Sanierung der Brücke Germanenstraße wird teurer

Brücken : Sanierung der Brücke Germanenstraße wird teurer

Germanenstraße: Die Kosten sind höher als zuvor berechnet. Die Preise sind schnell gestiegen.

Die Sanierung der Brücke Germanenstraße wird teurer als ursprünglich geplant. Das beauftragte Planungsbüro hat einer Ausschussvorlage zufolge die Preislage am Markt falsch eingeschätzt. Das ist bei der Ausschreibung offenbar geworden.

Foto: Fischer, Andreas (f22)

Der Verkehrsausschuss hatte erst im Juni die Sanierung beschlossen. Im Haushalt wurden 350000 Euro dafür eingeplant. Jetzt muss die Stadt weitere 216 000 Euro verfügbar machen, um die Arbeiten tatsächlich durchführen zu können.

Vier Anbieter haben sich auf die Ausschreibung gemeldet. Der mit den geringsten Forderungen an die Baukosten liege schon 185 000 Euro über den berechneten Kosten. Alle vier Anbieter lägen aber vergleichsweise nach beieinander — in der Vorlage ist von einer Abweichung von zwölf Prozent die Rede — und „spiegeln augenscheinlich die aktuelle Marktlage wieder“, so das Papier, das Baudezernent Meyer unterschrieben hat. „Nach einer kritischen Hinterfragung der Kostenberechnung ist der Marktwert dieser Maßnahme offenbar unterschätzt worden. Der seit Mitte 2017 überdurchschnittliche Anstieg der Baupreise im Konstruktiven Ingenieurbau und der Instandsetzung hält anscheinend weiter an“, stellt Meyer fest.

Die Kosten seien im Vergleich mit ähnlichen Maßnahmen berechnet worden, hätten sich aber seitdem nochmal stark verändert: „Die vergleichbaren Kosten für die Mauerwerkssanierung sind zum Teil gegenüber der Baumaßnahme Brücke Uellendahler Straße, welche in der ersten Jahreshälfte ausgeschrieben und vergeben wurde, auch noch einmal deutlich gestiegen“, so Meyer in dem Papier.

Die Kosten für die verschiedenen Arbeiten sind gestiegen

Dabei hängt die Höhe der Kostensteigerungen auch an der Art der Arbeiten: die Mauerwerksverfugung für Natursteinflächen sei gegenüber der Uellendahler Straße um ca. 25 Prozent gestiegen, die für Ziegelsteinflächen sogar um etwa 40 Prozent.

Das Geld kann aus einem anderen Bauvorhaben gewonnen werden. Die Mittel für die Maßnahmen an der Brücke Höfen werden dafür erst einmal gekürzt, weil sie „zum jetzigen Zeitpunkt nicht in voller Höhe benötigt“ werden, die Planung nähmen noch weitere Zeit in Anspruch, heißt es. Nach kurzfristiger Auftragsvergabe sollen die Arbeiten im Oktober statt im September beginnen.

Die Gewölbebrücke stammt aus dem Jahr 1876 und steht seit 1991 unter Denkmalschutz. Vor der Winterpause will das Gebäudemanagement die Brücke, die zur Hälfte aus Ziegeln und zur Hälfte aus Naturstein besteht, abdichten lassen. Dazu muss das Mauerwerk von Pflanzen befreit und gereinigt werden. Dann wird das Bauwerk mit einer großen Stahlbetonplatte befestigt. Während der Bauarbeiten muss die Trasse jeweils halbseitig gesperrt werden. Ab dem Frühjahr 2019 soll in einer zweiten Phase der untere Teil der Brücke saniert werden. Dort gefährden lose Steine und Fugen Fußgänger. Die Flügelwände sollen an den angrenzenden Böschungen verstärkt werden. Zur Absturzsicherung wird auf der Brücke ein neues Geländer installiert. Die Bauarbeiten sollen im September beginnen und rund elf Monate dauern.

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