Handball-Bundesliga: WSV wartet weiter auf einen Sieg

Handball-Bundesliga : WSV wartet weiter auf einen Sieg

Bei Schlusslicht Bergisch Gladbach ist der Regionalligist mit dem 1:1 noch gut bedient.

Bei Schlusslicht SV Bergisch Gladbach wollte Fußball-Regionalligist Wuppertaler SV am Samstag eigentlich einen sportlichen Befreiungsschlag landen und nach elf sieglosen Spielen in der Liga endlich wieder drei Punkte einfahren. Doch es reichte trotz einer Steigerung nach dem Wechsel nicht. Am Ende stand ein 1:1 (0:1). Und Sportdirektor Karsten Hutwelker und Trainer Alexander Voigt waren sich einig: „So wie das Spiel läuft, musst du froh sein, dass du noch einen Punkt mitnimmst.“ In der Tat hatten die Gastgeber sogar die besseren Chancen. Gut dass WSV-Torwart Niklas Lübcke in fünf Eins-gegen-Eins-Situationen gegen nach Kontern plötzlich frei vor ihm auftauchende Angreifer der Gastgeber stets die Ruhe und die Oberhand behielt.

Der Punkt lässt die Wuppertaler in der Tabelle sogar um einen Rang auf Platz 15 - den ersten Abstiegsplatz - klettern, doch die Frage bleibt, gegen wen will der WSV in dieser Verfassung überhaupt gewinnen? „Wir müssen ganz viele kleine Schritte machen, dass es mühsam wird, war von vorne herein klar“, sagte Voigt, der an diesem Tag den qualitativ wie quantitativ schmalen Kader voll ausgeschöpft hatte.

Fatal, dass es zunächst ein Rückschritt gegenüber der kämpferisch starken Leistung beim 1:1 gegen Fortuna Köln vor einer Woche war. Personell hatte Voigt mit Nedim Pepic für den gesperrten Kevin Pytlik nur eine Änderung vorgenommen, doch Pepic, gegen Köln als Einwechselspieler noch Torschütze, konnte ebensowenig Akzente setzen, wie seine Mitspieler, die offensiv vor der Pause durch eine eklatante Zweikampfschwäche auffielen. Zwar hatte der WSV viel mehr Ballbesitz, kam aber kaum in die gefährliche Zone und konnte sich dort dann nicht behaupten. Auch fünf Eckbälle bereits vor der Pause verpufften wegen Harmlosigkeit, obwohl Bergisch Gladbachs Torwart Peter Stümer nicht gerade den sichersten Eindruck machte.

So konnten die Gastgeber wie erhofft ihr Konterspiel aufziehen. Die Führung resultierte allerdings aus einem Sonntagsschuss von Metin Kezil nach einem Fehlpass des WSV im Spielaufbau.

Mit frischen Kräften und einer Systemumstellung ging Alexander Voigt nach der Pause All in. Durch die Dreierkette, in die nun Daniel Grebe zurück rückte, wurde zwar das Risiko erhöht, gleichzeitig aber endlich Druck nach vorne erzeugt. Lukas Knechtel, zuvor Linksverteidiger und der Einzige, der auch einmal einen Offensivzweikampf gewonnen hatte, konnte weiter vorrücken, der eingewechselte Beyhan Ametov erhielt Gelegenheit, sein Angriffstalent, das bisher zu oft verschüttet wirkte, zu zeigen. Eine Klasseaktion von ihm führte nach einem fatalen Abspiel von Bergisch Gladbachs Torwart Stümer dann 20 Minuten vor Schluss endlich zum Ausgleich. Zwei Gegenspieler ließ er im Strafraum aussteigen, vollendete ins lange Eck.

Genug Zeit eigentlich, um noch den Siegtreffer zu erzielen. Und die Mannschaft wollte, das merkte man. Doch bis auf einen Volleyschuss von Tjorben Uphoff, der knapp vorbeistrich und einen Kopfball von Lukas Knechtel, den Stümer über die Latte boxte, blieben Großchancen Mangelware. Vorne fehlte das Spielglück, hinten hatte es der WSV immerhin, als Lübcke erneut allein gegen Dustin Zahmen parierte.

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