Fußball-Regionalliga : WSV stoppt die Negativserie

Für den verbesserten Regionalligisten war beim 1:1 gegen Fortuna Köln sogar mehr drin.

Warmer Applaus begleitete die Spieler des Wuppertaler SV am Samstag in die Kabine. Nach drei herben Niederlagen in Serie mit insgesamt zwölf Gegentreffern hatten sich die Wuppertaler gegen Drittliga-Absteiger Fortuna Köln deutlich verbessert gezeigt und die Talfahrt auf dem grünen Rasen in einer sportlich wie wirtschaftlich schwierigen Lage vorerst gestoppt. Doch nach dem 1:1 (0:0) sprach Trainer Alexander Voigt, bei allem Positiven, das er nach der zweiten Partie unter seiner Regie zurecht herausstrich, auch von zwei verlorenen Punkten. Denn die eindeutig klareren Chancen hatte der WSV und es zudem nicht geschafft, den 1:0-Vorsprung, für den der eingewechselte Nedim Pepic nach 74 Minuten mit einem herrlichen Schlenzer gesorgt hatte, über die Zeit zu bringen. Die erst nach dem Rückstand aufwachenden Kölner kamen nach 88 Minuten, als der WSV mal nicht konsequent genug verteidigte, noch zum Ausgleich. Bitter auch, dass sich in der Nachspielzeit, nach der letzten großen WSV-Chance auch noch Kevin Pytlik zu einem Gerangel mit seinem Gegenspieler Firat Tuncer hinreißen ließ, und wie Tuncer dafür nach dem Abpfiff die Rote Karte sah.

Wie sehr er dem WSV in den nächsten wichtigen Spielen bei Schlusslicht Bergisch Gladbach und eventuell auch noch in zwei Wochen gegen RWE fehlen wird, hatte der 21 Jahre alte Innenverteidiger in den 92 Minuten vorher mit einer Klasseleistung bewiesen. Seine Rückkehr nach Verletzungspause wirkte sich sofort positiv aus. Sein Einsatzwille und seine Dynamik waren stellvertretend für eine WSV-Mannschaft, die anders auftrat als in den Wochen zuvor. Während die Kölner ihren Trainer Thomas Stratos von Beginn enttäuschten, kamen die Gastgeber gut in die Gänge und nach fünf Minuten schon zu einem Elfmeter, als der überraschend als zweite Spitze aufgebotene, wuseliga Yusa Alabas im Strafraum gelegt wurde.

WSV Logo aktuell. Foto: wsv

Kapitän Gianluca Marzullo übernahm die Verantwortung, scheiterte aber. Kölns Torwart Kevin Rauhut, der in der Jugend mal beim WSV gespielt hat, lenkte den scharf und flach geschossenen Ball an den Innenpfosten und hatte dann Glück, dass er von seinem Rücken ins Aus sprang.

„Meine Mannschaft hat die Köpfe aber oben gelassen, anders als nach den frühen Gegentoren in den Wochen zuvor“, hob Voigt nachher heraus. Das Mittelfeld war mit dem aus der Abwehrkette nach vorn gerückten Daniel Nesseler stabiler, agierte zudem aggressiver als zuletzt. Auch wenn das Niveau insgesamt nicht sehr hoch war, war der WSV die bessere und aktivere Mannschaft. Joey Müller kurz nach der Pause und der eingewechselte Beyhan Ametov nach dem 1:0 hätten freistehend weitere Treffer erzielen können, vielleicht sogar müssen, scheiterten aber jeweils an Rauhut.

So kam es zum dicken Ende gegen einen Gegner, der nach seiner Siegesserie am Ende dann doch wieder zutrauen fand. „Wir müssen das Positive mitnehmen, das war eine klare Steigerung“, meinte Gianluca Marzullo - und nächste Woche gegen Bergisch Gladbach nach elf sieglosen Spielen endlich mal wieder gewinnen, möchte man hinzufügen. Dann könnte der WSV, der weiter Tabellen-16. ist, im günstigsten Fall sogar die Abstiegsplätze verlassen.

(gh)