Boll sichert den historischen Triumph

Mit einem 3:1 im Finale der Bundesliga gegen Ochsenhausen macht die Borussia das erste „Triple“ seit sieben Jahren perfekt.

Jubeln wird niemals langweilig. Erst recht nicht, wenn es historische Begleitumstände gibt. Die Tischtennis-Profis von Borussia Düsseldorf durften am Samstag in Frankfurt am Main zum dritten Mal binnen fünf Monaten einen Titelgewinn mit ihrer Mannschaft bejubeln. Mit dem 3:1 im Play-off-Finale der Bundesliga gegen Ochsenhausen sicherte sich die Borussia die fünfte Meisterschaft in Folge, die 30. in ihrer Vereinsgeschichte und machte damit das dritte „Triple“ nach 2010 und 2011 perfekt.

Pokal, Champions League und Meisterschaft. Drei Titel in drei Wettbewerben. Mehr geht nicht. „Das ist die Krönung einer unglaublichen Saison“, jubelte Manager Andreas Preuß. „Ich habe schon seit Jahren nicht mehr so ein spannendes und gutes Finale gesehen. Das ,Triple’ ist vielleicht mehr wert als die beiden vor sieben und acht Jahren, weil die Spiele viel schwerer zu gewinnen waren.“

Wie schwer die Tischtennisfreunde aus Ochsenhausen es der Borussia machten, lässt sich an den Ergebnissen der jeweiligen Einzel ablesen. „Ochsenhausen hat uns alles abverlangt“, sagte Timo Boll. „Ich hoffe, dass das nicht unser letzter Titel war, denn die Jungs werden immer stärker“, erklärte Borussias Nummer eins. Der Weltranglistendritte steuerte wieder einmal zwei der drei benötigten Punkte bei. Im einzig klaren Einzel des Nachmittags setzte sich der 37-Jährige mit 3:0 gegen den Franzosen Simon Gauzy durch, der ihm in der Vergangenheit häufig ein Bein stellen konnte. Den Düsseldorfer Dreifach-Triumph stellte Boll später im Duell mit Hugo Calderano sicher. Auch gegen den Brasilianer hieß es 3:0 aus Sicht des Rekord-Europameisters, die Durchgänge zwei und drei waren jedoch eine Nervenschlacht. Erst der neunte Matchball war der entscheidende, bevor die große Borussia-Party beginnen konnte.

Den dritten Punkt zum zwischenzeitlichen 2:1 holte Kristian Karlsson in einem umkämpften Match gegen Joao Geraldo. Der Schwede hatte die ersten beiden Sätze verloren, bevor er eine grandiose Aufholjagd startete. „Ich bin zu Tränen gerührt und kann es kaum glauben. Kristian war unglaublich nervös. Dass er das Spiel bei 0:2-Rückstand noch gedreht hat, ist wirklich unglaublich. Über Timo müssen wir gar nicht reden. Ich bin stolz auf die ganze Truppe“, freute sich Trainer Danny Heister über die letzte Energieleistung einer langen Saison.

Zum Auftakt des Endspiels gegen den Dritten der Vorrunde hatte Stefan Fegerl in seinem letzten Spiel im Trikot der Borussia gegen Calderano verloren und dabei eine 1:0-Satzführung sowie einen 5:1-Vorsprung im zweiten Durchgang verspielt. „Das war auch schon ein gutes Spiel von Stefan“, sagte Heister über den Österreicher. „Schade, dass er sich am Ende nicht durchsetzen konnte.“ Nach der Pokalübergabe und den Feierlichkeiten in der Halle setzten Team und Club-Mitarbeiter den Abend auf Einladung ihres wieder einmal überragenden Spitzenspielers im Haus von Timo Boll fort. Dort fand auch die Verabschiedung von Fegerl statt, der künftig für den Finalgegner Ochsenhausen aufläuft.

Fünf Bundesliga-Titel in Folge, wettbewerbsübergreifend 71 in der Vereinsgeschichte und das „Triple“ — mehr geht nicht. Die Borussia hat eine perfekte Saison gekrönt. Dass Timo Boll, Kristian Karlsson, Anton Källberg und Neuzugang Omar Assar in der neuen Saison weniger Erfolgshunger verspüren, ist nicht zu erwarten. Die Konkurrenz wird es nicht gerne hören.

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