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KFC-Kapitän Jan Kirchhoff spricht über den Re-Start in der 3. Liga

Interview Der Kapitän von Fußball-Drittligist KFC Uerdingen spricht über die Vorbereitung in ungewöhnlicher Zeit : Kirchhoff: „Es wird ein bisschen wie ein Blindflug“

Im Sport-Hotel Klosterpforte im westfälischen Harsewinkel ging der KFC Uerdingen in den letzten Tagen vor dem Wiederbeginn der 3. Liga am Samstag (14 Uhr) bei Waldhof Mannheim in Klausur. Wie lief die Vorbereitung?

Wo steht die Mannschaft nach fast drei Monaten ohne Spiel? Die WZ hat mit Kapitän Jan Kirchhoff gesprochen.

Herr Kirchhoff, am Samstag rollt der Ball wieder in der 3. Liga. Wie verliefen die Tage der Vorbereitung in der Klosterpforte?

Jan Kirchhoff: „Die Tage waren super in einem klasse Hotel. Wir haben tolle Bedingungen, alle Möglichkeiten, um uns gut vorzubereiten. Die Trainingseinheiten sehen gut aus. Wir werden gut gerüstet sein für den Auftakt.“

Nur eine Woche Mannschaftstraining, davor fast drei Monate kein Pflichtspiel. Wie schwer ist es jetzt, wieder in den Rhythmus zu kommen?

Kirchhoff: „Die meisten Jungs haben sich zu Hause gut vorbereitet. Wir mussten nicht wieder bei Null anfangen. Wir haben die kurze Zeit gut genutzt, haben im Elf-gegen-Elf Spiele simuliert. Es wird natürlich eine Überraschung sein, wie andere Mannschaften drauf sind, wie sie die lange Pause überstanden haben.“

Wie ist das, wenn man fast drei Monate nicht gespielt hat und nun elf Spiele in fünf Wochen vor sich hat?

Kirchhoff: „Es ist alles ein bisschen Neuland. Es gibt damit keine Erfahrung. Aber auch andere Teams sind in der derselben Situation. Es gilt das mit einem breiten Kader aufzufangen. Ich sehe uns da gut gewappnet. Es bleibt ein sportlicher Wettbewerb, der in sehr regelmäßigen Abständen ausgetragen wird. Die Fitness wird natürlich darunter leiden. Wir blicken dem entspannt, aber auch gespannt entgegen.“

War es für den Kopf schwierig, die lange Pause zu überstehen?

Kirchhoff: „Es gab ein oder zwei Tage, da war die Unsicherheit schon belastend. Im Team hatten wir aber immer die Grundstimmung: Wir wollen weiterspielen. Wir waren alle fokussiert, haben auf das Ziel hingearbeitet. Irgendwann kam dann das Okay des DFB. Jetzt liegt ein klares Ziel und ein Zeitplan vor uns. Wir sind immer davon ausgegangen, dass es so kommt.“

Was erwarten Sie für ein Spiel im Duell mit Waldhof Mannheim am Samstag?

Kirchhoff: „Ich gehe davon aus, dass Waldhof genauso spielen wird wie vor der Pause. Es ist eine aggressive Mannschaft. Es wird ein absoluter Härtetest für uns gegen eine Topmannschaft der Liga. Es wird für uns auch das erste Spiel ohne Zuschauer sein. Es ist vielleicht vergleichbar mit dem ersten Spiel nach einer Sommervorbereitung. Man weiß noch nicht so richtig, wo man steht. Wir werden uns auf unsere Stärken besinnen müssen. Wir haben genug Qualität, um gegen Waldhof zu gewinnen. Wenn wir an die Leistungsgrenze gehen, haben wir gute Chancen, das zu schaffen. Ein Auswärtssieg ist das Ziel.“

Worin sehen Sie die Stärke der Uerdinger Mannschaft?

Kirchhoff: „Da fällt mir der breite Kader ein. Auf vielen Positionen können wir auf gleichem Niveau wechseln. Der Kader hat eine hohe individuelle Qualität. Wir haben das in der Saison leider noch nicht konstant auf den Platz gebracht. In guten Phasen hat man aber gesehen, dass wir jeden Gegner schlagen können. Wir haben auch in den vergangenen Wochen die Gelegenheit gehabt, enger zusammenzuwachsen. Das müssen wir jetzt auf den Platz bringen. Es wird aber nach der Pause wohl ein bisschen ein Blindflug werden.“

Wie kommt der neue Trainer Stefan Krämer bei der Mannschaft an?

Kirchhoff: „Er bringt eine positive, offene Art mit. Jeder hat das Gefühl, Teil des Teams zu sein, zum großen Ganzen zu gehören. Viele Spieler wittern eine neue Chance. Der Positionskampf tat uns gut in den letzten Wochen. Das kann für uns ein Faustpfand sein. Es stehen jetzt die ersten schweren Entscheidungen an: Wer ist im Kader? Wer ist in der Startelf?“

In der Hinrunde sah man Sie noch oft im Mittelfeld. Später als Innenverteidiger, wo Sie bis heute spielen. Was ist Ihre bevorzugte Position?

Kirchhoff: „Ich fühle mich als Innenverteidiger wohler. Dort sehe ich mich auch. Es wird wohl auch die Position sein, auf der ich auf weitere Einsätze kommen werde.“

Können Sie als Kapitän von dort aus genauso viel Einfluss nehmen wie im Mittelfeld?

Kirchhoff: „Ich bin der Kapitän. Ich will das Team auch führen, aber habe auch gute Jungs um mich herum. Alle sind gefordert. Jeder muss auch ein Stück eigenverantwortlich handeln. Es wird so sein, dass kaum einer von uns alle elf Spiele in den fünf Wochen bestreiten kann. Da müssen andere auch in die Bresche springen. Jeder muss von seiner Position aus auch ein bisschen coachen. Die Hierarchie im Team ist klar.“

Bei fünf Punkten Rückstand auf die Aufstiegsplätze dürfte der Blick in der Tabelle noch nach oben gehen.

Kirchhoff: „Was jetzt folgt, ist wie eine kleine Mini-Meisterschaft. Wir haben noch eine sehr gute Chance, mit einer Erfolgs-Serie oben anzugreifen. Wir haben als klares Ziel, in Schlagdistanz zu kommen. Das ist fest in den Köpfen drin.“