HSG Krefeld: Foul an Dorian Wöstmann überschattet Pleite in Emsdetten

Handball : HSG: „Wir waren geschockt“

Das Schlusslicht der 2. Liga kassiert in Emsdetten eine bittere 23:32- Pleite. Ein Foul an Dorian Wöstmann überschattet aber die Partie.

Aus der Not eine Tugend machen wollte Felix Linden, Trainer des Zweitligisten HSG Krefeld, indem er seine Startformation beim Match in Emsdetten völlig umkrempelte. Doch der Versuch ging mit einer 23:32-Pleite gehörig in die Hose. Die kurzfristige Umstellung war nach der Verletzung von Abwehrchef Damian Janus notwendig geworden. Der Hüne hatte sich beim Abschlusstraining den Fuß umgeknickt.

Überraschend vertraute Linden, vor der lautstarken Emsdettener Rekordkulisse von 2103 Zuschauern, auf Zugang Sven Eberlein in Abwehr wie Angriff, auf Sebastian Schöneseiffen als Spielmacher und auf Dominic Luciano in der Abwehrmitte. Doch schnell führte Emsdetten mit 8:3, da sich die Krefelder, wie schon in etlichen Spielen in der Hinrunde, wieder einmal eklatante Abspielfehler im Angriff leisteten und ein Tempogegenstoßtor nach dem nächsten kassierten. Die Abwehr stand zudem offen wie eine Scheunentor. So lagen die Gäste nach 17 Minuten mit 4:11 hinten.

Ein Rückstand, dem der Tabellenletzte bis zum Schlusspfiff hinterherlaufen sollte. Linden zog die Notbremse, wechselte im Tor Frederik Stammer für Norman Toth ein, Kapitän Tim Gentges kam für Schöneseiffen und Josip Cutura übernahm für Luciano. Cutura machte nicht nur wegen seiner sieben Tore sein bestes Saisonspiel, sondern gab der Abwehr mehr Stabilität. Die Gäste kamen besser ins Spiel, verkürzten auf 9:14, waren durch Dorian Wöstmann auf dem Weg zum 10:14. Doch statt Jubel nun jähes Entsetzen im Krefelder Lager.

Denn der Emsdettener Johannes Wasielewski beförderte, von der Bank eingewechselt, den HSG-Linksaußen per Bodycheck durch die Luft auf den Hallenboden. Wöstmann schlug dabei mit dem Hinterkopf auf, lag benommen auf dem Spielfeld und trat später mit Verdacht auf Gehirnerschütterung die Heimreise an. Scheinbar völlig überfordert entschieden die Unparteiischen nur auf eine Zwei-Minutenstrafe. Felix Linden war bedient: „Das Foul gegen Dorian musste Rot, wenn nicht sogar die Blaue Karte zur Folge haben und hat uns geschockt. Doch wir haben davor im Angriff viel zu disziplinlos gespielt. Zur Umstellung in der Startformation war ich gezwungen, weil wir über unser Tempospiel zum Erfolg kommen wollten, und da kann ich nicht ständig Abwehr- gegen Angriffsspieler tauschen. Und Eberlein und Schöneseiffen habe ich eine Chance gegeben, weil es der HSG-Weg sein wird, junge Spieler aufzubauen.“ Aus diesem Grunde wechselte Linden am Ende auch A-Jugend-Torhüter Paul Dreyer ein, der erstmals Zweitligaluft schnupperte. In der zweiten Hälfte verkürzte Krefeld zwar auf 14:19, doch eine doppelte Zeitstrafe für die Gäste zerstörte alle Hoffnungen.