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Segel-Bundesliga: DYC strebt in Kiel einen Platz unter den Top-Acht an

Segeln : DYC startet in die neue Bundesliga-Saison

Zum Auftakt geht es nach Kiel. Steuermann Jan-Philipp Hofmann und seine Crew hatten gegenüber anderen Teams zuletzt einen Trainingsnachteil, sind vor dem Saisonbeginn in der DSBL aber trotzdem optimistisch.

So richtig wissen Jan-Philipp Hofmann, Patrick Treichel, Alexander Swade und Hendrik Lenz nicht, was sie zum deutlich verspäteten Auftakt der ersten Deutschen Segelbundesliga (DSBL) in Kiel erwartet. „Bei den ständigen Neufassungen von Corona-Schutzverordnungen und den 16 unterschiedlichen Formulierungen in den einzelnen Bundesländern schwirren so viele Regelungen in Deutschland herum, da befassen wir uns mit den konkreten Bedingungen erst auf der Fahrt nach Kiel“, erklärt Steuermann Hofmann vor dem Saisonstart an diesem Wochenende. „In den Stunden auf der Autobahn setze ich mich auf die Rückbank und studiere den Text der Verordnung Schleswig-Holsteins.“

Die Lektüre dürfte ein bisschen Zeit in Anspruch nehmen. Denn neben dem ligainternen „Hygienekonzept für die Segel-Bundesliga – Kiel Schilksee“ gehören natürlich auch die Verordnungen des nördlichsten Bundeslandes zu den Durchführungsbestimmungen der höchsten nationalen Segelliga. „Es dürfte eigentlich nichts passieren. Wir sind unter freiem Himmel, es geht Wind, die Teams bleiben unter sich und werden jeden näheren Kontakt vermeiden“, sagt Hofmann. „Es wird auch kein von der Liga organisiertes Landprogramm geben.“

Was dann vor dem Segelzentrum der Olympischen Spiele 1972 auf der Ostsee auf die Düsseldorfer zukommt, liegt für Hofmann und seine Crew jedoch im Ungewissen. „Ich habe keine Ahnung, wie die anderen Klubs aus der Pause herausgekommen sind. Ein Prognose, wie weit die anderen Bundesligisten sind, kann ich nicht abgeben. Dafür hatten wir in den vergangenen Monaten viel zu wenig Kontakt. Wir können uns ja sowieso nur auf uns konzentrieren und alles geben, um das Beste rausholen.“

Dafür hat das DYC-Quartett die beiden vergangenen Wochenenden an der Ostsee verbracht, eins in Travemünde, zuletzt in Kiel, um so viel gemeinsame Zeit wie möglich auf dem Wasser zu haben. Eingerostete Manöverabläufe mussten wieder geschmeidig gemacht, das ehemals blinde Verständnis auf dem Bundesliga-Einheitsboot J70 musste wieder eingeschliffen werden. „Wir waren sieben Monate lang nicht mehr gemeinsam auf einem Schiff“, verrät der Steuermann. „Da waren bei uns zu Trainingsbeginn einige Probleme zu erkennen. Das lief beim zweiten Trainingslager alles schon viel besser und wir sind, was die Abstimmung an Bord angeht, fast wieder auf Vorjahresniveau.“

Das Ziel für Kiel ist ein Platz unter den ersten acht Teams

2019 war der DYC auf Platz fünf der 18er-Liga gesegelt und hatte sich damit die Qualifikation für die „Sailing Champions League“ erarbeitet. „Für die Meisterschaftsregatta in Kiel haben wir uns das Ziel gesetzt, unter die Top-Acht zu segeln. Aber das wird schwer“, vermutet Hofmann.

Wohl auch, weil die Düsseldorfer gegenüber anderen Erstligisten einen gewissen Trainings- und damit Wettbewerbsnachteil haben. Die Klubs, die an den größeren Seen beheimatet sind, wie zum Beispiel am Wannsee, Chiemsee  oder Starnbergers See, ebenso wie die Vereine in Küstennähe konnten viel unproblematischer ihrem liebsten Hobby frönen — vielleicht wegen des Kontaktverbots und der Abstandsregeln nicht immer auf der J70, aber wenigstens doch auf Ein- oder später auch Zweimann-Jollen. So blieben die Küstenbewohner unter den Segelbundesligisten deutlich besser im Segelflow. Dass aber auch sie Nachholbedarf in den J70-Booten haben, beweist die Anzahl von zwölf Erstligisten, die vergangenes Wochenende in Kiel-Schilksee trainierten. „Das war schon echtes Liga-Feeling“, sagt Hofmann. „Der Unterschied ist nur, dass es jetzt am Wochenende zählt.“