Das Düsseldorfer Schauspielhaus steht fast nackt da

Mit der Demontage der weißen Metallfassade ist ein erster Schritt bei der Sanierung des Schauspielhauses geschafft. Aber bis zur Wiedereröffnung dauert es noch, zumal die Bauarbeiter immer wieder auf böse Überraschungen stoßen.

Düsseldorf. Das Düsseldorfer Schauspielhaus steht jetzt nackt da. Die das Theater am Gustaf-Gründgens-Platz seit Jahrzehnten prägende weiße Fassade ist fast komplett abmontiert, nur der Bühnenturm trägt noch sein Blech.

„Das ist ein sehr wichtiger Schritt bei der Sanierung des Schauspielhauses“, freut sich Kulturdezernent Hans-Georg Lohe bei einer Baustellenbegehung am Mittwochmittag.

Die Demontage von etwa 2000 Einzelteilen der Metallfassade (5700 Quadratmeter) erfolgte buchstäblich von Hand - deshalb dauerte es auch insgesamt fast ein halbes Jahr. Die Teile waren etwa 30 Zentimeter breit, aber bis zu 16 Meter lang. Der Rohbau, der aus einer Steinmischung (u.a. Ziegel-, Bims-Steine) besteht, wird nun bis zum Wochenende mit einer Plastikfolie als Schutz gegen die Witterung umhüllt.

Noch bis Ende des Monats sollen alle Ausschreibungen für die Fassaden- und die Dacharbeiten „rausgehen“, die Stadt rechnet damit, dass die Bauarbeiten dann Ende August oder im September starten können. Los soll es mit der Dachsanierung gehen, das neue Dach wird zum größten Teil begrünt. Parallel läuft die Erneuerung der 258 einflügeligen Lochfenster.

Die künftigen Fenster ersetzen nachträglich eingebaute Fenster und sollen dann auch fast wieder so aussehen wie die Originale, versichert Thomas Billen vom Projektsteuerer Hahlhege.

Bei der Demontage der Fassade haben sich auch wieder - wie im Inneren des Schauspielhauses - reichlich Schadstoffe gefunden, „aber nur im erwartbaren Maße für einen 60er-Jahre-Bau“, sagt Billen. Auch im Dach befinden sich welche und werden entsorgt. Begonnen hat bereits der Abriss des alten Kassenhäuschens, dem die Denkmalschützer wie berichtet zugestimmt haben. In Zukunft soll an gleicher Stelle ein gläserner Windfang das Schauspielhaus besser zum Gründgens-Platz und zur Stadt hin öffnen.

Nach mehreren Kostensteigerungen rechnet die Stadt mittlerweile mit Sanierungskoten von etwa 19 Millionen Euro für Fassade und Dach. Die neue Fassade soll genauso aussehen wie die alte, ist aber nicht mehr aus Metall, sondern aus nicht-rostendem Aluminium. Die Bauarbeiten sollen bis September 2019 andauern, dann kann das Schauspielhaus mit seinem Betrieb wieder komplett zum Gründgens-Platz zurückkehren.

Aber auch bis dahin wird im Haus immer mal wieder gespielt, vier Premieren etwa steigen hier schon in der Spielzeit 2018/19.

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